Wo bist du, Käpten Keks
© Mari-Wall
Marika und Stefan aus dem Sachsenland erleben stets neue Aufregungen durch ihren roten Kater Käpten Keks. Der Nachhall von der Einschulung sitzt noch immer allen im Herzen. Leon und Emmy konnten es nicht fassen, dass der Liebling ihrer Mama verschwunden war. Tagelang suchten sie ihn im ganzen Dorf. Jeder wurde befragt und niemand fand ihn. Er ist ja überall zu Hause, doch das ganze Dorf ging auf die Suche. Nicht einmal seine Freundin Käti konnte ihn ausfindig machen, denn auch sie ist im ganzen Dorf bekannt. Die Weiße Katze mit rötlichen Tupfen gibt ordentlich was her. Käpten Keks hat ein Auge auf sie geworfen, doch ist niemand ihn auf die schliche gekommen, wo er abgeblieben war. Am Ende fand man ihn in der Schultüte von Leon. Ob er die ganze Zeit darin sich aufhielt, ist nicht geklärt. Sie waren froh, dass er wieder da war.
Heute sucht Käti ihn, denn sie wollte ihm mitteilen, dass sie bald eine Familie sind. Nur fand sie ihn nicht. Käti setzte sich vor seiner Haustür und rief nach ihm.
„Käpten Keks, zeige dich und verstecke dich nicht ständig. Stehe zu deiner Verantwortung.“
Emmy hörte sie rufen , öffnete die Haustür und hockte sich vor ihr.
„Käpten Keks ist nicht hier. Keiner weiß wo er sich herumtreibt. Wollen wir zum Dorfplatz gehen, und schauen ob er dort ist?“
Käti streichelte ihr Köpfchen an ihre Hand und miaute.
Sie liefen den Dorfplatz ab, sahen in allen Ecken nach. nirgend war Käpten Keks zu sehen.

Während sie suchten, saß er in einem Ruderboot auf dem Dorfteich. Irgendwie löste sich das Seil, nachdem Hasso daran geknabbert hatte. Er hatte schon immer mal den kessen Kater eins auswischen wollen. Hier bot sich die Gelegenheit. Das Boot schaukelte ordentlich, denn es kam plötzlich Wind auf und trug ihn über den Teich.
„Was mache ich bloß? Rufen hat keinen Zweck. Hasso ist schon ein Gauner. Sicher nimmt er mir noch immer übel, dass ich ihm letztens sein Futter geklaut habe. Wie kann man nur so nachtragend sein?“
Käti ging mit Emmy wieder zurück und sie konnten nichts machen. Er war einfach weg. Sie trafen auf den Heimweg Hasso, aber er wusste auch nicht wo er sein könnte. Käti war es, als würde er nicht ehrlich sein.
Die Familie saß später beim Abendessen und beriet, wo sie ihn suchen könnten.
„Wir sollten abwarten, denn Käpten Keks war schon öfters verschwunden und fand sich wieder ein. Wir teilen den Dorfbewohnern mit, dass er wieder einmal abkömmlich ist.“
Der Sonnenuntergang zeigte sich bereits und Leon und Emmy mussten ins Bett. Schließlich ist der Tag morgen sehr ausgefüllt. Im Haus brannte bereits das Licht und Marika und Stefan planten, gleich Morgenfrüh nach ihn zu suchen, falls er nicht auftaucht.
Das Boot schaukelte noch immer gefährlich hin und her. Ein Windstoß schupste es an den Uferrand. Käpten Keks stieß sich den Kopf, und ihm wurde schwindelig vor Schreck.
„Aua, was war das? Wo bin ich jetzt gestrandet? Zum Glück lebe ich noch!„
Hob sein Köpfchen über den Bootsrand uns sah nichts. Schaute in alle Richtungen und erkannte diesen Erdteil nicht.
„Wo bin ich nur? Ob ich von hier aus nach Hause finde, oder werde ich für immer in dieser Gegend leben müssen?“
Er kletterte aus dem Boot und sprang ein Stück weit auf den Rasen. Zum Glück war es eine gute Landung. Nun lauschte Käpten Keks in die Dunkelheit hinein. In der Ferne hörte er eine Eule. Auch Fledermäuse flogen durch die Nacht.
Ihm knurrte mit einem Male der Magen.
„Wann hatte ich zuletzt gegessen? Muss am Morgen gewesen sein, denn gleich danach lief er zum Dorfteich. Hoffte ja, dass es auf dem Boot etwas zum Speisen gäbe. Nur Hasso kam mir dazwischen. Dem werde ich es später heimzahlen. Schließlich bin ich Käpten Keks und mit mir macht man solche Sachen nicht.!“
Die Eule flog näher und setzte sich auf den Weißdornbusch und schaute sich um.
„Na, Käpten Keks, bist du wieder mal ausgebüxt? Oder haben sie dich auf die Suche nach einer Partnerin geschickt?“
„Nein, wie kommst du darauf? Ich habe doch meine Freundin Käti. Sie ist die hübscheste Katze des Dorfes. Ich muss nur noch sehen, ob sie bei uns einziehen darf. Ihr Frauchen Bärbel liebt sie sehr und möchte nicht, dass sie fortzieht.“
„Was machst du dann hier auf dieser Seite des Dorfes? Wenn Kater Felix kommt, dann wirst du einiges Erleben. Er mag gar nicht, wenn in sein Revier ein Fremder sich herumtreibt.“
„Ich bin ja durch ein Unglück hier gestrandet. Das sollte er verstehen!“
Plötzlich hörten sie das Fauchen von ihm. Die Eule flog davon und rief:
„Rette dich lieber, wenn du kannst.“
Käpten Keks setzte sich hin und wartete ab. Felix kam direkt auf ihn zu und fauchte ihn an.
„Was machst du hier? Wer hat dir erlaubt, mein Revier zu betreten?“
Sie fixierten sich gegenseitig. Keiner bewegte sich vom Fleck.
„Felix, ich bin mit dem Boot gestrandet. Hasso hatte das Seil gekappt und der Wind trieb mich auf den Teich hinaus. Später kletterte ich von Bord, nachdem ich mich verletzt hatte.“
„Ich sehe keine Verletzung. Du lügst!“
„Mein Linkes Ohr hat eine Platzwunde. Ich lüge nicht.“
„Gut, dann zeige mir das Boot.“
Er brachte Felix zum Boot und sie staunten nicht schlecht, dass es angeseilt war.
Calle stand daneben. Brummelte vor sich hin.
„Wer hat den Kahn hierhergebracht und nicht angeseilt. Glaube dieser gehört Petersen vom Gasthof. Werde ihn gleichmal eine SMS schicken, falls er es noch nicht vermisst.“
Nun sah er Felix mit dem roten Kater und lachte:
„Sag bloß, du hast den Kahn geklaut, und ihn hierhergebracht.“
Felix, du solltest deinen neuen Freund nach Hause bringen, denn er wird im ganzen Dorf gesucht.“
Felix miaute und stupste Käpten Keks an und sie liefen um den Teich herum, wo er noch nie war. In seinem Teil des Dorfes ließ Felix ihn allein und sie verabredeten, dass sie sich gerne Besuchen wollen. Käpten Keks schaute noch einmal am Teich und bemerkte, es ist niemand mehr auf dem Dorfplatz.
„Sollte wirklich rasch nach Hause, ehe sie die Feuerwehr alarmieren, wegen des Bootes.“
Käpten Keks blieb auf der Terrasse und legte sich auf die Bank und schlief sofort ein. Träumte von Käti, und seinem Nachwuchs mit ihr. So hübsche Kinder. Rotweiß,

wie Ketchup und Majo auf Pommes.
Ein Hieb ließ ihn erwachen. Kati schaute ihn zornig an.
„Mein Lieber, komme mit, denn die Babys kommen!“

Kommentar verfassen