Joschi
© Mari-Wall
Mein Name ist Joschi und ich bin in Rumänien geboren. Ein sehr schönes Land, doch werden wir Hunde nicht gut behandelt. Mir gelang es nicht, glücklich zu sein. Eines Tages traf ich beim Durchqueren der Parkanlage in Bukarest eine junge Frau. Sie hatte einen großen Korb mit Futter für uns dabei. Ich traute mich gar nicht hin, denn Ringo, der Boxer, ließ uns kleineren nie zuerst hingehen. Vorsichtshalber blieb ich lieber am Rotdornbusch sitzen, und schaute dem Geschehen zu. Die Sonne schien besonders heiß an diesem Tag. Deshalb füllte die Frau Wasser in einige Näpfe. Blieb immer noch sitzen, und schaute zu. Die junge Frau sah sich um, bemerkte mich, und lächelte. Kam direkt zu mir, und fragte:
„Bist du nicht der Joschi, der gesucht wird? Ein kleines Mädchen Lina war bei unserer Station. Sie fragte nach dir. Nur erzählte sie uns, dass ihre Eltern wegziehen, und dich nicht mitnehmen könnten. Wahrscheinlich hast du deshalb reiß aus genommen.“
„Ich bellte sehr laut, damit sie Bescheid weiß. Lief zwei Schritte vorwärts und setzte mich erneut hin.“
Sie holte aus dem Korb Futter extra für mich heraus, und legte es vor mir hin. Einen Napf mit Wasser stellte sie auch dazu.
„Joschi, nun lasse es dir schmecken, und lösche deinen Durst.“
Die Schäferhündin Rita kam direkt auf ihn zu und bellte.
„Nein, ihr habt schon gehabt, und nun lasst die kleineren Hunde mal ihr Futter genießen.“
„Beatrice, bist du fertig? Wir sollen noch zum kleineren Park hin. Dort sind neuere Katzen gesichtet worden.“
„Aha, die junge Frau heißt Beatrice! Ein sehr schöner Name. Ob sie mich mitnehmen kann? Wahrscheinlich nicht, denn sie packt alles zusammen.“
„Anastasia, ich bin gleich soweit. Will Joschi mitnehmen, denn er wird ja gesucht.“
„Sie will mich mitnehmen? Hoffentlich mit zu sich nach Hause? Ich beeilte mich, und lief zum Auto, mit dem sie hierher kommen.“
Beatrice öffnete den Kofferraum und hob mich hinein. In einem Körbchen lag ich nun, und die Tür schloss sich. Anastasia setzte sich zu ihr, und sie fuhren sofort los. Es ging zum nächsten Park, und dort verteilten sie Futter für die Katzen. Wassernäpfe stellten sie nicht hin, denn hier ist ein kleiner Bach, der sich durch den Park schlängelt. Keine Stunde später fuhren sie zur Station.
„Dort holte mich Beatrice heraus, und trug mich ins Haus. Eine strenge Frau sah mich prüfend an, und wog mich sogar.
2300 Gramm, hörte ich sie sagen. Dann bekam ich eine Spritze und dies gefiel mir gar nicht. An meinem Ohr knipste sie mir auch etwas herein. Hörte mal, da sind meine Daten drauf, falls ich verloren gehe. Praktisch, brauche nur noch einen Menschen, der mich lieb hat.“
„Vera, war die Touristin heute hier, die unbedingt einen Hund mit nach Hause nehmen möchte?“
„Nein, noch nicht. Sie kommt gegen vier Uhr. Sie heißt Annette, und hat eine sehr angenehme Ausstrahlung. Bei ihr würde ein Hund es sehr gut haben! Das sieht man ihr an.“
Joschi kam in eine Box, wo schon zwei kleine Hunde sind. Dies war nicht so gut. Er bellte, was die Seele hergab.
„Ohje, was ist nun los? Joschi, was gefällt dir nicht? du darfst dich ruhig mit den Kleineren anfreunden. Sie tragen das gleiche Schicksal, wie du.“
Er gab keine Ruhe. Da öffnete sich die Stationstür, und Annette trat herein.
„Wer bellt denn hier so sehr? Ist da jemand verletzt?“
Sie begrüßte die Frauen und ging zur Box, wo die drei kleineren Hunde drin waren.
„Was bist du für ein Krachmacher? Kann ich diesen Hund mal näher anschauen?“
Vera lächelte und sagte:
„Joschi war weggelaufen, weil er nicht mit umziehen darf. Er lebte sieben Wochen auf der Straße. Ist geimpft und gechipt. Er würde gut zu ihnen passen Annette.“
Sie holte ihn aus der Box und Joschi leckte ihre Hände, und legte sich vor ihr hin. Sie krauelte sein Bäuchlein und lächelte.
„Ich nehme ihn mit nach Norderstedt. Können sie mir die passenden Papiere fertig machen?“
Annettes Mann war auch gleich begeistert von Joschi. Er ist ein Sonnenschein. Nur mag er nicht so lebhafte Menschen und laute Stimmen. Die Eingewöhnungszeit klappt sehr gut und Joschi erreicht die Herzen der Menschen, denn sein Anblick bringt Frauenherzen zum Schmelzen.