Treffpunkt Rosenquelle
© Mari-Wall
Rosina konnte endlich frei bekommen, um auf Borkum ihren Urlaub zu verbringen. Viele Jahre fuhr sie nach Italien in die Toskana. Nun ist ihr sehnlichster Wunsch in Erfüllung gegangen. Ihre Freundin Martina fährt bereits viele Jahre dort hin. Sie verspricht: „Es ist ein Paradies der Erholung.“
Borkum wird das ganze Jahr genutzt für Erholungsphasen. Der Strand, das Meer und die Kraftfelder führen dazu, dass Menschen mit psychischer Erkrankung, rascher genesen. Man wird durch kulturelle Optionen sehr inspiriert. Der weitläufige Strand bietet viele Möglichkeiten. Am Wassersaum entlang zu laufen, lässt die Atemwege rascher genesen. Die Menschen mit Asthma können sich viel besser erholen und in die Heilung kommen. Man spricht ja davon, dass Menschen in den Bergen die See nutzen sollten für die Heilungsprozesse. Umgekehrt ist dies auch empfehlenswert. Sicher ist es für die medizinischen Erkenntnisse weitreichend und erfahrungsreich. Nie wird sich ganz klären, weshalb manche Orte besondere Heilungskräfte aufweisen.
Rosina ist mit dem Schiff auf die Insel gekommen. Gerne würde sie länger bleiben, als nur 7 Wochen. Martina wollte
diesmal fliegen. Früher fuhr sie mit der Bahn zu ihrem Urlaubsdomizil. Ihr Freund fuhr öfter auch mit dem Auto, dies war praktischer, wenn man längere Zeit bleiben möchte und mehr benötigt.
Geht man die Strandpromenade entlang, kommt man direkt zur Villa Rosa. Ein wunderbares Anwesen. Der Seitenflügel wird von der Familie Rosa-Steinberg bewohnt. Lutz Steinberg heiratete Margarete Rosa und sie waren sich einig, den Namen Rosa nicht abzulegen. Die Gründerin Marita Rosa erbte diese Villa von ihrem Vater Robert Rosa das Anwesen. Diese Tradition sollte erhalten bleiben. Villa Rosa vermietet über das ganze Jahr Zimmer mit Frühstück. Es wird sehr gerne angenommen, denn sie sind stets ausgebucht. Anmeldungen werden immer ein bis zwei Jahre im Voraus getätigt.
Kerstin beriet sich mit ihrem Sohn Romio, ob sie dieses Jahr nach Borkum fahren wollen. Romio hat gerade eine Trennung hinter sich. Seine Freundin Lucia trennte sich urplötzlich von ihm. Ein Zettel lag im Briefkasten.
„Romio mein Handy wurde geklaut, also kannst du mich nicht mehr erreichen und ich verlasse dich, denn du bist mir zu langweilig. Ich will mein Leben genießen.“
Kerstin fand ihn sehr zerknirscht vor und es brauchte seine Zeit, bis der Junge mit ihr darüber sprach.
„Mama, ich muss weg. Brauche Abstand und etwas anderes. Kommst du mit nach Borkum? Habe schon gebucht gehabt, denn ich wollte Lucia überraschen. Dies ist nun ein Flopp geworden.“
„Junge, gerne komme ich mit. Für mich tut ein Tapetenwechsel auch gut. Hörte, dass Borkum der Renner ist für neue Kräfte sammeln.“
Sie fuhren mit der Bahn, denn Romio nutzte die günstigere Variante.
Rosina buchte sich zuerst ein. Kurze Zeit später traf Martina und Rik ein. So nach und nach trudelten alle Gäste in die Villa. Kerstin sah, dass sie die letzten sind. Nachdem sie alle eingecheckt hatten, wurden sie informiert, dass um 18:00 Uhr ein Begrüßungstrunk erfolgt. Anschließend werden kulturelle Angebote vermittelt und die gastronomischen Möglichkeiten für den Gaumen.
Rosina hatte ihr Gepäck rasch in den Schrank gelegt und ging ein wenig um die Villa herum. Es ist ein wunderbares Anwesen. überall blühen Rosenbüsche. Vor allem in verschiedenen Farben und Varianten. Es duftet so herrlich, als wäre man in Rosenduft einbalsamiert worden. Sie lief einen kleinen Weg in südlicher Richtung und stellte fest, dass dort eine Weißdornhecke sich befindet. Sie hörte Wasser plätschern. Vom Meer kann dies nicht sein. Dies ist viel zu nah. Sie umquerte die Hecke und sieht eine altmodische Holzbank. Wie aus Königshäusern früher. Davor ist eine Quelle und es lädt zum Verweilen ein.
„Oh wie romantisch. eine Rosenquelle!“
Die Zeit verstrich und Rosina kam ins Träumen. Ein leichter Schlaf übermannte sie. Der Arbeitsstress hatte sie urlaubsreif gemacht. Sieht ganz so aus, als bräuchten sie alle dringend diesen Tapetenwechsel. Die Kirchenglocke schlug 18:00 Uhr. Sie schrak hoch und wunderte sich, wo sie war. Kurze Zeit später lief sie rasch zur Villa und sah, dass sie bereits auf sie gewartet hatten. Ihr wurde der Begrüßungstrunk gereicht und wie es der Zufall will, war nur der Platz neben Romio frei.
„wo warst du? Hattest wohl die Zeit verpennt?“
„Nein, war schon sehr früh fertig und lief ein wenig die Gegend ab und entdeckte die Quelle.“
„Quelle? Wo ist sie? Kannst du sie mir zeigen. Brauche dringend etwas Stille.“
„Ja, wenn du magst, zeige ich es dir anschließend.“
Nach einer Stunde wussten sie alle Bescheid, wo was zu finden ist und welche Möglichkeiten es gibt. Kerstin stupste Romio an und flüsterte:
„Junge, du stierst das junge Mädchen an. Ich denke du suchst Stille, um den Verlust zu verschmerzen?“
Er nickte ihr zu und war ganz verlegen, dass sie es bemerkte.
Kerstin teilte ihn mit, dass sie auf Zimmer geht, denn die Fahrt war doch anstrengend. Die Gruppe löste sich rasch auf und Romio ging zum Ausgang und fand Rosina an der schönsten Rosenpflanze vor.
„Diese Rosensorte ist besonders hübsch. Wie heißt diese Rosenart?“
„Es ist eine Augusta Luise. Ihre apricot bis rosafarbenen stark gefüllten Blütenblätter heben die Schönheit besonders hervor.“
„Wo geht der Weg hin? Gibt es dort noch mehr Rosen?“
„Ja, mehrere Leonardo da Vinci. Ihre Blüten sind kräftig rosa und sehr blühfreudig und robust. Die Nostalgie cremeweiß mit kräftig rotem Rand, gefällt mir sehr gut.“
„Rosina, es sieht hier aus, wie im Garten Eden. Ein Rosenparadies. Beruhigt bestimmt verletzte Herzen? Sicher auch für stille Momente zur Erholung vom Stress?“
Bevor die Weißdornhecke sichtbar wird, steht noch eine schmiedeeiserne Eckbank an der Hauswand. Eine sehr alte Zeder schmückt die Grillecke. Sie bietet genügend Fläche für eine Grillparty. Der Platz ist sehr sauber und mit Splitt aufgefüllt.
Die Wegbiegung führt zum Wintergarten. Leise gehen sie weiter, denn dort sitzt die Haushälterin und liest sicher einen spannenden Kriminalroman. Sie schlichen sich leise weiter zur Rosenquelle. Romio nahm Rosina zaghaft an die Hand und flüsterte:
„Wo ist nun die Quelle? Ich höre sie zwar, kann sie noch nicht sehen?“
„Komm nur weiter. Hier ist sie doch.“
Nachdem sie um die Hecke kamen, sah Romio die Schönheit der Rosenquelle. Staunend sah er sich das herrliche Fleckchen an und lächelte Rosina an.
„Oh, wie romantisch es hier ist. Wollen wir uns setzen? Ich würde gerne hier verweilen.“
„Gerne, die Stille und der Duft von den Rosen, lassen einen zur Besinnung kommen.“
„Rosina, darf ich fragen, was dich hierherführte? Mein Grund ist, dass ich einen Verlust loslassen will“
„Wie Romio, ist jemand verstorben?“
„Nein, meine Freundin hat mit einem Zettel im Briefkasten die drei Jahre einfach so beendet.“
„Oh, das ist natürlich nicht schön. Vielleicht gab es ja schon längere Zeit Anzeichen, die du nicht bemerkt hast. Bei mir ist es nur Erholung vom Stress. Ich war sonst immer in der Toskana. Martina, meine Freundin riet mir, doch mal meinen Urlaub auf Borkum zu machen. Sie hat recht mit ihrer Behauptung. Es ist ein Kraftfeld für die Seele.“
Indessen ist Martina mit ihrem Lesekreis am Strand und genießt die gute Luft. Rik begleitet sie oftmals hierher, denn er braucht die Seeluft, wenn er mit seiner Harley unterwegs ist. Dafür führt er immer einen zweiten Motorradhelm mit.
„Rosina magst du mit mir die Insel morgen anschauen? Meine Mutter Kerstin hat sicher auch eine eigene Tour vor. Sie liebt es am Strand zu liegen und der Sonne Gesellschaft zu leisten.“
Die nächsten Tage nahmen sie stets gemeinsam ihre Erkundungen vor und am Abend saßen sie an der Rosenquelle. Um Mitternacht besahen sie sich den Himmel. Oftmals bekamen sie auch Besuch. Die Hauskatze Lara gesellte sich zu ihnen. Ihr rotweißes Fell hat den beiden es angetan. Thelma begibt sich meistens zu Kerstin und freut sich, wenn sie am Abend mit ihr noch eine Tour am Strand unternimmt. Natürlich waren sie auch öfter am Strand und genossen die Sonne. Manchen
Strandbesuch füllten sie mit einem Wellenspiel aus. Hier ist die See stürmischer und für Jung und Alt einfach herrlich.
Romio hat Lucia losgelassen und freut sich auf die kommende Zeit. Rosina ist nicht abgeneigt, sich mit ihm wieder zu verabreden. Sie gaben sich das Versprechen, im Herbst für drei Wochen hier zu buchen und der Villa Rosa mit ihrer Rosenquelle treu zu bleiben. Kerstin ist begeistert, dass Romio zwar nicht
Julia fand, aber dafür Rosina,