Sigrid und ihre Tricks
© Mari-Wall
„Claudia, wo bist du? Kannst du mir Tiffy mal ausleihen?“
„Was willst du denn von ihr? Sie war doch die ganze Zeit mit Cookie im Garten.“
„Mir ist da so eine Idee gekommen. Tiffi könnte mir helfen bei den Maulwürfen.“
Claudia schaute sie mit großen Augen an.
„Was soll sie denn machen? Ich hoffe doch Sigrid, du hast es gut überdacht. Es soll ja niemand zu Schaden kommen.“
„Das weiß ich doch. Schließlich sind Maulwürfe auch so süße Tierchen. Wenn ich mir vorstelle, dass sie am Tag schlafen und in der Nacht herumtollen, da frage ich mich, wie sie in der Dunkelheit ihren Tunnel finden? Ihr habt ja nachts die Hof-Lampe aus. Oder haben sie eine Sichtschutzbrille, wie es für die Blinden gibt?“
Nun trat Andreas hinzu und lachte so sehr, dass ihm tränen über die Wangen rollten.
„Ja, so eine Metta mit Sprache. Wäre doch cool und dann bräuchten sie nur noch loslaufen und finden den Weg endlich zum Acker.“
Sigrid schaute sie nun fragend an.
„Meint ihr, dass es solch eine Brille für Maulwürfe gibt. So könnten doch auch blinde Babys damit sehen?“
„Nun berichte doch, was du vorhast und was Tiffi dabei machen soll?“
Sie hob ihren Zeigefinger und drehte sich im Kreis und richtete ihn zur Wiese.
„Dort beim Parkplatz ist hinterm Busch ein Tunneleingang. Tiffy soll sich davorsetzen und fauchen, damit sie glauben, dass sie in den Tunnel kommt. Ich gehe zum anderen Ende und fauche ähnlich wie Tiffy. Wir machen es so lange, bis sie von selbst den Tunnel verlassen und den dritten Eingang zum Ausgang machen und beim Feld herauskommen. Dann stellen wir in das Loch einen Baumstamm herein und machen ihn Fest, damit er nicht umfällt.“
„Glaubst du, es wird uns gelingen, sie umzusiedeln?“
Sigrid nickte eifrig.
„Ja, so will ich es mit Tiffy versuchen und ihr könnt ja die Baumstämme reinklopfen. Dort hinten an der Straße liegen genug.“
Claudia streichelte Sigrid über die Haare und lächelte.
„Wir können es ja mal versuchen. Nur die Stämme gehören den Nachbarn Kim, denn er will seinen Zaun ausbessern.“
„Wir können ihn doch fragen, ob er drei entbehren kann?“
Kim stand an seinem Zaun und hörte die Idee von Sigrid.
„Mädchen, so machen wir das. Ich helfe dir mit.“
Tiffy staunte, was sie vorhat. Nahm sich vor, Sigrid zu unterstützen.
Alles wurde ausprobiert, doch sie hatten keinen Erfolg. Die Maulwurffamilie trat zwar heraus und schauten sich um, was da für ein Krach war, drehten sich wieder um und liefen zwar Richtung Acker, doch vorher verschwanden sie in einen neuen Tunnel. einige Minuten später schaute Vater Maulwurf am Nachbarzaun heraus. Strich sich über die Barthaare und es sah aus, als lächelte er.
Sigrid sah ein wenig verärgert aus, sah sich dann um und murmelte, mir wird schon etwas anderes einfallen.“