Himmelsschaukel
© Mari-Wall
Es herrscht wieder eine Hitzewelle in Norddeutschland. Kinder hatten vor den Sommerferien bereits hitzefrei. Niemand mochte wirklich zur Arbeit gehen, geschweige noch in die Schule. Sogar die Kleinsten wollten lieber an den Strand. Mit den Füßen am Wassersaum entlanglaufen, macht definitiv mehr Spaß, als sich auf der Schulbank herumzudrücken. Marcel nimmt gerne auch mal eine Rüge in Kauf, statt sich zu quälen. Jedes Kleidungsstück ist einfach zu viel.
„Wie mag es bloß den Haustieren dabei ergehen? Sie sind doch viel schlechter dran, als der Mensch. Sie können sich nicht einfach mal entkleiden! Ihr Pelz bleibt wo er ist und auch das Federkleid, kann kein Vogel so ohne Grund ablegen.“
In den Medien warnen sie dringend sparsamer mit dem Wasser umzugehen. Gärten und Parkanlagen geringer zu gießen. Traurig ist schon, dass wir hier im Norden die afrikanischen Sonnenverhältnisse bekamen. Mit dem
Wassermangel können sie besser umgehen, als wir hier im Norden. Bei uns geschieht dieses seltener.
„Wir haben wirklich noch Glück, dass der Regen öfters einsetzt. Nur veränderte sich das Klima auch hier und die Natur, sowie der Mensch steht damit im Wandel.“
Marcel hatte wieder einmal sein Abenteuerherz in den Strandabschnitt bewegt, der für ihn als Verbotsschild steht. Seine Eltern,
sowie die von seinem Freund Volker ermahnen sie regelmäßig. Sie verstehen nicht, weshalb sie dort nicht sein dürfen. Schließlich verbirgt sich dort allerhand verborgenes. Marcel besprach mit Volker, dass sie sich am Nachmittag im verbotenen Abschnitt treffen.
Sie bekamen wirklich Zeit für sich allein, denn der Rest ihrer Familien wollten mit den Kleineren Geschwistern auf den Abenteuerspielplatz fahren. Mit 13 Jahren hat man keine Lust mehr darauf. Sie klatschten vor
Begeisterung in die Hände und freuten sich der freien Zeit.
Sie trafen sich pünktlich drei Uhr Nachmittag am verbotenen Strandabschnitt. Die Sonne knallte heiß herab. Zum Glück trugen sie ihre bunten Cappys.
Aufgeregt liefen sie in die Richtung zum Felsen. Man sah direkt, dass noch kleinere im Umfeld standen. Irgendwie sah es aus, als wäre ein verborgener Eingang zu erkennen.
Kater Mika schlich den Jungs nach und wunderte sich sehr, dass sie sich hierher wagten. Schließlich verboten die Erwachsenen ihnen es. Besser ich bleibe ihnen auf den Fersen.“
Marcel eilte voraus und Volker schlich hinterher.
„Bleibe doch mal stehen. Ich wollte doch nebenbei nach Muscheln und Hühnergötter schauen. Mama liebt diese Glücksbringer. Sie stehen bei uns überall zwischen den Blumentöpfen.“
„Wie bei euch auch? Papa verteilt sie im Garten, damit die Blumen besonders blühen und wachsen. Sogar an der Hundehütte von Maxi hängt einer. Wenn Maxi auf Wachposten ist, dann bellt er den Hühnergott stets an. Als könnte er ihm in die Quere geraten.“
Mika war auf der Hut, denn die Jungs traten in den Felsenbereich hinein. Die Absperrung ist nicht gut gesichert. Sie schauten sich um und befanden es für Okay.
„Sollte ich sie vielleicht doch lieber warnen? Oder wäre es zwecklos? Ich bleibe lieber bei ihnen und schleiche mich mit hinein.“
Marcel zitterten die Arme vor Aufregung. Volker stand nun hinter ihm und ihm zitterte die Stimme.
„Ist der Eingang verschlossen? Können wir einfach so einsteigen? Marcel, nun öffne doch endlich die Tür.“
Sie ließ sich nicht öffnen. Alle Kraft wandte er an. Kein Stück bewegte sie sich.
„Geh mal bei Seite. Lass mich ran, dann wird es schon klappen.“
Volker nahm die Geschichte nun in die Hand. Schob Marcel beiseite und wollte mit Schwung öffnen. Es klappte bei ihm genauso wenig. Er kramte in seinen Hosentaschen und zog einen alten Dietrich hervor. Marcel bekam große Augen, als er ihn in das Schloss steckte. Kraftvoll drehte er im Schloss herum und mit einem Mal war sie offen. Sie leuchteten mit ihren Handys hinein. Es ging in eine dunkle Höhle. Sie war schmal und von den Wänden hingen spitze Zacken herab.
„Was mag das mal gewesen sein? Ein Lager für Kriegsmunition? Oder Verstecke für die Schmuggler im achtzehnten Jahrhundert?“
Mika traute sich weiter hinein. Er war nun am Eingang der Tür und schaute.
„Was machen die nur? Sie untersuchten eine Kiste in der äußersten Ecke der Höhle. Mika erschrak, denn er erinnerte sich der Warnung von damals. Keiner sollte die Höhle mehr betreten, denn es kam schon einmal vor, dass Kinder sich darin verletzten. Nur warum steht nun schon wieder solch eine Kiste darin. Was mache ich jetzt? Wie kann ich Hilfe holen. Besser ich fauche sie an. Vielleicht hauen sie dann ab. Mika fauchte was seine Stimme hergab. Brüllte gar, dass sie dumm sind und schnell verschwinden sollten. Es ist der Tot darin.“
Er lief weiter auf sie zu und biss Volker in die Ferse. Er schrie auf und drehte sich um.
„Was willst du? Mache dich vom Acker!“
Währenddessen öffnete Marcel die Kiste und er verdrehte die Augen.
„Wahnsinn! Wer hat dies hier gelagert? was machen wir nun? Melden wir es, bekommen wir ärger. Nur hier lassen können wir es nicht, denn dies ist viel zu gefährlich.“
Mika ging wieder direkt auf sie zu und fauchte wieder. Sprang hoch und schlug Marcel das Handy aus der Hand. Dabei flog es weit weg und er sprang auf die Tasten. Sofort löste es einen Notruf aus.
Panisch reagierten die Jungs. Wollten aus der Höhle rennen und plötzlich fiel ein Brocken herab und traf Mika und Volker. Sie waren sofort bewusstlos. Marcel hörte die Stimme im Telefon.
„Hier spricht die Notrufzentrale, bitte melden sie sich. Was ist passiert.“
„Mein Freund und die fremde Katze sind von einem Brocken erschlagen worden. Sie liegen hier in der Höhle.“
„Nun einmal ganz langsam Junge. Wo seit ihr? Wie heißt du? Wer ist noch bei dir?“
„Ich bin Marcel und mein Freund heißt Volker und die Katze ist mir unbekannt. Wir sind im verbotenen Abschnitt am Strand Süd-West.“
„Bleibe ganz ruhig. Es kommt sofort Hilfe. Was ist in der Höhle?“
Keine zehn Minuten später hörte er das Martinshorn. Nochmal einige Minuten, die wie eine Ewigkeit dauerten kamen drei Rettungssanitäter und auch von der Polizei zwei Personen in Uniform.
Es wurde sofort gehandelt. Der Brocken wurde bei Seite gerollt und Volker sofort auf die Trage gelegt und Marcel herausgeführt. Die Männer in Uniform gingen zur Kiste und sicherten sie. Ein Sanitäter nahm sich dem Kater an. Sah, dass er ein wenig gestreift wurde, aber lebte. Trug ihn hinaus ins Licht.
Untersuchte ihn und bemerkte, „er wird wieder“.
Mika war ins Land der Träume geraten. Er saß in der Himmelsschaukel vom Garten Eden. Wenn er am Strand liegt, besucht er immer die Himmelsschaukel, um zu meditieren. Eines Tages wird er dort sich ausruhen, ehe er ein neues Abenteuer auf der Erde wieder aufnehmen wird.
Volker wurde ins Krankenhaus gebracht und Marcel befragten sie gründlich. Natürlich wurden die Eltern informiert und ein Polizeiaufgebot holte die Kiste ab. Die Höhle wurde neu gesichert und diesmal kam der Maurer und begann sofort sie zuzumauern. Ein dicker Eisenring wurde herumgelegt und extra gesichert. Nun dürften keine neugierigen Kinder mehr darin etwas finden, geschweige hineinkommen.
Die Katze war natürlich ein Kater! Mika war beleidigt, dass die Jungs ihn nicht einmal richtig angeschaut hatten. Zum Glück erholten sich alle vom Schrecken. Marcel ging nun mit Maxi öfters zum Strand und besuchte Mika, denn er hat großes geleistet. Volker bekam von seinen Eltern auch einen Hund , damit er eine Aufgabe hat.
„Hund, wie soll ich dich nennen? Am besten Gottesruf, denn ich sah im Traumland die Himmelsschaukel und den Klang der Glocke hörte ich. Zum Glück schenkten sie mir kein
Meerschweinchen, denn die mag ich nicht wirklich.“
„Volker, wie war es so im Traumland?
Hattest du wirklich den Gottesruf vernommen?
Waren deine Traumbilder wie in Echtheit? Wie war das
besondere Licht? Hörtest du auch die
Harfe spielen?“
„Marcel, genug mit der Fragerei. Ja, alles ist richtig. genauso fühlte ich es. Mir schien, als würde die Sonne flüstern.“
„Also, ein Sonnengeflüster vom Paradies zur Erdensonne?“
„Mir schien der Regenbogen ebenso besonders und noch schöner als vom Erdplaneten. Es lag darin viel mehr
Kraft. Es war alles in Leichtigkeit und niemand war ungeduldig.
Geduld war kein Zwang mehr, so wie es oft gefühlt wird.“
„Die Menschen sind immer im Zweifel. Können sie nicht an die
Wahrhaftigkeit glauben? Die
Geselligkeit verstehen sie anders, als wie ich es vermittle. Mögen sie aufwachen und meine Weisheiten mehr in sich aufnehmen und ins Leben führen.
So erhalten sie den inneren Frieden viel leichter für sich. Sie begreifen die Segnung auch anders, als wie mein Himmel es vermittelt. Nur mögen sie lernen und verstehen, dass ihr Leben ausreichend ist für alle Erfahrungen ihrer Zeit und der Seelen bedarf.“
„Mika, du bist deiner Zeit gerecht. Lebst in der Weisheit sehr
nah oder bist fern.
Verstehst die Lebensquelle, wobei Menschen sehr lange benötigen, um sie in sich zu finden und zu sehen. Genießt den
Sternenstaub in seiner Klarheit. Deutest ihn genauerer als der Mensch. Viele Wege des Glaubens und der Kraftversorgung steht
im Sand geschrieben. Schon die Götter des Anfangs schrieben Worte der Zeit zur
ewigen Liebe hinein. Mika, du bist einer der sich selbst vertraut und die Schöpfungskraft in der Ganzheit verstehst. Dein Herz sieht die Wahrheit. Mögen alle Wesen der Zeit, sich selbst sehen und ihre Wahrheit erkennen, damit sie das Leben ihrer Zeit nutzen und verstehen.“

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