Lux & Fuchs
© Mari-Wall
Nach 41 Jahren gibt es im Waldgebiet am äußeren Rande von Pössneck wieder Luxe. Das Waldgebiet war schon immer ein besonderer Platz. Als Kind sammelten wir Heidelbeeren, Pilze, Walderdbeeren, sowie Preiselbeeren. Es gab sogar viele Büsche mit Himbeeren und Brombeeren. Natürlich wanderte oft auch beim Sammeln für die Familie, allerhand in die Schnute. Auf den Baumstümpfen saßen wir gerne, denn der Geruch von geschlagenem Holz ist herrlich. Nicht nur wir Kinder liefen dort gerne hin, nein auch die Füchse und neuerdings Luxe finden sich dort ein. Damals war der Wald schon ein Paradies und heute ist er wieder ein besonderer Platz für die
Luxe.
Zurzeit kann man ein Luxpärchen beobachten, denn sie halten sich in dem damaligem Gebiet auf. Genau dort, wo heute noch so viele Baumstämme herumliegen. In der Nähe hat auch eine Fuchsfamilie ihren Bau. Die kleinen Füchse werden noch sehr bewacht. Sie dürfen erst lernen, wie sie sich zu verhalten haben.
Laut Naturgesetz sind sie sich nicht grün. Eher Konkurrenten. Man könnte auch sagen, „sie können sich nicht riechen.“
In unserem Fall macht die Natur eine Ausnahme, denn in der Nacht schlich sich ein Luxjunges vom Elternplatz weg. Mitten in der Nacht wollte Nik auf Erkundung gehen. Die Luxeltern schliefen und seine Schwester Nina. Der Mond strahlte in der Sichelform und leuchtete ihm den Waldboden ab. Sein Weg führte ihn zum Platz, wo die Stämme liegen. Dort sah er am Tage Fuchskinder aus dem Bau schauen.“ Ob der Fuchsjunge Mirko Lust hat mich zu begleiten? Vielleicht kann er auch nicht schlafen?“
Nik saß nun hinter dem kleineren Baumstamm und rief Mirco.
„Mirko, schläfst du? Ich warte auf dich, denn ich will den Wald gerne in der Nacht sehen und erforschen.“
Es wurde still um ihn und von Weitem hörte er nur Master Uhu.
Mirko schlief nicht wirklich, aber ihm klingelten noch die Worte der Eltern im Ohr.
„Geht nicht ohne unsere Begleitung aus dem Bau. Der Wald birgt viele Gefahren. Vor allem sind Luxe wieder zu sehen. Sie könnten euch gefährlich werden. Was mache ich nur. Nik hat gerufen und er ist doch, wie ich ein Kind. Wieso sollte er für mich eine Gefahr darstellen? Ich schleiche mich mal leise aus dem Bau und frage Nik, was er will?“
„Mirko, toll dass du wach bist. Hast du Lust mit mir den Wald zu durchwandern? Es gibt sicher vieles zu sehen, was der Tag uns nicht zeigt.“
„Nik ich komme gerne mit. Meine Eltern haben mich zwar gewarnt vor euch, doch glaube ich nicht, dass ihr eine
Gefahr seid.“
„Meine Eltern haben mir auch gesagt, dass ich nicht mit dir spielen darf, doch weshalb verstehe ich nicht.“
„Wo wollt ihr in der Nacht hin, Kinder?“
Sie schauten sich erschrocken um. Nichts war zu sehen.
„Schaut mal hier hoch, dann könnt ihr mich erkennen. Ich bin es, Master Uhu.“
„Kannst du auch nicht schlafen, wie wir?“
„Was macht der Nachwuchs von Lux & Fuchs hier um diese Zeit? Wollt ihr der Natur einen Streich spielen und euch anfreunden?“
„Master Uhu, weshalb dürfen wir nicht zusammenspielen? Unsere Eltern verboten es uns. Wäre doch toll, wenn unsere kleinen Schwestern sich auch anfreunden. Sie können ja dafür den Tag nutzen.“
Master Uhu kicherte leise.
„Für unseren Wald wäre es zum Vorteil, wenn wir alle Freundschaft schließen würden. Wir können uns ja Vegan ernähren ab sofort.“
Nun lachten sie gemeinsam. Master Uhu flog in die Nacht und man hörte sein tiefes Lachen noch im Nachhall. Nik und Mirko durchstreiften die Gegend , bis sie müde wieder in ihre Elternbehausungen zurückkehrten. Im Fuchsbau war es still, bis die Morgensonne ihre Augen öffnete. Die Fuchseltern gingen auf Futtersuche und hörten über sich, Frau Gabi Eule rufen:
„Familie Fuchs, wollt ihr zum Kornfeld und euch jetzt Vegan ernähren? Familie Lux hatte ich auch schon gefragt, als sie auf die Jagd wollten?“
Sie schauten zu ihr hoch und wunderten sich über diese Fragestellung.
„Weshalb stellst du so merkwürdige Fragen? Wir sind doch keine Veganer!“
„Master Uhu berichtete davon. Kommt doch am Nachmittag an die Baumreihe, wo die vielen Fahnen stehen. Dort ist Versammlung heute.“
„Was soll das werden? Wieder so ein neumodischer Kram.“
Sie liefen bis zu den Bäumen, wo die Lupinen blühen und der junge
Fahn steht. Plötzlich spürten sie zarte Regentropfen.
Rasch nahmen sie einige Pilze und liefen zurück. Vater Fuchs hob noch den Fliegenpilz
auf, denn er kennt seine starke Wirkung bereits. Am Rande von dem einen Baumstamm lag eine Blechtrommel. Er nutzte sie und packte die Pilze hinein. Die
blaue Glasflasche legten sie unter die Blechtrommel und rollten so ihre Mahlzeit nach Hause. Mama Fuchs trat zu weit nach links und streifte die Distel und kam aus den Takt. Sie fiel hin und mitten in eine Brennnessel hinein.
Rasch half er seiner Füchsin und lief mit ihr zum Teich, damit sie die Wunden kühlen konnte. Kaltes Wasser hilft rasch, das weiß er noch aus seinen Streifzügen der Jugendzeit. In diesem
Teich, wurde so manche Wasserparty gemacht. Sie kamen bereits an die Brücke, die zum Ort führte.
„Wir sind vom Weg abgekommen und sollten uns unbedingt rechts halten, dann kommen wir auch zu unserem
Bau zurück. Die Kleinen werden sicher schon unruhig. Hoffentlich machen sie keinen Blödsinn? Wenn die Brücke in Sicht ist, sollten wir den Kindern sagen, dass sie nie dort hinüber gehen dürfen.“
Über diese Brücke geht es direkt zum Friedhof. Beim hinteren Bereich des Friedhofes, ist eine Hüttenhöhle, wo Hasso der Wachhund wohnt. Ares der rote Kater streift ebenfalls dort herum, denn er besucht seine Freundin die Katze Mary.
Als sie endlich wieder bei ihrem Bau ankamen, war alles friedlich. Sie erschraken, als ihr Nachwuchs mit den Luxkindern im Frieden miteinander spielten. Später gingen sie zum Treffpunkt und die Tiere des Waldes besprachen ihre neue Situation und ob sie nun alle Vegan sich ernähren, werden wir mal still weiter beobachten.

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