Ein fremder Gast
© Mari-Wall
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Wie die Monate in diesem Jahr weglaufen, dass ist schrecklich.
„Meine Urlaubsplanung war doch erst in die Gesprächsaufnahme genommen worden.“
Max wollte unbedingt die Inseln an der Nordsee kennenlernen. Seine Tante Anna verliebte sich vor 30 Jahren dort und blieb. Typisch für Reisende zu diesen Inseln. Max hatte so viele Träume im Herzen und wundert sich plötzlich, dass er Reisefieber bekam. Ihn verschlug es nach Norderstedt, denn seine Eltern wollten für einige Jahre nach Amerika auswandern. Beruflich bedingt verbrachten sie ständig einige Jahre im Ausland. Er persönlich mochte dieses Wanderleben gar nicht. Ein guter Freund seiner Eltern, nahm ihn unter seine Obhut. Somit landete er in der Gastronomie. Schon nach kurzer Zeit, war er der Liebling der jungen Menschen. Seine angenehme Ausstrahlung sprang rasch über. Joseph, ein alter Hase dieser Gastronomie, hatte sein Augenmerk auf ihn gerichtet.
„Max, ich bin stolz, dass du so rasch deine Unsicherheit überwunden hast und so gut mit den Gästen zurechtkommst.“
Verlegen über dies Lob, bekamen seine Wangen eine leichte röte. Am liebsten würde er sofort
zu Tante Anna fahren. Doch ist mitten im Sommer kein Urlaub drin. Gerade in der Hochsaison ist Urlaubssperre. Bei einem Familienbetrieb kann es auch keine Ausnahmen geben. Joseph klopfte ihm auf die Schulter und flüsterte:
Gleich nach Weihnachten kannst du es umsetzen. Überrasche deine Tante einfach.“
Ihm verschlug es die Sprache, denn er nickte nur.
„Sie kennt ihn ja gar nicht. Seine Mutter sprach selten von ihr. Vielleicht sind sie sich nicht grün und sie will von mir nichts wissen? Ob ich wirklich einfach bei ihr im Hotel auftauchen soll? Sicher ist über Weihnachten alles voll und er bekommt kein Schlafplatz mehr. Wie hieß es nur? Den ganzen Tag grübele ich schon und mir fällt es nicht ein.“
Nun traf eine Gruppe von 13 Personen ein. sie hatten vorbestellt. Somit herrschte ordentlich Betrieb und zum Grübeln war keine Zeit mehr. Später ist auch noch Zeit dafür. Annette machte ihm den Vorschlag mal im Internet zu schauen.
„Kann sie Gedanken lesen? Oder war ich so leichtsinnig es laut zu sprechen? Wie hieß das kleine Hotel nur? Ach ja, „Taubenblau“. Sie haben 13 Doppelzimmer und drei für Einzelpersonen. Da kann ich doch nicht unangemeldet aufschlagen. Lustig wäre es schon, als fremder Gast dort aufzutauchen.“
Der Gedanke festigte sich und Max nahm sich vor, über die Weihnachtstage bis ins neue Jahr auf Amrum zu bleiben. Der Sommer zeigte sein Ende an und ein wohliges Herbstflüstern entstand durch das Blätterrauschen. Idyllisch ist der Herbst schon, doch langsam zeigt sich der Vorbote für den weißen Mann. Der Winter und die himmlische Zeit beginnt.
Joseph bestärkte sein Vorhaben und riet ihm: „Auch Spezialitäten mitzunehmen. Es macht Sinn eine Überraschung im Gepäck mitzuführen, wenn man selbst als fremder Gast aufschlägt.“
Max besorgte sich Lübecker Köstlichkeiten, Hamburger Speck und so manche Nettigkeit. Sein Koffer war reichlich gefüllt, sogar noch Kleidung fand seinen Platz darin.“
Am 22. Dezember fuhr er in den frühen Morgenstunden von Hamburg ab und traf einige Stunden später in Dagebüll ein. Sein Inneres war sehr aufgewühlt. Die Fähre geht in einer Stunde. Sein Blick erhaschte einen Fischstand und ihm lief das Wasser im Mund zusammen.
Mit großen Schritten lief er darauf zu. Begrüßte die nette Bedienung und bestellte sich ein Matjesbrötchen.
„Moin junger Mann, willst Urlaub hier machen? Oder geht es schon wieder Heimwärts?“
„Nein, ich will zur Fähre nach Amrum. Möchte dort meine Tante besuchen.“
„Na, hoffe du hast ein Zimmer reserviert. Um diese Jahreszeit ist immer Hochsaison auf Amrum.“
„Max schaute sie nun verlegen an.
Ich wollte sie überraschen.“
„Na, hoffentlich geht es nicht schief. Meine Eltern haben auf Amrum ein kleines Hotel. Solltest du kein Glück haben, dann versuche es doch im Hotel Taubenblau.“
Nun bekommt er große Augen und fragte das junge Fräulein:
„Heißt deine Mutter Anna und ihr Mann ist Jan Petersen?“
Verdutzt sah sie ihn genauer an. Wurde dabei sehr unruhig.
„Woher kennst du sie?“
„Ich kenne sie nicht, sie sind Tante und Onkel. Anna ist die Schwester meiner Mutter und irgendwie hatten sie keinen Kontakt. Da ich Urlaub habe und die Eltern für mehrere Jahre in Amerika beruflich sind, dachte ich mir, dass ich sie mal besuche. Würde mich freuen sie kennenzulernen.“
„Wie? Du bist also Max? Lachend reichte sie ihm die Hand hin und lächelte. Ich bin deine Cousine Jasmina. Das wird eine Freude. Würdest du warten, ich habe 15:00 Uhr Feierabend und könnte dich begleiten. Möchte die Überraschung sehen. Bestelle lieber noch das letzte freie Zimmer vor. Könnte sonst zu spät sein.“
Max reichte ihr die Hand und nickte.
Sie fuhren gemeinsam nach Amrum und Jasmina erzählte ihm viel von der Insel und ihrer Familie.
Die jungen Menschen kamen zum Hotel und sofort standen Tante Anna und Onkel Jan vor dem Eingang.
„Deern, bringst du den fremden Gast mit? Ist er nicht der Sohn von Olga?“
Beide lächelten und nickten ihnen zu.
Komm Jung. lass dich willkommen heißen!