Hauptbahnhof
© Mari-Wall

Endlich beginnen die Sommerferien. Ihr werdet es kaum glauben, in Paris soll ein Austauschspiel zwischen Sankt Pauli und Paris FC stattfinden. Wahnsinn. Claudia ist schon voller Unruhe, dass sie ihren Koffer seid 3 Wochen fertig gepackt stehen hat. Ihr Mann Richard, ist da geduldiger und meint: „Mache nicht solch eine Panik meine Liebe, es reicht einen Tag vorher.“ Fin und Nic halten dagegen und haben ihre Reisetaschen gerade fertig gepackt, und sie griffbereit stehen. „Was für ein Wirbel Mama immer machen muss. Ihre Augen glühen schon vor Aufregung. Papa ist dagegen die Ruhe selbst. „Fin, glaubst du, dass es mit dem Zug besser ist, als fliegen?“ „Nic, mir ist es egal, ich finde die Zugfahrt kann auch spannend sein, denn du siehst mehr von der Landschaft.“
Die nächsten Tage verstrichen rasch. Claudia hatte die Fahrkarten und Platzkarten im Reisebüro geholt, denn sie wollte lieber etwas in der Hand halten, als es nur auf dem Smartphone haben. Sollte der Akku plötzlich leer sein, oder gar geklaut werden, ist sie auf der sicheren Seite.
Richard lächelte nur darüber. „Claudia, Claudia, male es Nicht so schwarz. lasse es doch locker angehen. Schließlich wollen wir entspannt in Paris ankommen.“
Morgen ist es soweit. Gegen 7:00 Uhr geht es ab Hauptbahnhof Hamburg los. In Paris sollen wir zirka 19:13 Uhr ankommen.“
„Wieso fährt der Zug länger, als der Flix Bus?“
Nic überprüfte es im Internet noch einmal nach. „Ich habe es, der Flix Bus braucht wirklich nur 8,15 Stunden Fahrzeit. Dagegen hält der Zug länger in Brüssel. Dort hat er wirklich längeren Aufenthalt. Wenn man will, kannst du dir die Füße vertreten und dir den Bahnhof anschauen. Man könnte die Hauptbahnhöfe vergleichen. Wäre doch interessant, welcher Hauptbahnhof den besten Anblick bietet.“
In Hamburg ist ständig zu jeder Uhrzeit Gewusel. Sie rennen alle zu ihren Zügen und haben keinen Blick für die Menschen. Dies könnte man ruhiger angehen. Doch sie hetzen, als wären sie auf der Flucht.
„Wir nahmen die Rolltreppe und kamen gut voran. Unser Zug steht noch Nicht da. Stellten uns in den vorgesehenen Abschnitt hin, wo der Wagen mit unseren Plätzen stehen soll. Einige Ansagen wegen Verspätung hörte man. Zum Glück Nicht unser Zug.“
Einige Minuten verstrichen, dann rollte er ein und quietschte ordentlich beim Bremsen. „Schmerzt arg an den Ohren.“
Rasch stiegen wir ein und fanden unsere Platzreservierungen. Nic und Fin nahmen sofort die Fensterplätze ein. Brav setzte sich Claudia und Richard neben sie und durften die Stöße der Einsteigenden mit Gepäck abfangen.
Richard murmelte vor sich hin, „Wir hätten doch lieber die erste Klasse nehmen sollen, dann wäre es angenehmer.“
Der Zug nahm nun die Fahrt auf. Es kehrte doch ruhe ein.
Auf der linken Seite saß ebenfalls eine Familie. Die Kinder waren fast im gleichen alter. Sprachen sehr aufgeregt über das bevorstehende Spiel.
Claudia wurde nun immer stiller und schloss ein wenig die Augen. hing ihren Gedanken nach und träumte vom Fußballspiel. Sie muss eingenickt sein, denn plötzlich ruckelte Fin an ihrer Schulter.
„Mama, Fahrkarten Kontrolle. Hole mal die Fahrscheine hervor.“
Der Kontrolleur las kurz und knipste ein Loch hinein. Ging weiter zur Nachbarfamilie. Die holten ihr Handy hervor und der Kontrolleur lächelte. „Sie sollten ihr Handy laden, denn es wird öfters in diesem Zug kontrolliert. Schauen sie, hier können sie den Stecker reinstecken.“
Claudia grinste ihre Familie an und schloss wieder ihre Augen. Nach drei Stunden schaute sie aus dem Fenster und erfreute sich über die vorbeirauschenden Landschaftsbilder. „Es ist schön, dass wir die Zugfahrt wählten.“
„Einiges hast du ja verpasst, aber sicher tat dir der Schlaf auch sehr gut. So kannst du beim Spiel besser sehen?“
Es kam der Servicewagen durch die Reihen und sie kauften sich heiße Getränke und kleine Snacks. Man bekam große Augen beim Bezahlen. „Mama, was du beim Zugpreis gespart hast, geben wir jetzt für die Speisen aus.“
„Wir haben Urlaub!“
Es rauschten so einige Bahnhöfe vorbei. In Brüssel wurde ein längerer Stopp eingelegt. Es stiegen vereinzelnde Passagiere aus. Doch wir und die Nachbarfamilie blieben sitzen. „Sicher, ist sicher.“
Die Zugfahrt lohnt sich vom Landschaftsblick. Ebenso konnten wir doch einige Hauptbahnhöfe vergleichen. Auf den in Paris sind wir natürlich sehr gespannt. Der sollte schon gigantisch sein, schließlich ist die Stadt eine Metropole.
„Vor Brüssel konnte man so manche hübsche Häuser betrachten und ihre Vorgärten sahen lustig aus. In ihnen liefen kleine Glücksschweine herum. In Deutschland sieht man so etwas Nicht, doch ist es ein hübsches Bild für den Betrachter.“
Richard drehte sich einmal im Kreis und suchte die Uhr auf dem Bahnhof. „Wann sollte die Fahrt weiter gehen? Nicht dass wir hier stehen bleiben und uns man eventuell abgehängt hat?“
Fin verdrehte die Augen. „Papa, du und deine Paniken? Es wurde doch durchgesagt, dass ein längerer Aufenthalt in Brüssel vorgesehen ist.“
Claudia holte nun die Fahrkarten hervor und schaute auf die Reisedokumente. „Hier steht es doch, 90 Minuten Aufenthalt, ehe es weiter geht. Also Richard mache dir keine Sorgen, es geht bald weiter. Nach meiner Uhr, fehlen noch 20 Minuten.“
Nic spielte mit seinem Handy herum. „Das letzte Drittel schaffen wir doch auch noch locker. Bin echt gespannt, was für ein Hotel wir haben? Hoffentlich recht weit oben, damit wir eventuell schon den Eifelturm sehen können.“
„Das Hotel liegt in der Nähe vom Stade de France.
Wir werden mit der Medro noch ein gutes Stück fahren müssen.“
Paris kommt immer näher und die Aufregung steigt. Claudia ist voller Vorfreude. Ihr Herz schlägt Purzelbäume, dass sie wirklich bei diesem Spiel Live dabei sein kann. „Der reinste Wahnsinn!“
„Die Nachbarfamilie ist schon am Räumen. Sie hatten allerhand Kleinkram aus ihren Rucksäcken hervorgeholt gehabt. Nun sind sie Unruhiger, als Claudia.“
Eine erneute Durchsage war zu hören. „In zehn Minuten erreichen wir den Hauptbahnhof von Paris. Bitte vergessen sie kein Gepäckstück. Dieser Zug endet hier. Anschlüsse sind alle planmäßig. Schauen sie bitte an die Anzeigetafeln. Die Metro zum Stadion geht alle zwanzig Minuten. „ Jetzt ging es auch bei den Jungs hektisch zu. „Keine Bange, ihr bleibt Nicht zurück. Schließlich brauchen wir eure Stimmen, damit wir gut unsere Leute anfeuern können.“
Quietschend fährt der Zug im Hauptbahnhof ein. Richard schaute noch einmal die Gepäckfächer nach, damit Nichts vergessen wird. Dann liefen sie zum Ausstieg. Auf dem Bahnsteig blieben sie erst einmal stehen und schauten sich das Treiben genauer an. Überall sind Sicherheitsabsperrungen. „Kommt, wir müssen hier lang. Dort hinten ist die Anzeige zur Metro. Wir mussten noch einmal Fahrkarten extra ziehen. Oh Gott, das ist aber teuer!“
Sie mussten erneut durch eine Absperrung. In einem Kästchen steckt man die Karte rein, dann öffnet sich die kleine Schranke und es geht weiter. Am Bahnsteig der Metro Nummer sieben durchlief man erneut eine Sperre und dann konnte man auf dem Bahnsteig in die Metro einsteigen. Die Prozedur ist ganz schön kompliziert.
Die Fahrt dauerte auch noch einmal zirka 40 Minuten. Endlich im Hotel angekommen. Rasch eingecheckt und die Zimmer Inspiziert. Cool, wir sind im neunten Stockwerk.
Fin öffnete die Balkontür und trat hinaus. „Was für ein Panorama. Wir können ja direkt zum Stadion schauen. Hätten wir jetzt eine Karte zu wenig, könnte ich vom Balkon zuschauen.“
„Zum Glück hat Mama dafür gesorgt, dass wir alle eine haben. Wäre echt blöd, wenn wir Nicht gemeinsam ins Stadion könnten. Ich bin wirklich schon so gespannt auf das Spiel Morgen. Fin, was glaubst du, können wir gewinnen?“
„Ich habe ein komisches Bauchgefühl und vermute, wenn wir 3 zu 3 spielen, wäre es top.“
Claudia öffnete die Tür von den Kindern und bat sie sich zu eilen, denn wir wollen ins Restaurant.
„Ja, wir kommen sofort. Haben uns nur das Panorama von oben mal angesehen. Einfach spitze. Brauchen wir die Jacke?“
„Nein, wir gehen hier ins Hotel zum Abendessen. Vergesst Nicht eure Zimmerkarte mitzunehmen, sonst wäre die erste Panne vorprogrammiert.“
Nic steckte die Karte in seine Geldbörse. Das Handy darf auch Nicht fehlen. Fin zog mit, denn sein Handy lässt er auch Nicht aus den Augen. Richard hat bereits den Fahrstuhlknopf schon gedrückt. Die Tür öffnete sich und sie stiegen rasch ein. Es kamen noch zwei Frauen hinzu und sprachen einige Worte auf Englisch. „Thomas, hörte das Stadion ist ausverkauft. Wird sicher ein großes Spektakel werden. hoffentlich gewinnt Sankt Pauli!“
Von uns sprach niemand, doch dachten wir alle das gleiche. „Engländer und Sankt Pauli Fans. Ob das wirklich Engländer sind, oder eher Deutsche, die sich nur als Engländer ausgeben? Wir können sie ja mal im Auge behalten.“
Das Restaurant ist im Erdgeschoß. In der Empfangshalle ist noch Betrieb. Es checken noch allerhand Leute ein. Ist sicher vollständig ausgebucht.
„Richard schau dich mal nach einem Tisch für uns um. Möglichst an der Fensterfront. Ich habe es gerne, wenn ich aus dem Fenster schauen kann.“
Sie schauten alle in die gleiche Richtung. Fin entdeckte einen leeren Tisch und lief direkt darauf zu. An dem Nachbartisch entdeckte er, die Familie aus dem Zug. Sie lächelten und fragten im Chor. „wegen dem Fußballspiel hier in Paris?“ Sie Nickten ihnen zu und setzten sich.
Die Bedienung trat an den Tisch und fragte: „Kaffee oder Tee?“
„Bitte zweimal Kaffee und zweimal Tee!“
Fin und Nic gingen zum Büfett und holten sich ein gutes Frühstück. Danach gingen Claudia und Richard ihre Auswahl holen. Sehr schwierig, denn es ist so reichlich, dass man wirklich überlegen muss, was möchte ich nehmen. Die Familie am Nachbartisch fragten: „Ob wir echte Fans sind, oder nur das Angebot der Reise mit dem Fußballspiel nutzen?“
Im Chor kam, „echte Fans!“
„Bei uns nur Mama. Wir passen auf sie auf. Natürlich wollen wir auch unbedingt auf dem Eifelturm.“
„Wir auch, aber erst ist das Spiel dran. Deshalb sind wir ja hier.“
Nachdem reichhaltigen Frühstück fuhren sie mit dem Fahrstuhl noch einmal in die Zimmer und packten die Rucksäcke. Wichtig ist, Wasser und eine zuckerarme Limonade. Die Tüte mit Russischbrot noch schnell dazu, falls der kleine Hunger kommt. Vom Büfett hatten sie sich noch ein wenig Obst mitgenommen. Dies kommt auch noch mit in den Rucksack. Die Stimmung kletterte immer höher. „Wie viele Stunden dauert es noch, ehe das Spiel los geht?“
Claudia holte die Tikket hervor und las laut vor. „Einlass 15:15 Uhr und Beginn 16:00 Uhr. Wir können noch ein wenig uns hier umschauen. Genügend Sehenswürdigkeiten gibt es ja.“
„Mama, glaubst du, dass wir dafür jetzt Nerven haben? In mir kocht es schon vor Aufregung.“
Sie gingen dann durch die umliegenden Straßen und schauten sich die Geschäfte an. An einem Handyladen blieben sie stehen und betrachteten die Preise von den neuesten Smartphone. „Wahnsinn, so überhöhte Preise. Die sind bei uns ja schon kaum zu berappen. Hier haut es einem von den Socken.“
Sie vertrödelten so die Zeit und dann konnten sie endlich ins Stadion. Claudia hatte schon nasse Hände vor Aufregung. Ihre Augen waren überall. Nichts wollte sie verpassen. Richerd nahm sie in den Arm und versuchte sie zu beruhigen. „Liebes, komme runter, das Spiel wird bald beginnen und wir drücken unserer Mannschaft den Daumen. Dieses Freundschaftsspiel ist schon etwas Besonderes.“
Sie hatten einen guten Platz auf der Bühne. Konnten somit alles genau überblicken. Jubelschreie hörte man schon bevor das Spiel begonnen hatte. Das Stadion ist wirklich ausgebucht. Die Jungs dürfen ordentlich was geben. Fin sprang hoch und pfiff. „Sie kommen aufs Feld.“
Nic rief: „jetzt kommen die Franzosen ebenfalls aufs Feld.“
Nach der Begrüßung kam der Anpfiff. Mit Begeisterung sahen alle zu dem Spielfeld. Plötzlich ein Raunen, fast ein Tor für Deutschland. Die Franzosen hatten jetzt den Ball und der Mittelstürmer schoss aus dem Stand und mitten ins Tor. Lautes Grölen von den Franzosen. 0 zu 1 für Frankreich. Claudia drückte ihre Daumen so fest, dass die Knöchel schon weiß aussahen. Jetzt hatten die Deutschen wieder den Ball und Matthias Rasmussen wagte den nächsten Schuss. Tor, Tor schrien sie. 1 zu 1, Gleichstand.
Großen Jubel vernahm man. Nun rollte der Ball wieder mehr bei der französischen Mannschaft. Moses Simon hat den Ball in seiner Gewalt. Er rannte direkt aufs Tor mit ihm und der Schuss ging hinein. Wieder Jubelschreie von den Franzosen. 1 zu 2! Die Spieler rissen die Arme hoch und jubelten.
„wartet nur ab, wir ziehen gleich nach“, rief Claudia. Sie pfiff einmal kräftig zwischen den Fingern. Das muss die Mannschaft angespornt haben, dass von Max Kruse das nächste Tor geschossen wurde. 2 zu 2. Wieder Gleichstand. Nun war die Pause. In der zweiten Halbzeit spielten sie am Anfang ruhiger und dann legte Sankt Pauli noch mit einem Tor nach. In der letzten Spielminute konnten die Franzosen ausgleichen. Der Abpfiff war zu hören und die Mannschaften beglückwünschten sich gegenseitig. Ein super Spiel. Es wurde gesungen und gepfiffen. Jubelschreie hörte man auch noch sehr lange. Den Nachhall ließen sie noch nachwirken, ehe sie das Stadion verließen und gemeinsam zu einer Pizzeria gingen und feierten. „Es war ein gutes Spiel. Wir sollten öfter solche Reisen machen. hat irgendwie was.“
Am nächsten Tag wurde der Eifelturm besucht und das dritte Level bestiegen. Fantastische Aussicht. Notre Dame ließen wir Nicht aus. Im Louvre schauten wir auch ehrfürchtig hinein. Eine Bootsfahrt auf der Sene erlebten wir auch. Rundum eine schöne Zeit in Paris gehabt. Zurück ging es mit einem lachenden und weinendem Auge. Zurück erklärte Claudia, geht es mit dem Flugzeug. Geht schneller. In Hamburg angekommen, berichteten sie erst einmal durcheinander ihre Eindrücke. „Cool Mama, bitte wiederholen unbedingt. Nächstes Mal kann es Rom sein, denn diesen Hauptbahnhof kennen wir auch noch Nicht.“

Wir

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