Besuch am Deich
von
© Mari-Wall
Heute Morgen war der Uferrand, doch um einiges gefroren. „Wird die Ostsee jetzt einfrieren?“ „Macht euch keine Sorgen, meine Kleinen. Papa Dachs hat unser Haus stabil gebaut und wir können abwarten, ob noch mehr Frost oder Schnee kommen wird. Der Wintervorrat ist reichlich vorhanden.“ Mama Dachs streichelt ihren Bauch. „Wenn ich weiter so faul hier herum liege, setze ich Speck an!“ Jonas ärgerte gerne seinen kleinen Bruder Erich. „Wollen wir mal nach draußen schauen, ob es kälter geworden ist?“ „Passt auf, damit ihr nicht ins Wasser fallt. Papa Dachs sucht nach Baumaterial und kommt erst in drei Stunden zurück.“
„Keine Sorge Mama Dachs, Erich wird nie ins Wasser freiwillig gehen, denn er scheut sich davor.“ Böse schaut er seinen großen Bruder an. „Kann ja nicht jeder so glänzen wie du. Ich mag nun mal kein Wasser.“
Jonas kletterte vorsichtig aus dem Bau heraus und freute sich, das klare Eiswasser zu sehen. Leichter Wind pustet ihm auch um die Nase.
„Erich schau doch nur, wie klar das Wasser ist und der frische Duft. Würde es dich nicht doch reizen, mal mit den Füßen hineinzugehen?“ „Spinnst du! Soll ich mir den Tot holen?“
Traurig schaut er seinen Bruder an und lässt ihn stehen. Jonas schaut sich genauer um.
Nicht weit von ihm, sieht er eine fremde Tierart und staunt nicht schlecht. „Woher mögen sie kommen? Hier habe ich solche noch nie gesehen.“ Er geht ihnen ein Stück entgegen und bleibt einige Meter vor ihnen stehen. „Wer seit Ihr? Woher kommt Ihr? Wohin wollt Ihr?“ Sie schauten nun zu Jonas und lächelten. „Wir sind Familie Waschbär und kommen aus Kannada. Uns packte das Wanderfieber und nun sind wir hier.“ „Seit Ihr gelaufen? Ich habe kein Schiff gesehen, was von Übersee kam?“ “Nein, nicht gelaufen. Unser Schiff traf vor zwei Wochen in Rostock ein. Dort gefiel es uns zwar gut, doch fanden wir keinen rechten Platz für uns.“ „Wir können euch einen guten Ort zeigen, wenn ihr keine Bange vor Wasser habt.“ Jonas schaute prompt in die Richtung seines Bruders.“ Lachen kamen sie ihm entgegen. „Wir sind Waschbären und haben keine Angst vor dem herrlichen Wasser. Morgens und abends wird sich darin gereinigt. Sogar unsere Speisen waschen wir damit.“ Da hörten sie Papa Dachs pfeifend Heimwärts kommen. „Oh, Kinder, haben wir Besuch?“ Papa, stell dir vor, sie kommen von Kannada. Suchen ein neues zu Hause. Ihr Schiff landete in Rostock.“
Die Waschbäreneltern stellten sich vor und ebenso ihre drei Kinder. „Tina, Tamara und die kleinste ist Sara!“ Nun trat auch Mama Dachs heraus und begrüßte den Besuch. „Fein, kommt doch herein und wir besprechen, wie ihr Nebenan euren Platz einrichten könnt.“ „Gerne kommen wir hinein und können uns beraten lassen. Nur lasst uns erst die Reinigung vornehmen. Dies gehört sich so. wenn man Nachbarn besucht.“ Erich stand abseits vom Geschehen. Bekam große Augen und Tamara hat es ihm angetan. Er ging auf sie zu und blieb plötzlich stehen. Sie drehte sich weg und lief zum Wasser. Wusch Füße, Hände und bespritzte den Rest des Körpers. „Mache es mir nach, dann riechst du genauso gut und wir können fröhlich zusammensitzen.“ Zögernd ging Erich zum Wasser und zuckte zusammen, als er die Kühle spürte. Wurde dann mutiger und wusch sich gründlich. Ließ sich sogar kurz untertauchen und kam lachend heraus. „Tamara, du hast recht. Ich fühle mich gut!! Sie nahm ihn an ihre Seite und ging mit ihm in den Dachsbau. Jonas lächelte und drückte ihm seinen Bruderstempel auf die Schulter. „Geht doch Kleiner! Fröhlich saßen sie zusammen und aßen von den Vorräten. !Auf gute Nachbarschaft und Freundschaft.“