Schicksalsfäden
Bärbel war ganz betroffen von seinen Worten. „Was mache ich nur? Kann ich mich dazu durchringen, das Gespräch zu führen?“ Da klingelte doch ihr Smartphone. Mama ruft an. Sie nimmt ab und freut sich, sie zu hören. „Mama, mache dir keine Sorgen. Es ist alles in bester Ordnung. Ja, wir führen noch ein Gespräch. Nein, du brauchst nicht kommen. „
Sie las noch die Nachrichten von Freyer und Bernardo, dann erfasste sie eine starke Müdigkeit und schlief sofort ein. Gegen Mitternacht erwachte sie und wunderte sich darüber. „Hat mich etwas aufgeweckt? Geträumt hatte sie nichts. Was war es also?“ Sie stand auf und schaute zum Fenster hinaus. Der Nachthimmel sah wunderschön aus. Sie ging in die Küche und holte sich ein kühles Getränk aus den Kühlschrank. Öffnete es und genoss den fruchtigen Geschmack.
Sie bemühte sich einen klaren Kopf zu bekommen. An schlaf war nicht mehr zu denken. Schaltete ihr Laptop an und nahm sich ihr Projekt vor. Viele gute Ideen hatte sie ins Auge gefasst und würde es gerne in ein neues Bild setzen. „Ob Bernardo es gefallen würde? Seine Augen gehen einem ganz schön ins Innere. Ob Freyer etwas dagegen hätte, wenn sie mit ihm ausgehen würde?“ Keine Stunde später war sie mit ihrer Arbeit zufrieden. Sie würde es Morgen Bernardo zeigen und Freyer. Ging wieder zum Fenster und schaute in den Nachthimmel. Rom ist wirklich sehr belebt. Nicht einmal in der Nacht herrscht Stille. „Hier könnte ich es wirklich aushalten.“ Sie nahm das Handy und legte sich noch ein wenig ins Bett. Schaute auf die Uhr und überprüfte den Wecker. Vier Stunden sind noch übrig von der Nachtruhe. Als der Wecker klingelte erschrak sie, denn ihr war, als hätte sie im Tiefschlaf gelegen. Im ersten Moment wusste sie nicht wo sie war. Ihr Herz hüpfte, als sie in die Agentur eintrat. Heute waren wirklich schon einige Kollegen vor ihr dort. Freyer hatte wohl einen Außentermin, denn sie war noch nicht am Platz. „Schade, dabei hätte ich ihr gerne meine Idee vorgeführt. Sie setzte sich an ihren Arbeitsplatz und öffnete den Laptop. Trug gerade das Passwort ein, da trat Bernardo aus seinem Büro und ging direkt auf sie zu. „Guten morgen Bärbel. Ihre Augen trafen sich und verweilten einige Sekunden in einander. „Darf ich dich kurz in mein Büro bitten?„ Lächelnd nickte sie und stand auf. Er drehte sich um und lief Richtung Büro. Bärbel schaute sich zu den Kollegen um, doch dort interessierte sich wohl niemand dafür. Sie traten gemeinsam ein und er bot ihr einen Platz an. „Setze dich bitte. Möchtest du auch einen Kaffee?“ „Nein, ich hatte schon welchen.“ „Ich habe für dich ein Geschenk.“ Fragend schaute sie ihn an und sah wie er einen Umschlag ihr reichte. Erstaunt sah sie zu ihm und nahm ihn entgegen. Öffnete ihn und strahlte vor Begeisterung. „Vivaldi! Das wollte ich schon immer mal anschauen und erleben. Bist du sicher, dass nicht Freyer mitgehen sollte?“ „Nein, ich möchte dich ausführen und nicht meine Tochter.“ „Danke Bernardo, ich komme gerne mit.“ Nun sah sie erst, dass es für morgen Abend ist. Ihr Herz überschlug sich fast und leicht zitterten ihre Lippen. „Bärbel, anschließend würde ich dich gerne noch zum Essen ins Romeano ausführen.“ Sie stand auf und lächelte. „Bernardo ich freue mich.„ „Ich hole dich also gegen 17:30 Uhr von zu Hause ab.“ Inzwischen trat auch Freyer zu ihren Arbeitsplatz . „Liebes, weißt du schon, dass Samstag wieder eine Party stattfindet? Wir sollen zu Samanta in die Bar kommen. Sie hat eine Überraschung für uns.“ „Ach, das wird sicher sehr lustig. Ich habe da so eine Vermutung. Bin gespannt, ob mein Bauchgefühl richtig liegt.“ Sie zeigte Freyer ihre neuen Ideen und sie war begeistert. „Ich glaube du bist die beste Bereicherung für die Agentur. Wir können uns glücklich schätzen.“ „Freitag in der Teambesprechung kannst du es präsentieren.“ Am Abend fuhr Bärbel entspannt heim, denn alles lief zu ihrer Zufriedenheit. Rom ist wirklich ein Glücksgriff. Frieder meldete sich am nächsten Morgen per Telefon. „Bärbel, ist bei dir wirklich alles zum Besten, so wie du schreibst? Katharina hat vor einer Woche ebenfalls uns verlassen. Niemand weiß wohin.„ „Sicher ist sie es leid gewesen, die zweite Geige bei dir zu spielen. Du solltest endlich mal deine Ehe überdenken, denn es liegt ja nun einmal auf der Hand. Du bist Derjenige, der etwas Klarstellen darf.“ Frieder verabschiedete sich, denn ihm wurde es zu Bund, wegen der gewissen Vorwürfe. Legte einfach auf. „Idiot! Die Wahrheit kannst du nicht verkraften.“ Einen kurzen Moment dachte sie an Cyril, doch sie verlor nur die Liebe und betrog nicht. Sicher hätte auch sie mit offenen Karten spielen müssen, doch fühlte sie sich so beengt, dass ihr die Luft wegblieb. Der Tag in der Agentur verlief ohne Vorkommnisse und sie ging sogar eine halbe stunde früher. Schließlich benötigte sie etwas Zeit zum aufbrezeln. Vorm Kleiderschrank stehend wog sie ab, das kleine Schwarze anzuziehen, oder doch lieber die leichte blaue Kostümvariante?“ Am Ende siegte die Kostümvariante. Bernardo holte sie pünktlich auf die Minute ab. Ihr Herz begann zu stolpern. „Oh Gott, wie gut sieht er aus! Kann ich wirklich neben ihm bestehen?“ Er nahm sie sanft in seine Arme und küsste sie sacht auf den Mund. „Hoffentlich fangen nicht noch meine Beine an zu zittern. „
Sie rief sich selbst zur Ordnung. Er
führte sie zum Auto und ganz Kavalier half er ihr hinein. Sie verlebten ein unvergesslichen Abend. Vivaldi war ein Hochgenuss und das Abendmahl spitzenmäßig. „Feinste Kost und nicht übermächtig.“ Bärbel beendete den wunderbaren Abend mit einem Spezialkaffee, bei ihr zu Hause. Freyer und sie freuen sich nun auf die Party am Samstag. Sie konnten es kaum erwarten, denn Freyer hüpfte wie ein Flummi herum. „Man könnte meinen, sie bekommt die Wundertüte des Jahres überreicht.“ Freyer holte Bärbel von zu Hause ab. Sie nahmen lieber ein Taxi. „Man weiß ja nie, ob doch nicht zu viel Alkohol fließt? Schließlich soll es eine besondere Party werden.“ Sie hörten schon vom Platz aus die heiße Musikuntermalung. „Es rockt der Bär“, flüsterte Bärbel.
Kaum dass sie die Türklinke in die Hand bekamen, wurde sie schon aufgerissen. Carlotta und Samanta riefen zur gleichen Zeit. „Willkommen ihr süßen, denn ihr seid die Letzten. alle sind bereits hier.“ „Wie, es ist doch noch nicht so spät?“ Ein starker Tusch ertönte. Samanta begrüßte nun offiziell Alle und stellte ihren Cousin Cyril vor. „Er wird ab sofort hier in der Bar mich unterstützen. Seine Liebe hatte ihn verlassen und somit will auch er einen Neustart beginnen. Cyril, wir freuen uns, dass du ab nun in unserer Mitte sein wirst.“ Bärbel schluckte und brach kein Wort hervor. Freyer flüsterte: „Ist es dieser ,Cyril?“ Sie blickte in seine Richtung und verharrte. Ihre Blicke trafen sich und für Sekunden vergaßen sie die Welt um sich herum. „Wau, was für ein heißer Typ! Hat er wirklich keine Bedeutung mehr für dich Bärbel?“ „Nein, er wollte nur noch ein Abschluss Gespräch mit mir führen, wenn er in Rom seine Cousine besucht. So schrieb er es.“ „Bärbel, wenn ihr es hinter Euch habt, darf ich versuchen ihn zu gewinnen?“ Sie wurde von Bärbel direkt in seine Richtung geschupst. Begrüßte ihn und hieß ihn ebenfalls willkommen. „Rom ist eine Herausforderung und es macht lebendig. Ich wünsche dir viel Glück. Alles Vergangene ist Schnee von gestern.“