Schnee von gestern
von Mari-Wall
Agentur
Sieben Wochen arbeitet sie bereits in der Agentur „Bernardo“. Die Mitarbeiter sind in ihrer Altersstruktur. Freyer ist die jüngere in ihrem Kollegium. Mit ihr verbindet sie etwas Besonderes. Sie stecken öfter die Köpfe zusammen und besprechen so manchen Auftrag. Die Agentur ist übersichtlich und es fühlt sich gut an. Das Büro leert sich allmählich, denn es geht auf die Mittagspause zu. Bärbel lief zu Freyer und fragte sie: „Wollen wir ein Imbiss bei „Renaldo“ einnehmen?“
„Ja, ich habe schon eine Ewigkeit keine Pizza mehr bei im gegessen.“ „Ich liebe die mit den verschiedenen Meeresfrüchten. Dazu die eisgekühlte Coca.“
„Mir gefällt die deftige mit viel Knoblauch.“
Sie nahmen ihre Jacken rasch vom Kleiderhaken und entfernten sich aus dem Büro. Die Sonne schaute strahlend hinter einer blauen Wolke hervor. Blinzelnd blickte Bärbel hoch und lächelte. „Was für ein schöner Tag heute. Da lohnt es sich, die Beine ein wenig zu vertreten.
Raschen Schrittes ging es zum Imbiss. Von weitem sahen sie den Andrang. „Ob da unsere Pause ausreicht?„
„Denke schon Bärbel, wenn nicht hängen wir Zeit hinten dran.“ Keine zehn Minuten dauerte es und sie konnten ihre Bestellung aufgeben. Sie suchten sich ein Plätzchen und Renaldo brachte die Pizzen. „Guten Appetit, meine Damen.“ Bärbel fand ihn sehr anziehend. Ihre Augen trafen sich für kurze Zeit, dann sah sie verlegen weg. „Diese Augen, hast du sie dir schon einmal genauer angesehen?“ Freyer lachte vor Begeisterung. „Kaum hier und schon haut dich ein Typ von den Socken.“ “Kennst du ihn näher Freyer? Weißt du mehr?“ „Naja, kommt ganz darauf an, was du wissen möchtest.“ Die Pizzen sind wirklich ein Hochgenuss. Die Coca teilten sie sich, da sie zu groß ist. Bevor sie zurück zur Agentur liefen, nahmen sie noch einen Umweg durch den Park. „Hier kann man es aushalten. Macht den Kopf frei.“ „Bärbel, darf ich dich etwas persönliches fragen?“ Gedankenvoll sah sie zu Freyer. Studierte ihre Augen und sah ein lächeln darin. Sie nickte zustimmend. „Was willst du wissen?“ „Weshalb bist du von Deutschland abgehauen? Hast du jemanden ermordet?“ Bärbel sah sie verwundert an. „Wieso ermordet?“ Sie lachte laut auf und krümmte sich dabei. „Nein, ich wurde einfach unruhig und brauchte dringend einen Tapetenwechsel. Außerdem war mir alles zu viel geworden. Zwischen Cyril und mir hattest einfach keine Funken mehr zum Sprühen gebracht. Dann sah ich das Stellenangebot und habe sofort zugegriffen.“

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