Schnee von gestern
„Rom“
von Mari-WallBärbel sitzt in der Mittagssonne auf der Bank, in der kleinen Parkanlage, unweit ihrer Agentur. Sie versucht ihre Emotionen zu ordnen.
„Was mache ich nur, Kann ich Cyril einfach so zurücklassen?“
Verdient hatte er es nicht, doch mein Herz hat sich so entfernt von ihm. Erklären könnte ich es nicht, wie dies geschah.“ Die Stellenanzeige in der Zeitschrift „Las Dampa“ stach mir so ins Auge, dass sich meine Gedanken nur noch darum bewegten. Mama, schaute mich mit fragenden Augen an, doch ich konnte ihr nicht mitteilen, dass mein Inneres in Aufruhr war. Es fühlt sich genauso an, wie damals. Siegi hatte mich zum Schluss so genervt, dass ich meine Koffer packte und floh. Paris schien mir ein perfektes Ziel. Abenteuer und der Job in der Werbeagentur reizte mich so sehr, dass ich still und leise verschwand. Meiner Mutter teilte ich damals auch erst mit, als ich weg war, warum ich fliehen musste. Siegi erdrückte mich und ich bekam kaum noch Luft. Nun bin ich in Rom und die Stadt ist so aufregend, dass ich Cyril täuschen musste. Er hätte mich sicher nicht gehen lassen. ich fragte mich in den letzten Wochen stets: „Was finde ich an Ihm? Wo ist die Liebe geblieben? Weshalb verstummte die Leidenschaft? Ich fand keine Antwort und entschied mich für einen Neuanfang.“ Frieder, mein Chef wollte mich nicht gehen lassen, doch ich bestand darauf. Er versuchte einige Vorteile mir Schmackhaft zu machen, doch ich bot ihn die Stirn. „Frieder, du bist ein guter Chef, doch mein wissen über deine Seitensprünge belasten mich sehr und ich kann deiner Frau nicht mehr in die Augen schauen mit meinem Wissen. Kathrin ist eine tolle Kollegin, nur will ich es nicht mehr akzeptieren euer Verhältnis. Es tut mir für deine Frau Leid, dass sie so getäuscht wird.“ Kerstin ist eine stille Person. Sie hält ihrem Mann immer den Rückenfrei.
In der Kindererziehung blüht sie völlig auf. Juna und Jury die Zwillinge sind sehr lebhafte Kinder. Gerne hätte sie mal etwas Zeit auch für sich, doch Frieder unterstützt sie nicht wirklich. Seine Überstunden machen ihr wirklich zu schaffen. „Möge er doch einsichtig sein und wenigstens am Wochenende Zeitaufbringen.“
Ihr Abschied von der Firma war kurz und bündig verlaufen. Freitags räumte sie den Schreibtisch und am Montag, gab es keine Anzeichen mehr, dass sie je hier gearbeitet hatte. „Bärbel, ach Bärbel, was machst du nur für Sachen wieder? So kreisten ihre Gedanken umher. Schneller Abschied, möglichst ohne Aufsehen, dies entschied sie für sich.“
Rom ist eine Herausforderung, die sie sich stellen möchte. In dem Menschen Gewirr geht sie unter. Hier wird sie so schnell niemand finden. Ein kleines Apartment fand sie rasch und die Miete haute sie doch vom Hocker. 23 Quadratmeter für 800 Euro. „Wahnsinn, aber ich will dieses neue Abenteuer.“