Osterfest in Familie
von
Mari-Wall
Ina freut sich auf die Osterferien. Ihre Mama Ellen will unbedingt ein großes Fest organisieren. Ihr Papa Engagiert sich in der Lebenshilfe und ist begeistert. Die Lebenshilfe ist wie eine große Familie. Viele Menschen sorgen dafür, dass es allen gut geht und Kinder und Erwachsene wie ich, sich entwickeln können. Auch beruflich große Fortschritte machen. Deshalb bietet sich doch solch ein Fest direkt an.
„Jesus half auch den Menschen. Er heilte sogar. In der Geschichte von ihm, wird ja zur Weihnachtszeit immer berichtet und alle haben wieder einen neuen Blick für das Fest und die Menschlichkeit. Nun werden wir das Osterfest gebührend ins Licht rücken. Die Auferstehung Jesus. Das es zu diesem Anlass bunte Eier gibt, ist ein Brauch, was im 19-Jahrhundert sich entwickelte. Familien fanden sich zum Frühjahrsfest zusammen und die Kinder zu entzücken, kamen die bunten Eier ins Spiel. Nun werden wir dieses Familienfest erweitern und alle Menschen der Lebenshilfe von Norderstedt einladen. Es wird sicher wunderschön.“
Ina, Ina, hast du schon dein Mal zeug geholt, denn am Nachmittag kommen die Kinder und das Eier anmalen beginnt?“
„Nein, ich finde es nicht. Vielleicht ist es noch in der Kiste hinter der Tür? Mama, ich komme gleich, warte bitte auf mich.“
Eilig ging sie zu ihrem Zimmer und drehte sich einmal im Kreis.
„Wo ist die Kiste geblieben? Ich hatte sie doch hinter der Tür stehen. Oder hat Papa sie weggeholt?“
Sie schaute in allen Ecken des Zimmers und fand sie nicht. Weinend lief sie zu Ellen. „Mama, meine Kiste ist weg. Hat Papa sie genommen?“ „Kleines, wir werden ihn fragen, wenn er nach Hause kommt.“ „Das kann ja noch so lange dauern, denn er hat doch immer so viel zu tun.“ Ellen nahm ein Taschentuch aus der Box und wischte ihr sanft die Tränen ab.
„Meine Große, heute kommt er früher. Er meinte es gestern Abend jedenfalls.“
Lachend fiel sie ihrer Mama um den Hals.
„Juhu, dann kann ich doch mit machen.“
Nun klingelte es an der Haustür und Ina rannte hin. Öffnete sie und staunte nicht schlecht. Gefühlte 100 Kinder standen davor.
„Wie sollen die alle ins Haus passen? Mama komm schnell, wir platzen aus den Nähten.“
„Was machen wir?“
Eilig kam sie angelaufen und strahlte vor Freude.
„Ina, kein Problem. Wir teilen alle in Gruppen auf. 15 Kinder gehen in Esszimmer und malen die blauen Eier an und möglichst auch mit schönen Motiven. 20 passen ins Wohnzimmer und dürfen die roten anmalen. Die grünen dürfen in den Wintergarten sich platzieren.
Der Rest der Kinder geht in die Küche und auf der Terrasse. Am besten die Kleinsten, denn da ist mehr Freiraum, wenn sie nicht mehr stillsitzen können.“
Alle strahlten vor Begeisterung und auch die Betreuer der Lebenshilfe gesellten sich bei den Kindern dazu, damit sie Anweisungen geben können. Nun entdeckte Ina auch ihren Papa und nahm ihn gleich beiseite.
„Wo ist meine Kiste? Ich suche sie schon, denn mein Mal zeug ist darin versteckt.“
Er lächelte sie an und strich ihr übers Haar.
„Keine Panik, sie steht im Gästezimmer noch, denn ich vergaß sie in deinem Kinderzimmer hinzustellen, nach dem renovieren.“
Ina rannte sofort los und rief:
„hurra, mein Mal zeug ist da. Nun kann ich auch mit malen.“
Ellen sammelte die Frauen um sich und ging mit ihnen in den Küchenbereich. Dort werden fleißig Eier nachgekocht und in verschiedene Farben vorbereitet. Die Größeren dürfen auch bei der Prozedur dabei sein, nur die Kleineren malten mit Tuschkasten.
Miriam übernahm den Pad Ostergeschichten zu erzählen. Dies brachte ihr besonderen Spaß.
Bei den bunten Treiben, gab es auch manches zerbrochene Ei, doch wurde rasch getröstet, denn dies durfte dann verspeist werden.
Das geschah natürlich öfters, als man dachte. Nicht bei den Kleineren, nein eher bei den Erwachsenen. Sie hatten genauso viel Freude dabei, wie die Kinder.
Als sie fertig waren, gab es Kakao und Kaffee, sowie leckeren Kuchen.
Miriam erzählte in diesen Zeitraum eine besondere Geschichte. Alle hörten gespannt zu.
„Aufregung auf den Bauernhof
Vier Wochen vor dem Osterfest gab es große Aufregung bei Bauer Rieske. Er sollte dieses Jahr für Ostern die besten Eier liefern. Die Stadt Norderstedt rief zum Wettbewerb auf. Es gab ja in so manchen Produktwerken Lieferschwierigkeiten, somit beugten sie mit dem Aufruf vor. Sie planten im Stadtpark das größte Eiersuchen für die Bevölkerung durchzuführen. Nun wollte Bauer Rieske doch nicht säumen, sein Angebot zu machen. Er lief über sein Gelände, schaute bei den Ställen nach und auch bei Kuno in der Hundehütte guckte er herein. „Na Kuno, was meinst du zu diesem Geschehen? Werden wir eine Chance bekommen?“ Kuno bellte recht laut, damit er seine Zustimmung versteht. Pluto der rote Kater streifte auch umher und murmelte in seinen Bart. „Glaubt Bauer Rieske etwa nicht an sein Glück?“ „Doch bestimmt, nur sind die Menschen von Grund auf sehr misstrauisch dem Projekt gegenüber. Was hältst du davon, wenn wir mal bei Mutter Kuh Liesa anfragen, ob sie helfen könnte? Vermutlich wird sie mit den Schwanz wedeln und ihr Senf dazugeben.“ „Frage doch die Bäuerin Rita Rieske, sie weiß stets eine Lösung.“ Sicher könntet ihr auch von Fley unseren Schönling den Weißbraunen Hengst eine Information erhalten. „Bist du sicher Pluto, das Fley sich da auskennt?“ „Denke schon, denn ich hörte ihn letztens mit Madame Susanna die gescheckte Henne flüstern. Sie meinte die Neuigkeit ist längst auf dem Markt verschrien worden. Bauer Rieske handelte mit der Oberbürgermeisterin einen Clou aus.“ Unsere Stadt soll das schönste Osterfest für die Bewohner ausrichten und sicher wird es einen Nachhall mit sich tragen und über die Lande hinausgerufen. „Wie denkt sie sich dies?“ „Na, der junge Pastor von der Paul-Gerhard-Gemeinde Pastor Martin ist so begeistert davon, dass er es in seinem Sonntagsgebet mit integrierte.“ Cool, der ist wirklich im Zeitalter angekommen. Sonst glaubt man immer, die Kirche hängt hinterher. Doch hier in unserer Stadt ist wirklich die Zeit nicht stehen geblieben. „Pluto gucke mal dort, im Hühnerstall gibt es eine Party. Wollen doch mal schauen, was los ist?“ Sie schlichen sich leise an den Stall heran und hörten Mutter Glucke diskutieren: „Hört mal her. Wir müssen unsere Eierproduktion erweitern. Es muss Klasse a sein und die Größe das mittlere Maß tragen. Gibt es Einwände von Seiten der Jugend?“ Eifrig stimmten sie der Mutter Glucke zu. „Wir sind bereit mitzuhalten. Was wird mit dem Bodenpersonal von uns? Können sie die Eier etwas sauberer legen, damit die Färbung auch leichter von der Hand geht?“ Alle nickten eifrig. Also weniger Schlaf und mehr Aktivität bitte. Der Hahn pfiff durch sein Zahn und kicherte stolz vor sich hin. Ich werde alles überwachen und wehe einer drückt sich. Nana, sei mal nicht so frech, denn jeder gibt sein Bestes und du brauchst nicht so aufschneiden. Willst am Ende auch noch den Prüfer spielen. „Nein, kleines Küken Ricke. Dies macht der Höchste unserer Gesellschaft.“ „Hahn Kiko, wer ist das?“ „Weißt du dies denn nicht?“ „Nein, gehe doch noch in den Kindergarten und habe keine Ahnung.“ „Schaue mal zum Himmel hoch.“ „Ja, mache ich doch schon. Sehe die Sonne und eine blaue Wolke.“ „Genau, dort wohnt unser Höchster Meister der Gesellschaft.“ „Cool. Können wir ihn zum Osterfest einladen?“ Er schaut zu von dort oben und beobachtet diese Zeit genau. Schließlich ist er der Schöpfer dieser Weltgeschichte. Nun wurde es mit einem Male ganz still. Bauer Rieske kam zum Stall und schaute in die Runde. “Sieht aus, als hättet ihr eine Versammlung abgehalten. Können wir die 1003 Eier zusammenbekommen?“ Gackernd stimmten sie zu und er begann zu lächeln. „Ich wusste doch, ich kann mich auf euch verlassen.“ Am Abend schlich Langohr Kunibert am Hühnerstall vorbei und schaute zur Hütte dahinter. Oh, sie ist vorbereitet für die Malarbeiten. Er trommelte seine Mannschaft zusammen und beriet den Plan. „Wir sollten Morgen beginnen mit den blauen und roten Farben. Das Sonnengelb und Kirschrot nehmen wir zuletzt.“ Hubertus, der Kleinste fragte vorsichtig: „Darf ich auch Motive darauf malen?“ „Ja, mein Lieber. Die Kinder freuen sich über solche Besonderheiten sehr gern“. Es begann in der Nacht, um die zehnte Stunde. Alle gingen ihren Pflichten nach und in 13 Tagen und Nächten war alles vollbracht. Nun kann das Osterfest einziehen und die eiersuche im Stadtpark beginnen. Alt und Jung gingen nach dem Gottesdienst gemeinsam zum Stadtpark auf Eiersuche. Lachende Kinder und singende Menschen fand man vor. Solch ein wunderbares Osterfest wünschen wir uns ab jetzt immer. Die Oberbürgermeisterin bedankte sich bei Allen die beteiligt waren und Bauer Rieske bekam ein Orden. Der produktivste Bauernhof dieses Jahres. Ostern ist ein wunderbares Fest und füllt die Herzen mit der Liebe Gottes. Er ist doch überall und wir können ihn sehen und fühlen, wenn wir in der Gemeinschaft unserer Stadt miteinander feiern und vertrauen. „Gott wir danken dir und den Bewohnern der Stadt Norderstedt, besonders den Bauernhof Rieske.“
Die Stunden sind nur so verstrichen. Alle waren im Gespräch über Traditionen von Osterfesten. So mancher berichtete wie in anderen Ländern Ostern gefeiert wurde. Die Kinder begannen langsam unruhig auf ihren Plätzen hin und her zu rutschen. Ellen rief zum Endspurt auf.
„Wir sollten langsam aufräumen, auch wenn es noch so schön ist, einmal sollte der Aufbruch beginnen. Kommt Kinder, Ihr macht den Anfang.“
„Schade, Mama. Können wir es im nächsten Jahr wiederholen?“
Alle Kinder riefen gleichzeitig, ja!
„Wir können doch die bunten Eier auch im Stadtpark verteilen, dann freuen sich die Kinder aus Norderstedt und vielleicht auch so mancher Erwachsene, der keine Familie hat?“
Wieder riefen sie durcheinander:
„Ja, das ist prima. „
Lachend sprachen sie dann, unsere Familie wächst somit weiter.“
Lebenshilfe bedeutet:
„Menschen Liebe zu reichen, Wertschätzung ihrer Person und auch Gleichstellung in der Gesellschaft. Öffne dich für die Lebenshilfe und du trägst ein Stück Verantwortung für das Leben. Es bereichert den eigenen Frieden und die Gemeinschaft.“
Autorenporträt
Mari-Wall – hinter diesem Pseudonym verbirgt sich eine Frau mit vielen Lebenserfahrungen. Ihre Blindheit ermöglicht ihr besondere Wahrnehmungsmöglichkeiten und die Worte des Zaubers. Sie ist eine agile 70-jährige, Mutter einer Adoptivtochter und Großmutter dreier Enkelkinder, die allein ihre Fantasie zum Erblühen bringen. So verfasst sie zauberhafte Kindergeschichten, in die auch ihre eigenen Lebenserfahrungen einfließen.
Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit kann sie Lebenserfahrungen vermitteln, Eigentherapien auslösen, um Themen aufzuarbeiten. Ihre charakterliche Stärke liegt darin, die Sonnenseite des Lebens immer im Blick zu haben und die Schwerpunkte rasch in die Auflösung zu leiten.
Mari-Wall reicht Menschen die Hand, aus dem tiefsten Loch der Ohnmacht heraus zu finden und ein neues Lebensziel zu erkennen.
Sie erreichen sie unter der Mailadresse: Mari-
Wall@wtnet.de
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