AURA

Von

Mari-Wall

Der Urlaub rückt immer näher. Chris ist schon sehr im Urlaubsfieber. Im Stillen hofft sie sehr, dass die Bahn keine Schwierigkeiten macht, denn die Medien und Freunde berichten ständig von Chaotischen Zeiten. Ebenso von Zugausfällen. Der Reisemorgen beginnt mit Bauchgrummeln, doch es geht alles gut und sie kann ihre Fahrt genießen. Nur eine Stunde Verspätung. Miriam ist indessen sehr unruhig, weil keine weitere Information von ihr kam. „Sie meldet sich, wenn sie in der U-Bahn sitzt. Diese Erinnerung kreiste ständig durch ihre Gedanken. Schade, dass sie die Verspätung nicht mitgeteilt hatte.„

Dann kam die Nachricht und sie zog sich rasch an und ging zum Bahnhof. Der Weg verlief ruhig. Keine Hindernisse und eventuelle Pannen. Alles klappte wie am Schnürchen. Die Wendeltreppe war der Treffpunkt. Wie zu früheren Zeiten. Sehr laut ging es heute zu. Man konnte keinen Stock hören, der seinen Weg suchte. Plötzlich stand sie vor mir. Herzliche Begrüßung und der helfenden Hand gab man ein freundliches Dankeschön. Miriam ging voraus und Chris klebte an ihrer Schulter. Keine 10 Minuten und sie standen im Wohnbereich. „Endlich. Nun kann die Entspannung beginnen.“ Miriam kochte gleich eine Pott Kaffee, dann ging die Plauderei los. Alle Vorbereitungen waren ja getroffen, denn bis sie zur Ostsee fahren, werden sie einige Tage im Ort verbringen. Freunde treffen ist angesagt und Neuigkeiten wurden ausgetauscht. Die Absprache mit dem Taxi wurde noch einmal erneuert, denn da gab es ein kleines Hindernis. Am Ende klappte doch alles perfekt.

Im Hotel angekommen, begann gleich bei der Anmeldung die tolle Hilfestellung. Lachend fuhren wir mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock. Unser Zimmer konnte man leicht finden, denn am Handlauf fühlte man die Zahlen gut. Auch gab es keine Schlüssel mehr, sondern Karten. Nur gegen halten und die Tür öffnete sich. Prima. Trödeln durfte man nicht, sonst verschloss es sich wieder. Eine besonders praktische Variante. Das Zimmer selbst neu eingerichtet und sehr hell. Für uns nicht so wichtig, aber die Sonne fühlen im Zimmer und Balkon, ist schon sehr angenehm. Die Nasszelle gab ebenfalls eine gute Ausstattung. Es fehlte an nichts. Mit allem war man versorgt und wir konnten direkt in Richtung mehr schauen. Das Hotel liegt wirklich optimal. Geht man durch den Garten hinten heraus, steht gleich die Ampel bereit für den Übergang. Direkt gerade aus weiter lief man zur Strandpromenade und den Hauseigenen Strandabschnitt. Das Haus und die Mitarbeiter strahlten eine besondere Leichtigkeit aus. Der Service verwöhnte jeden Gast. Amüsant war es stets, wenn der Speiseraum aufgesucht wurde, denn die Leitlinie unterm Fuß zeigte die Richtung an. Es belustigte alle, weil man immer den Strich suchte. Er war gut zu fühlen, doch nicht als Hindernis, dass man stürzen könnte. Der Wintergarten ließ den ganzen Tag die Sonne rein. Am Abend traf man sich dort, denn das Barvergnügen wurde gut angenommen. Die Bedienung und Fröhlichkeit nahm den Platz ein. Gute Unterhaltung und Gespräche nahmen ihren Lauf. Es waren stets gemütliche Stunden miteinander. Musikalische Untermalungen brachten ein Fler der Gemütlichkeit. Devid und Claudia fielen mir besonders ins Auge. Sie brachten den Schwung des Wohlfühlens herüber. Auch die vielen anderen vom Personal gaben Ihre Besonderheiten zum Besten. Ein Rundumwohlfühlpaket stand auf dem Plan. Keine Minute war vertan. Mit Freude im Herzen konnte der Urlaub verlaufen. Angebote vom Haus wurde reichlich genutzt. Die Reiter- und Wandergruppe hatten ihre besonderen Programme. Bei den Mahlzeiten und in den Abendstunden bekamen wir viele Infos vom Tagesverlauf mit. Später gesellte sich eine Tanzgruppe dazu und am Abend wandelte sich der Wintergarten mit den Tischen so, dass eine Tanzfläche entstand. Meine Ohren spitzte ich besonders, denn mir war es nicht geheuer, die Leitlinie unter den Füßen zu vernehmen. Wartete darauf, dass einer stolperte. Zum Glück geschah dergleichen nicht. Im Stillen grinste ich oft, denn so toll die Leitlinien sind, so sehr belustigte es uns, wenn wir trotzdem mal vom Weg abkamen und hinter der Bar standen. Kichernd nahmen wir dann den Weg zurück, damit wir wieder die Richtige Richtung trafen. Vor 13 Jahren war ich zuletzt im Aura Hotel, doch die Verbesserung in allen Bereichen stach mir sofort ins Auge. Man konnte vor dem Hotel, sowie im Haus selbst die fantastische Aura des gesamten spüren. Mein inneres Auge nahm jede Kleinigkeit der Veränderung wahr. Es glich so eine Zufriedenheit, dass Besucher, Personal und Helfer im Einklang harmonierten. Rundum ein Erholungsfaktor. Chris kannte einen persönlich von ihnen und er saß auch mit bei uns am Tisch. Hubertus war oft in sich gekehrt, doch konnten wir uns mit ihm gut austauschen. Stolz ging Chris mit mir direkt ins Dorf die Hauptstraße entlang. Abenteuerlich nahmen wir den Weg auf uns. Schafften es wirklich bis zum Strandplatz. Dort lauschten wir den Springbrunnen zu und genossen einen Cappuccino mit einem leckeren Eibrötchen. Stärkung musste sein, denn mein Zuckerspiegel schrie nach Nahrung.

Nach einer geraumen Zeit ging es wieder auf dem gleichen Weg zurück. Wir verfranzten uns mal arg. Da befragten wir einige Passanten vor einem Hotel, doch die waren Ortsunkundig, denn sie schickten uns in eine falsche Richtung. Unser iPhone zeigte uns stets an wo wir waren. So bemerkten wir baldigst, dass man uns in die falsche Richtung dirigierte. Beim Umkehren kamen wir an diese Menschengruppe vorbei und ihr Gelächter brachte uns nicht aus dem Konzept, sondern ich bemerkte kurz an: „Schade, dass sie auch blind sind und wir es nicht gleich bemerkten. Entschuldigen Sie bitte für unsere Nachlässigkeit.“ Dann fanden wir auch die wirkliche Abzweigung die wir nehmen mussten. Chris wollte schimpfen, doch ich merkte an: „Es gibt Menschen die solche Amüsante Narrheit benötigen.“

Der Weg zog sich und in Abständen befragten wir unser Smartphone. Im Hotel nahmen wir im Wintergarten dann genüsslich einen Kaffee und ein Stück leckeren Kuchen zu uns. Die Verführung versüßte unseren Tag. Am nächsten Morgen blieb ich im Bett, denn ich unterschätzte die Kissenlage und hatte starken Schwindel. Chris besorgte ein zweites Kissen und brachte mir Obst und ein Brötchen mit auf das Zimmer. Aufstehen ging gar nicht und somit kam sie trotzdem zum Ausflug mit Hubertus und einer Begleitung vom Personal. Sie gingen zur neuen Seebrücke von Timmendorf. Am Abend konnte ich wieder aufstehen und hatte zwar noch leichten Schwindel, aber das leckere Essen wollte ich nicht ausfallen lassen. Viereinhalb Sterne gab schon was her. Einfach nur ein Gaumenschmaus. Da ich vegetarisch aß, hatte ich jeden Abend eine Überraschung, denn die anderen wussten stets, was es gab. Das Personal fragte uns ab, welche Wahl man getroffen hatte. Zusätzlich konnte man auch das Buffet noch plündern, wenn man mit Sehrest sich traute, oder sehende Begleitung mitführte. Wir ließen uns bedienen. Sie holten und brachten, was unser Herz begehrte. Es gab jeden Abend ein Dreigängemenü. Wie gesagt: „Fantastisch!“

An unserem Nebentisch saß die Mainzelmaus aus dem Chat das Dorf. So manches nette Gespräch entstand bei jeder Gelegenheit. Nach drei Tagen orientierte man sich schon nach den Stimmen und nahm die Leitlinie nur noch so leicht mit ins Führungssystem mit. Wir ließen uns für den Ausflug zum Obsthof Münster in Eutin eintragen, denn Schnapsbrennerei ist doch ein Besuch wert. Der Vortrag über die Geschichte des Apfelbauern bis zum Heutigen Stand der Brennerei war ein langer Weg und sehr Interessant. Verkostungen wurden getätigt und anschließend gab es frischen Apfelkuchen mit Sahne und Kaffee. Einkaufen war dann angesagt. „Mir hatte der Apfel-Whisky und Rosenlikör angetan. Gin hatte ich zwar verkostet, doch war er zu bissig für meinem Geschmack. Rosenmarmelade nahm ich auch mit, denn ich liebe alles was Rosen betrifft.“

Die Führung war wirklich fantastisch präsentiert. Für alle gab es was zu probieren und auch an Informationen. Der Wandel eines Apfelhofes ist schon erstaunlich. Überall veränderte sich die Ausgangsform des Ursprunges. Die Generationen eines Hofes machen Sprünge die oft nicht vorhersehbar sind. Doch wird eine Tradition fortgeführt, auch wenn sich der Nachwuchs absetzt und in eine ganz andere Perspektive sich begibt. Wir nahmen auf jeden Fall Flyer mit, denn ich weiß jetzt schon, dass ich einiges an Produkten nachbestellen werde. Dafür mundete es zu sehr. Mark hatte mit voller Leidenschaft diesen Ausflug durchgeführt und seine Kollegin Dagmar ebenso. Glaubte schon, dass sie die Ehefrau wäre vom Besitzer der Brennerei. Sie spielte einige Situationen an, so dass der ganze Vortrag auch heiter ablief. Später musste ich doch schmunzeln, weil ich einem Irrtum erlag. Da ging die Fantasie mit mir durch. Naja, wie bei Pferden, auch sie galoppieren mal viel zu schnell.

Von Mak erfuhren wir, dass jede Woche ein Besuch in der Brennerei durchgeführt wurde. Eine schöne Ausflugsbasis. Natürlich gibt es im Hotel auch viele Themenbezogene Angebote. Zahlreich wird dies genutzt. Nicht nur blinde aus Deutschland nehmen hier teil oder genießen ihre Urlaubstag. Schweiz, Niederlande und Frankreich finden gefallen an diesem wunderbaren Platz. So nahe am Wasser und das Angebot ist sehr anspruchsvoll. Wir nahmen uns vor, im Dezember wieder Urlaubstage hier zu verbringen. Auch bei den Krimitagen würden wir gerne mal reinschnuppern. Es gibt in Deutschland nicht mehr so viele Möglichkeiten in einem Aura Hotel seine Erholung zu finden. Auch diese sind von der Wirtschaftskriese betroffen. Natürlich sehr bedauerlich, weil blinde Menschen die

Sicherheit benötigen. Selbstständig sich im Haus und Ortsumgebung sich bewegen zu können. Wir hoffen alle sehr, dass diese Situation sich wieder bessern wird. Wir können nur empfehlen, bucht euren Erholungs- oder Themenurlaub, um die Aura selbst zu erleben. Wir waren so fasziniert, dass wir es immer wieder versuchen werden. Mit tränen in den Herzen ließen wir uns vom Taxi wieder abholen und verbrachten noch einige schöne Tage gemeinsam bei Miriam zu hause.

Mari-Wall

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