Winterzauber und Lichterglanz
Von
Mari-Wall
Schneezauber im Birkenwäldchen
Gerlinde ging mit ihrer Freundin zum Stadtpark und sie genossen das Sportfest der Lebenshilfe. Viele Menschen tummelten sich an diesem Tag mit Aktivitäten. Für Jung und Alt, waren die Angebote vielfältig. Der Musikrausch kam nicht zu kurz. Es war ein Fest der Nachhaltigkeit für das Miteinander. Die Freude und das Lachen aller Herzen, sang ihr eigenes Lied. Zukunftsorientiert, wünscht man sich diesen Zusammenhalt Dauerhaft. Der Sonnenball meinte es besonders gut mit der Strahlungskraft. Gerlinde und ihre Freundin Frauke setzten sich für kurze Momente ab und nahmen die Richtung zum kleinen Birkenwäldchen ein. Ihnen war, als würden sie in eine andere Welt steigen. Die Luft flimmerte und die Zartheit der Schwingungen brachten sie ins Taumeln. Wahnsinn, diese fantastische Schwingungskraft. Gerlinde fühlte sich gleich beschwingt, nahm ihre Hände und befühlte zwei Birken. Junge Kraft zog in ihren Körper. Brachte ihre Sinne zum Wachsen. Still nahm sie diese Feinheit der Stärke in sich auf. „Danke, du zarte Birke, auch deiner Schwester möchte ich für ihre leise Schwingungskraft meinen Dank reichen. Ihr belebt meine Sinne neu, denn durch Unachtsamkeit meiner Person, wurde mir gezeigt den Energiehaushalt sparsam zu verteilen und dabei sich selbst, nie zu vergessen. Mit Erstaunen stellte ich fest, „dass ich diese Regel vergaß und durch mehrere Aspekte der Knall in meinem Kopf einschlug.“ Ein Zeichen des Himmels. Achtsamer mit dem Gut des Menschen umzugehen. Wachsamer betrachtet man nun den neuen Weg und schwört sich: „Besser die Gaben der Wahrnehmung zu pflegen und zu schützen. Hilfe anzunehmen, wo sie bedarf zeigt.“
Tief in ihrer Seele spürt sie die junge Kraft in sich fließen. So, dass die gestörte linke Kopfhälfte, sich öffnete für die Weite. Den Raum wieder frei gibt für die Klarheit. Sie bemerkte den Baumgeist, der mit seiner kleinen Schwester ihr zeigten, was sie beachten möge, damit die Öffnung freigehalten werden kann. Der Baumgeist Timo nahm Gerlinde an die Hand und zog sie mit in ihre Welt. „Komme mit und lasse dich führen. Erlebe wie leicht es ist, wenn du in den Gesetzen der Natur und Elfen dich bewegst. Die Freiheit deiner Seele, sowie die Leichtigkeit des Körpers spürst in dir selbst. Du bringst deinen Energiehaushalt wieder in den Floss des klaren Bewusstseins deiner Zeit. Heile alle Strukturen deines Daseins.“ Ihr fiel es leicht sich mitziehen zulassen. Plötzlich stand sie mitten im Birkenwäldchen, der aber nicht zum Stadtpark mehr gehörte, sondern aus einer anderen Zeitepoche stammen musste. Viele Elfenfamilien feierten das Schneefest. Sie sah wie leiser Schnee herabfiel. Die zarten Kristalle sich auf ihren Haaren, Nase und Augen niederließen. Kitzelnde Momente spürte sie und die Fröhlichkeit erfasste sie ebenso, wie die Kinder hier in diesem Elfenland. Timos Schwester Sabrina nahm sie an die Hand und führte sie zu einer besonderen Großen Birke. Sie Trägt das Haus der Zauberin Josefina. Sie ist die Heilerin der zerbrochenen Seelen und berührst du ihre linke Hand, dann lädt sie dich zur einer besonderen Gesprächsrunde ein. Jeder Mensch, der sein Herz zum Hören nutzt und mit den Wesen der Natur Kommuniziert, darf sich zu ihr gesellen. Am Ende geht er mit dem alten Wissen und viel Heilungsenergie nach Hause. Sie bekam strahlende Augen und ihr Herz hüpfte vor Begeisterung. „Was für ein Geschenk. Mitten im Schnee, wo die Welt glitzert und das Licht in vielen Farben sich zeigt, darf ich zu dieser göttlichen Stunde.“
Die Geschwisterelfen nahmen sie in ihre Mitte und führten sie zur Zauberin. Sie verneigten sich tief und baten Gerlinde in ihre Häusliche Wohnstätte einzutreten. Das leuchten der Strahlungskraft von der Meisterin nahm sie in den Bann. Ihr Herz schien zu schweben und den Körper spürte sie gar nicht mehr. Als wäre er im Park geblieben. Sie dachte einen Moment an Frauke, doch durch die zarte Berührung vergaß sie es sofort. „Wie schön ist dein Birkenwäldchen. So zart die Wesen deiner Welt. Mir scheint, als gäbe es keine Sorgen und Krankheiten?“ Sie nickte Gerlinde zu, dass sie sich setzen möge auf dem weichen Schneeteppich. Sie tat wie geheißen und bemerkte, dass es nicht kalt war. Ihre Augen nahmen alles in sich auf und wärmten das Herz ihrer Seele und füllte alles mit Heilungsenergie auf. Die leichte Berührung brachte Gerlinde zum Erblühen ihrer eigenen Seelenkraft erneut, so dass die Hoffnung für das neue Leben erfasst wurde. „Ich fühle die Heilung tief in meinem Herzen. Am liebsten würde ich hier in dieser Zeit bleiben, doch meine Aufgabe ist noch nicht zu ende, sondern es steht noch viel auf dem Lebensplan.“ Sie schwebte zurück in ihre Zeit und stand mit Frauke auf denselben Platz und streichelte die zwei Birken. Ihr Herz weinte vor Glück. „Danke, für Alles.“ Sie erinnerte sich jetzt, dass die junge Eiche zuvor ihren Rücken den Schmerz nahm. Ein jungen Ahorn streichelte sie auch, damit er ihre Nieren wieder gut belebt.
Nach dieser Erholungspause gingen sie zurück zum Geschehen des wunderbaren Sportfestes. „So viele Geschenke gibt es in unserer Zeit und Natur. Mögen es alle Menschen erkennen, was das Leben uns bieten kann. Auch hilft sie uns, die Hürden anzunehmen und zu bewältigen. Die Liebe bringt ebenso viele große Bewegung rein, denn alles bewegt sich miteinander und für einander. Reicht Jedem die Hand dafür, dann kann dein Herz strahlend die Welt deiner Zeit tanzen und leben lassen.
Der Himmel und die Erde halten uns, in unserer eigenen Zeit. Zweifle nicht, denn es gibt Wunder, die man nicht erklären kann. Liebe sie einfach, so liebst du auch Dich selbst.
Zuckerschnuten
Nach einer sehr langen Pause, gingen wir wieder einmal über unseren Weihnachtsdom. Erstaunt lief ich mit meinen Kindern über den gut beleuchteten Platz. Wirklich, die Fahrgeschäfte werden immer verrückter.
Damals liebte ich schon den Luping, doch jetzt schaue ich mir das Schauspiel von unten an und erfreue mich an den Kreischattacken der Jugendlichen. Es sieht sehr gewagt aus, aber Gefallen finden die meisten daran. Nur mein Herz stockt vor Unruhe. „Nein, ich gehe da nicht rein!
Meine große Enkelin will mich dazu überreden, aber mir genügt es, zuzuschauen. Meine Freundin Kerstin ist da schon mutiger. Sie steigt mit ihr ein und ich höre ihre begeisterten schreie. Kerstin sieht trotzdem sehr blass aus. Nach der Fahrt standen sie noch etwas davor und schauten den nächsten Schwung zu, wie auch sie vor Freude schrien. Gehört einfach dazu.
Wir zogen dann zum nächsten Angebot weiter. Die Geisterbahn. „Hier komme ich mit.“ „Wie, du kommst mit?“ Da wollte Juliette nicht rein, also übernahm Kerstin diesen Part und ging mit mir zur Kasse. Es war gigantisch. Cool. Man muss schon etwas für Geister übrighaben, dann ist es ein tolles Erlebnis. Ich erzählte begeistert, wie die Hand des Gerippes langsam durch mein Haar fuhr und Kerstin mich erschrocken festhalten wollte. Ich lachte laut auf und sie bemerkte kurz: „Mir war es, als wollte er dich aus dem Wagen ziehen.“ „Ach, meine Liebe, das ist doch nur Show? Es soll doch echt wirken, nur habe ich keine Bange vor Geistern, denn sie sind meistens ganz nett.“
Wir liefen dann weiter und plötzlich schrie Kerstin, kommt rasch, dort hinten gibt es Zuckerwatte. Die habe ich ja schon viele Jahre nicht mehr genascht. Ich muss unbedingt welche haben.“
„Mir fiel auf, dass auch ich gar nicht mehr weiß wie sie schmeckt. Also werde auch ich sie kosten und mich sicher erinnern, warum ich sie ewig nicht mehr ass.„
Bevor wir zum Stand kamen, trafen wir den Domweihnachtsmann. Juliette ging mit großen Schritten auf ihn zu und lächelte: „Na Weihnachtsmann, hast auch was für große Mädchen?“ „natürlich meine Kleine, wenn du brav warst?“ Kichernd murmelte sie: „Wie meinst du das denn?“ „Ob du auch immer gute Leistungen bringst? Deiner Familie ein liebes Kind bist?“ „Glaube schon. Kerstin, was meinst du? Oma frage ich lieber nicht, vielleicht sagt sie etwas falsches?“ Kerstin bemerkte kurz und bündig: „Im Verhältnis gesehen, schon.“ Da griff er in den großen Sack und holte eine besonders große Zuckerstange hervor. „Ich glaube, diese hast du dir verdient. Bleibe ein Hilfsbereites Mädchen, dann klappt auch in deinem Leben alles perfekt.“ Sie lachte und nahm die Stange entgegen. Knallrote Streifen hatte sie.
Nun standen schon die nächsten Familien bei ihm und die drei gingen weiter zum Zuckerwattestand. Sie nahmen alle davon und der Stab, war vollgepackt damit. „Lecker und so süß.“ Kerstin bemerkte: „Mir waren sie immer zu süß, deshalb ging ich an diesem Stand gerne vorbei.“ Juliette lachte vor Begeisterung. „Cool, macht echt spaß sie zu naschen. Oma, warum ziehst du so eine Schnute? Schmeckt sie dir nicht?“ „Ich erinnere mich, dass sie zu stark klebte und ich sie überall hatte. Meine Haare waren ständig verklebt, meine Nase und Wangen ebenso. Deshalb vermied ich sie stets.“ Nun lachten sie und liefen zum nächsten Karussell. „Möchte einer von den Damen hier mal mitfahren?“ „Nein junger Mann, wir sind schon aus den Kinderschuhen herausgewachsen.„ Mit ihren Zuckerschnuten gingen sie noch einmal eine Runde über den DOM und fuhren dann wieder nach Hause. Es reicht für dieses Jahr. Bis irgendwann wieder. Frohe Weihnachten.
Manfred und der Weihnachtsbaum
In diesem Jahr wünscht Manfred sich viel Schnee. Das Klima hat sich so stark verändert, dass nicht nur er traurig ist, sondern alle in seiner Schule. Gerne würde er mal auf der Ostsee laufen, wenn sie zugefroren wäre. Die Leiterin von seiner Wohngruppe Ellen Flos berichtete ihnen, dass es vor 100 Jahren zuletzt dickes Eis gab. Man konnte mit Hunde- und Pferdeschlitten übers Eis, bis zu den Inseln kommen. Gigantisch, wenn dies auch heute wieder möglich wäre. Nur bekommen wir im Norden keinen wirklichen Winter mehr, dass die Ostsee gefrieren könnte.
„Was für eine schöne Möglichkeit, sich mit dem Schlitten zu einer der Inseln bringen zulassen. Ob in dieser Zeit, während die Ostsee zugefroren war, sich zum Weihnachtsfest gegenseitig besucht wurde?“
„Deine Urgroßmutter Frieda, erzählte so manche Geschichte aus dieser Zeitepoche. Ihre eigene Mutter hatte es miterlebt und war stolz darauf, auf der Ostsee laufen zu dürfen.“
Solche Winter waren selten, doch gab es sie noch regelmäßig. Für die Bewohner der Inseln war es eine gute Gelegenheit ihre Verwandtschaft auf dem Festland zu besuchen. Oftmals trafen sie sich auch mitten auf der halben Strecke. Genossen auf der weißen Eisfläche, freudige Stunden miteinander zu verleben. Sie stellten auf dem Eis einen Tannenbaum auf und schmückten ihn mit bunten Zuckerwerk und Engelshaaren, sowie Kugeln. Strohsterne in verschiedenen Größen brachten den besonderen Zauber. Mit gebrachte Speisen wurden verteilt und sie leckten sich lange noch die Lippen danach. Wahnsinn, solch ein Gaumenschmaus. Wundersame Zuckerwerke rundeten die Festessen ab. Sie sangen Lieder, die jedes Herz berührte und der hall ging in die Ferne hinaus. Jung und Alt, fanden Gefallen an solchen Festtagen. Die Kinder brauchten nicht brav stillsitzen, sondern konnten ihren Bewegungsdrang nachgehen. Sie fühlten sich dem Nordpol sehr nahe und somit auch der Hoffnung Knecht Ruprecht und den Weihnachtsmann zu begegnen. Damals wie heute, träumen Kinder davon. Manfred würde gerne dies Mal erleben. Nur in diesem Jahrhundert gibt es kaum Schnee in unserer Region. Geschweige minusgrade, dass die Ostsee zufrieren könnte. Er verspricht sich selbst:
„Wenn er Erwachsen ist, unbedingt zu den Eisbergen zu gehen und ein wenig diese Möglichkeit zu erforschen.“
Ob es gelingt, weiß man nicht. Doch ein Versuch, wäre es wert. Weihnachten auf dem Eis, was für ein schönes Geschenk. Die Natur, so wie sie früher war, erneut zu erleben.
„Sein Baum hätte eine Höhe von 7 Meter und würde mit Kristallen geschmückt. Er sollte auch noch Tannenzapfen tragen, denn dieser Schmuck ziert sein Glanz besonders. Pfefferkuchenherzen würde er daran hängen, damit die Kinder sich freuen können. Zuckerstangen in allen Farben und Schokoladenkringeln in den unteren Reihen, damit die Kleinsten sich selbst bedienen können. Die Spitze sollte einen roten Mond tragen. So würde er von der Ferne aus, bereits gesehen werden. Sein Bildnis von einem Weihnachtsbaum steht und irgendwann, wird er auf einem Eisfeld stehen.“
Mari-Wall