Mitternacht

Von

Mari-Wall

Robert ging nach der Arbeit noch ins Fitnessstudio. Sein Freund Claus versprach, diesmal wirklich pünktlich zu sein. Natürlich wieder nur ein leeres Versprechen. Verärgert trat Robert schon seine Trainingsstunde an. Beunruhigend, drehte er sich nach jeder Übung suchend um. Plötzlich kamen zwei auffällige Herren in schwarzer Kleidung rein. Ihre Stimmen grölten an seinen Ohren. Abwartend schaute er nach jeder Übung zum Halleneingang. Nichts passierte. Claus blieb fern. Ziemlich am Ende der Trainingszeit ging er zu seinem Spint und wollte noch die Sauna aufsuchen. Ärgerlich holte er sein Handtuch heraus und ging in die Richtung. Er war sauer, dass Claus wieder nicht kam. „Was ist nur mit Ihn in letzter Zeit los? Habe ich irgendwas verpasst? „

Robert nahm sich vor, ihn später anzurufen. Durch so etwas hält die dickste Freundschaft nicht stand.

Aus dem Augenwinkel sah er, wie die Typen zum Dresen gingen und eine Waffe auf Andreas richteten. Er hatte heute Dienst, denn er vertrat Pia. Ihre Tochter Renate hat heute ihren 13 Geburtstag und will die erste Party schmeißen. Pia möchte sie doch lieber dabei im Auge behalten. Er hörte: „Wo ist Claus? Warum versteckt er sich? Wir bekommen ihn doch zu fassen. Er kann sich nicht ewig verbergen?“

Andreas ließ sich nicht einschüchtern.

„Was wollt Ihr von ihm? Steckt eure Waffen ein und verzieht euch, sonst rufe ich die Bullen“

Sie nahmen Blickkontakt mit Robert auf und steuerten in seine Richtung.

„Halt, bleib stehen. Dich kennen wir doch. Wo ist dein Freund?“

„Ich habe viele Freunde. Wen meint Ihr? Weshalb zieht ihr solch eine Gangstershow ab? Dreht ihr einen Film?“

Der kleinere Typ zielte direkt auf Roberts Herz. Wackelte mit seiner Knarre ein wenig herum.

„Soll ich dir dein Hirn weg pusten? Also Junge, wo ist er?“

„Was hat er mit Euch zu tun? Wenn ich wüsste wo er ist, würde ich es euch bestimmt nicht mitteilen. Ich verrate keine Freunde.“ Während die Typen sich auf Robert einschossen, drückte Andreas den Knopf der mit einem Alarm zur Polizeidienststelle verbunden ist. Keine 5 Minuten später hörte man die Sirene. So wie sie kamen, verschwanden die Typen in Windeseile. Robert ging nun zu Andreas und schaute ihn fragend an. „Was war das denn jetzt? In was für Schwierigkeiten hat sich Claus reinmanövriert?“

Andreas zuckte nur mit den Schultern und ging seiner Arbeit nach. Die Eingangstür öffnete sich und drei Frauen kamen lachend herein.

Na Jungs, seit ihr heute alleine hier? Wo ist Claus? Wir hofften, ihn hier zu finden?“

„Nein, nicht ihr auch noch? Vorhin waren zwei durchgeknallte Typen hier und suchten ihn auch bereits.?“

„oh scheiße, also stimmt es doch.“

„Was meint ihr damit? Hat Claus etwas angestellt?“

Gabi, die jüngere von Ihnen plauderte sofort los.

„Man erzählt sich, dass er im Drogengeschäft eingestiegen ist und seinem früheren Kumpel von der Schulzeit in die Quere kam. Er soll auch eine Lieferung unterschlagen haben und da versteht Ulrich keinen Spaß.“ Plötzlich wurde die Tür erneut aufgerissen und zwei Beamte traten ein mit gezogener Waffe.

„Wo sind die Verbrecher?„

Andreas klärte den Fall sofort auf und berichtete den Tatverlauf.

„Ihr kommt wirklich einige Minuten zu spät.“

Er beschrieb mit Robert die Ganoven genau und dann zogen sie wieder ab. Kopfschütteln bemerkten die Mädels, typisch Polizei. Immer das gleiche Spiel. Brauchst du sie wirklich, dann kommen sie zu spät und hoffen, dass ihr die Gauner schon gefesselt habt und auch noch den Fall aufklärt.“

Sie waren schon sehr besorgt, dass Claus ihnen nichts von seinen Problemen erzählte. Gemeinsam überlegten sie nun, wie sie ihm helfen könnten. Er geht ja auch nicht mehr an sein Handy.

„Andreas könntest du bei ihm anrufen?“

„Was glaubst du, was ich die letzten zwei Tage gemacht hatte. Bin sogar bei ihm zu Hause vorbeigefahren. Niemand hat die Tür geöffnet. Nicht einmal seine Frau Ellen.“

„Merkwürdig, es sind doch keine Schulferien, dass sie eventuell verreist sind? Wir sollten noch einmal hinfahren und genauer nach dem Rechten schauen.“

„Robert, wann hattest du dich mit Claus für heute verabredet?“

„Ich traf ihn vor genau zwei Wochen im Supermarkt und er versprach mir, diesmal wirklich zum Training zu kommen. Wie Ihr seht, kein Claus vorhanden.“

Martina nickte ihm nur zu. Annette lächelte sanft und bemerkte:

„Seine Frau Ellen sah ich auch schon längere Zeit nicht mehr beim Einkaufen. Nicht einmal die Kinder. Sie sind wahrscheinlich untergetaucht.“

„Was wollen wir unternehmen? Fahren wir gemeinsam zu ihn nach Hause? Dort könnten wir auf die Typen treffen, wenn wir nicht aufpassen.“

„Ich habe einen Plan.

Mädels ihr fahrt am Besten jetzt gleich mal bei Claus vorbei und tut so, als hätte er Euch eingeladen. Sollte doch Jemand zu Hause sein und öffnen, dann geht ihr hinein und

Berichtet ihm, was hier los war. Macht niemand auf, dann schaut ob irgendwo Licht ist. Guckt auch nach dem Briefkasten. Sollte er leer sein, dann muss ja einer ihn geleert haben. Ihr meldet euch bei Andreas und sollte nichts sichtbar sein, dann fahren wir hin und werden dort in der Nähe die Gegend beobachten. Kurz nach Mitternacht melden wir uns bei euch dann. Es wird also eventuell eine lange Nacht.“

„Es ist jetzt 21:00 Uhr und wir sollten sofort uns auf den Weg machen. Wünscht uns Erfolg.“

Mit schnellen Schritten verließen sie das Studio und Robert legte sein Handtuch zurück in den Spint. Gesellte sich zu Andreas und sie nahmen einen Cocktail zu sich. Die Minuten verstrichen und keiner sprach. Stille überzog das Schweigen.

Nach einer gefühlten Ewigkeit klingelte Andreas Handy. Er sah Annettes Nummer und drückte auf annehmen.

„ja, was habt Ihr herausgefunden?“

Schweigend hörte er zu. Er nickte mal kurz und legte dann auf.

„Sie trafen Niemanden an. Kein Licht zusehen und der Briefkasten ist leer. Sie fahren jetzt zu Gabi und warten auf weitere Anweisungen von uns.„

Robert ging zur Garderobe, zog seine Jacke an und schaute fragend zu Andreas.

„Wollen wir starten? Lass uns dann mit dem Auto von dir fahren und parken möglichst eine Straße früher?“

Andreas nickte zustimmend. Verschloss das Studio und nahm noch etwas aus einer Schublade heraus. Robert konnte nicht sehen, was es war. Sie gingen zum Audi und nahmen das Ziel ins Visier.

„Wo steht dein Wagen? Bist du überhaupt mit ihm hier?“

„Nein, das Fahrrad war heute dran. Brauche Bewegung. Es steht hinten beim Schuppen. Also nicht zu sehen von der Straße aus. Außerdem vorschriftsmäßig angeschlossen.“

Er trat das Gaspedal durch und steuerte in die Lindauer Straße rein. Keine 13 Minuten später parkten sie in der Bergerstraße. Ziemlich am Ende, wo keine Laternen sind. .

Ehe sie ausstiegen sprachen sie sich ab.

„Wir sollten so leise wie möglich uns in die Richtung von Claus seinem Wohnbereich begeben.“

Ab und zu hörte man eine Fledermaus durch die Luft fliegen. Ein Katerchen mauzte auch im Garten vor der Biegung zur Kümmerstraße. Sonst war toten Stille. Kein weiteres Geräusch zu vernehmen. Sie gingen wirklich sehr vorsichtig zu Werke. Fast wäre Robert an eine Bierdose gestoßen, denn sie lag plötzlich vor seinem Fuß. Zum Glück bemerkte er sie gerade noch rechtzeitig. In der Nacht sind die Geräusche wirklich verstärkt zu hören. Andreas flüsterte:

„Bleib mal stehen. Nichts ist zu hören.

Wir sollten uns jetzt trennen. Du gehst besser durch den Garten zur Terrasse und ich nehme den Weg über die Hauptseite.“

Das Grundstück lag wirklich in kompletter Dunkelheit. Merkwürdig war dies schon. Sicher sind sie weggefahren und haben in Panik reagiert und keinem anvertraut, dass sie nach dem Rechten schauen sollten. Von der Hauptstraße aus konnte man keine Bewegung erkennen. Es war auch kein Geräusch zu vernehmen. Andreas überprüfte alles. Konnte nichts Verdächtiges ausmachen. Er blieb stehen und horchte in die Stille hinein. Langsam ging er ebenfalls zur Terrasse herum und bemerkte Robert.

„Hier ist kein Mensch. Wirklich nichts zu sehen. Keine Menschenseele auszumachen.

Robert schaute in die Scheibe der Terrassentür hinein. Konnte nichts wirklich erkennen. Sie schauten sich noch einmal das Haus an und kein einziges Licht ist zu sehen. Merkwürdige Geschichte. Dann drückte Andreas gegen die Tür und auf einmal bewegte sie sich. Er griff in seine Jackentasche und holte ein Gegenstand hervor. Robert erschrak, denn er hielt eine Waffe in der Hand. „Woher hast du sie? Ist die echt?“

Er nickte nur und ging ins Haus. Andreas zündete sein Feuerzeug an und sah, dass hier gewütet wurde. Sie gingen durch das ganze Haus vorsichtig, aber es war wirklich niemand zu Hause.

„Fasse bloß nichts an. Wir sollten noch nach oben schauen.“

Auch dort hatte man ein durcheinander hinterlassen. Die Kinderzimmer waren leer und im Schlafzimmer stand der Kleiderschrank offen.

„Sieht aus wie überstürzter Aufbruch. So wie es scheint, kamen sie noch zur rechten Zeit weg. Sollten wir die Bullen anrufen?“

„Was hat Claus da nur seiner Familie angetan? Stimmen die Gerüchte über ihn auch wirklich? Oder hängt man ihn nur etwas an? lasse uns zu den Mädels fahren und beraten, was wir tun können. Hier kommt keiner mehr. Außer wir rufen beim Revier an.“

Leise schlichen sie sich aus dem Haus und gingen zum Auto. Fuhren auf dem schnellsten Weg zu den Frauen. Robert schaute auf sein Handy und bemerkte:

„Schon Mitternacht vorbei. Ich rufe sie mal an.“

„Annette, wir kommen noch vorbei. Ist es euch auch recht? Dann könnten wir gemeinsam schauen, was man unternehmen sollte.“

Er drückte den Anruf weg und räusperte sich.

„Sie erwarten uns.“

Gabi öffnete die Tür, nachdem sie kurze Zeit später eintrafen. Eine Kanne Kaffee stand bereits auf dem Tisch im Wohnzimmer.

„Lasst uns gleich zur Sache kommen. Es muss also stimmen, dass sie abgehauen sind oder sie wurden verschleppt.“

Annette überlegte Krampfhaft, hat Ellen nicht eine ältere Schwester im Schwarzwald wohnen? Könnten sie dort hingefahren sein?“

„Ja, Sabine hat vor einigen Jahren dorthin geheiratet. Ich glaube sie heißt jetzt Winter. Ich Google gleich mal. Hier ist die Telefonnummer.“

Drückte auf anrufen und es dauerte lange bis dort Jemand abnahm.

„Winter, wer stört um Mitternacht meinen Schlaf?“

„Sabine, hier ist Annette. Wir machen uns Sorgen. Claus ist mit seiner Familie in Schwierigkeiten. Wir erreichen ihn und Ellen nicht. Im Studio kamen merkwürdige Typen mit Waffen rein.“

„Langsam. Waffen und wer? Annette wiederholte alles in Ruhe und am Telefon wurde es still. Sabine, bist du noch dran?“

„Ja, habt ihr schon was unternommen? Weiß die Polizei schon Bescheid?„

„Andreas hatte die Typen ihnen auch beschrieben, doch wir sind uns nicht sicher, ob sie wirklich was unternehmen.“

„Beruhigt Euch und hört gut zu. Sie sind nicht hier, aber ich weiß wo sie untergetaucht sind. Claus hat wirklich einen großen Fehler gemacht und nun sind ihre Leben in Gefahr. Er will sich stellen, aber erst, wenn etwas Gras darüber gewachsen ist. Wir rieten ihn direkt zur Polizei zugehen. Doch er behauptet, dass die mitmischen und man ihnen nicht vertrauen kann.“

„Robert lenkte ein und erklärte Sabine, dass er Jemanden kennt von denen und sie um rat fragen wird. Es kann nicht sein, dass sie alle korrupt sind. Wir melden uns, sobald wir etwas hören.“

„Bitte um Mitternacht, dann schläft hier alles und wir sind ungestörter.“

Sie saßen noch circa eine Stunde zusammen und die Jungs verabschiedeten sich . Andreas fuhr Robert nach Hause und schlug dann seine eigene Richtung ein. „Was für eine Geschichte. Claus ist echt durchgeknallt, dass er sich auf solche eine Schiene begab. Wie will er da Heil herauskommen?“

Robert konnte keine Ruhe finden. Seine Gedanken schweiften stets zu Ellen und den Kindern.

„Wie konnte er so unvernünftig sein und die eigene Familie in Gefahr bringen? Was für Nöte traten bei ihm ein, dass er solch einen Fehler beging. Ich werde mal bei Beate anrufen, vielleicht kann sie helfen. Sie ist wirklich eine gute Detektivin und ihr Mann Bernd macht ein wenig den Laufburschen für kleinere Dienste.“

Andreas war so müde, dass er sich gleich ins Bett fallen ließ. Gegen 7:00 Uhr klingelte das Telefon bereits und riss ihn somit aus dem Schlaf.

„Hallo Andreas, hast du schon etwas gehört?“

„Nein, Robert wollte sich um die Angelegenheit kümmern. Seine Verbindung zu Beate ist besser. Er wird mehr erreichen können. Sobald ich etwas von ihnen höre, melde ich mich sofort.“

Beate hörte aufmerksam zu und wurde unruhig. „Was für weitere Informationen habt Ihr über diese Drogengeschichte?„

„Wir wissen nur dies, was ich gerade ausführlich dir berichtet habe. Dein Mann kann er dich unterstützen?“

„Lass mich man machen. Spätestens Morgen werde ich dir eine Information reichen können. Unternehmt bitte nichts, auch nicht noch einmal zum Haus von Claus gehen. Ihr habt wahrscheinlich schon Spuren hinterlassen.„

Alle Hebel setzte sie in Bewegung und auch ihren Kontakt zur Kommissarin Cornelia Buche. Intern laufen die Räder auf Hochtouren. Am späten Abend rief Beate bei Robert an.

„Robert, trommle deine Freunde zusammen und wir treffen uns im Jägerstieg 13. Dort wohnt eine vertraute Person von mir. Macht keinen Wirbel. Lasst alles so verlaufen, dass keiner verdacht schöpfen kann, falls die Typen euch beobachten. Wir sagen mal so gegen 21:00 Uhr.“

Rasch hatte er die Mädels und Andreas informiert. Kurzes stöhnen, aber dann einer Meinung.

„Wir kommen, denn es ist für Claus und die Familie. Wäre schön, wenn er aus dieser Misere ohne Schaden herauskommt.“

Punkt 21:00 Uhr trafen sie alle ein. Frauke wartete schon auf Beate und alle Freunde von Robert. Es ging alles sehr still vonstatten. Zum Glück ist es ein abgelegenes Grundstück. Im Wohnraum war es gemütlich warm und die Vorhänge waren zugezogen. So konnte von außen nichts beobachtet werden, sollte sich Jemand verirrt haben in dieser Gegend. Beate räusperte sich kurz und bat um Ruhe.

„Wir sind pfündig geworden was die undichte Stelle im Polizeirevier ist und haben gemeinsam eine Falle geplant. Ihr sollt doch um Mitternacht bei Claus Schwester wieder anrufen?“

Robert und die Anderen nickten zustimmend.

„Wir haben Sabines Telefonnummer für Sie aufgeschrieben, damit sie eventuell sie benötigen.“

„Ja, perfekt. Wir würden gerne jetzt den Ablauf besprechen und dann sofort handeln.“

Zustimmendes Gemurmel. Frauke schenkte eine Runde Kaffee aus und so manches Wort wurde noch zerpflückt. Nur noch zehn Minuten bis Mitternacht. Totale Stille herrschte jetzt. Ping, machte die Wohnzimmeruhr und bei Sabine klingelte das Telefon. Sie nahm den Hörer mit zittrigen Händen ab.

„Ja, alles in Ordnung?“

„Bei uns hier ist alles vorbereitet. Nun würden wir gerne wissen, was du uns berichten kannst?„

Sabine übergab indessen den Telefonhörer an Ellen weiter.

„Hier ist Ellen, Claus ist in Sorge gewesen, wenn er ans Telefon gehen würde. Er blieb lieber in unserer Sicheren Unterkunft mit den Kindern. Jammen und Linda sind sehr aufgewühlt und wollten den Papa nicht alleine lassen. Bitte berichten sie mir, was wir machen können, damit wir in Sicherheit kommen und Claus seinen Fehler wieder gut machen kann. Soviel ich weiß, hatte sein Schulfreund ihn erpresst und gedroht den Kindern etwas davon zu verpassen, wenn er nicht einsteigt. Am Anfang hoffte er sehr, dass es einmalig wäre, doch sie brachten ihn immer wieder in die Drohung und so hatte er den letzten Drogenhandel in ein Versteck gebracht im Keller unseres Hauses und wir packten unsere Siebensachen und flüchteten zu Sabine. Sie half uns eine sichere Unterkunft zu finden. Nur vermutlich können wir hier auch nicht bleiben, denn ewig auf der Flucht ist kein Leben. Bitte helfen sie uns.“

Beate übernahm nun das Gespräch.

„Wir danken Ihnen sehr, dass sie bereit sind uns ebenfalls diesen Typen das Handwerk zu legen. Unser Vorschlag ist folgender: „Sabine ruft am Morgen bei Ihnen zu Hause an und spricht auf den Anrufbeantworter folgendes drauf.

Claus und Ellen, warum meldet ihr euch nicht? Was ist passiert? Seit Ihr in Gefahr. Robert hörte von einem Gerücht, dass du in Schwierigkeiten bist wegen Drogen. Was ist da dran? Sollte es stimmen, dann hoffe ich nicht, dass du es im Haus hast. Sicherlich ist unser Versteck aus den Kindertagen zwar perfekt, doch nicht sicher vor den Ganoven? Bitte meldet Euch. Ich mache mir große Sorgen.“

Sabine versprach es genauso zu übermitteln. Kurze freundschaftliche Worte wurden noch getauscht und alles weitere würde dann am Vormittag ablaufen. „Beate rief noch bei Ihrem Mann an und er versicherte ihr, dass alles läuft. Die Gegend ist gesichert und im Haus sind zwei Kollegen bereit. Es lief alles ab, wie besprochen. Die beiden Beamten bemerkten im Garten eine Bewegung. Die Terrassentür war wie Robert sie vorfand nur leicht geschlossen, so dass ohne Schwierigkeit sie geöffnet werden kann. Ihr Waffen bereit zum Einsatz warteten sie ab, was da auf sie zukam. Langsam öffnete sie die Tür und eine Männerstimme rief ins Haus. „Claus, Ellen, wo seit Ihr? Zeigt Euch. Weiß genau, dass ihr im Haus seid.“

Stille. Keiner wagte sich zu bewegen, dann hörten sie eine Waffe klicken.

„Ich knalle Euch ab, wenn ihr nicht endlich zum Vorschein kommt. Wo hast du meine Lieferung?“

Wieder Stille. Der Andere meldete sich:

„Komm Reiner, lass uns in den Keller gehen, denn seine Schwester sprach doch vom perfekten Versteck.“

„Gut, scheint wirklich niemand im Haus zu sein. Den muss der Asch auf Grundeis gehen.“

Sie zündeten ein Feuerzeug an und gingen zur Kellertreppe. Stiegen hinab und begannen zu suchen. Polterten herum, weil dort viel herumstand. Es muss wohl schon Jemand sich dort zu schaffen gemacht haben. Die Beamten drückten die Tür leise zu, schlossen von außen ab. Schalteten im ganzen Haus das Licht an und keine Minute später war es umstellt. Sie öffneten gesichert die Kellertür und riefen hinein:

„Waffe runter und kommen sie mit erhobenen Händen heraus. Keine falschen Bewegungen, sonst machen wir von der Waffe gebrauch.“

Sie konnten nicht direkt reinschauen. Es war nur einer von ihnen zu sehen. Die Warnung wurde wiederholt und plötzlich ein Schuss. Der Typ fiel direkt vor der Kellertreppe nieder. Die Beamten gingen mit entsicherte Waffe langsam die Treppe herunter und schauten in alle Richtungen. Nun ertönte ein krachen von der hinteren Ecke, die nicht einsehbar war. Gerangel und wieder ein Schuss. Jetzt hörten sie ihre Kollegen rufen.

„Wir haben ihn. Er ist verletzt.“

Sie gingen nun auf den Typ zu und fragten, warum haben sie ihren Freund erschossen?“

Sie bekamen keine Antwort. Das Martinshorn war bereits zu hören und keine zwei Minuten später standen die Sanitäter im Raum. Der verletzte wurde auf die Trage gelegt und unter Polizeischutz begleitet. Der jünger von den Beiden ist wirklich tot. Sein Freund hat ihn direkt von hinten in den Kopf geschossen. Nichts mehr zu machen. Nachdem die Männer abtransportiert waren, wurde das Haus komplett durchsucht. Sie fanden natürlich nichts. Versiegelten später nach getaner Arbeit das Haus. Beate rief noch bei Robert an und meldete, alles geklärt. Wir müssen mit Claus und Ellen vor Ort noch den genauen verbleib der Drogenlieferung klären. Claus zeigte sich am morgen selbst an und man nahm ihn erst einmal in U-Haft. Er nahm sich einen Anwalt und kam am Ende mit Bewehrung davon. Ihn wurde zu gute gehalten, dass er ausstieg. Er kehrte nie mehr ins Haus zurück und verkaufte das Grundstück. Ging mit seiner Familie in den Süden, um einen neuen Anfang für sie zu starten. Seine Freunde versprachen ihn in seiner neuen Heimat zu besuchen. Sie hielten ihr Versprechen.

Mari-Wall

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