Novemberblut
Von
Mari-Wall
Thomas fuhr mit dem Nachtzug von Berlin nach Capri Seine Gedanken kreisten immer wieder um die Auseinandersetzung. Die Familie zerbrach in tausend Teile. „Was ist geschehen? Warum hat Margarete sich von ihm getrennt?“ Seine Tochter Sabine will sich nicht dazu äußern, denn sie möchte nicht zwischen den Stühlen sitzen. Sabine studiert in London und war für einige Tage zu Hause. Ihr stand der Sinn nach Entspannung, doch kam es nicht dazu. Ihre Mutter gab ständig Spitzen, die natürlich eskalierten. „Weshalb ist sie so auf Konfrontation gerichtet? Was hat Ihr Vater angestellt? Irgendwie unheimlich die Situation. Man könnte glauben, es geht um Mord.“ In den nächsten Stunden kam keine Ruhe rein. Claus Bernhard ist ein guter Freund
von Thomas und
Versteht das benehmen von Margarete nicht. Seine Frau Ellen war mit ihr einige Tage auf Ibiza. Sie wollten sich mal eine kleine Pause vom Eheleben gönnen. War auch für die Männer in Ordnung. Sie fuhren zum Angeln ans Meer. Sie hatten viel Freude. Doch gefangen hatten sie keine Fische. Dies störte nicht, denn der Spaß war einfach mal wieder nötig, um dabei über Gott und die Welt zu sprechen. Die Frauen bremsten uns ständig aus. Vor allem in den letzten Monaten.“ Was ist nur auf Ibiza geschehen? Hatten sie sich irgendwelchen Typen angehängt und kommen mit der Situation nicht klar? Vielleicht ist dort etwas passiert, dass sie uns nicht erzählen möchten.“ Thomas, dies kann ich mir nicht vorstellen. Meine Frau ist so zahm, wie ein Lämmchen. Ich kann ihr voll vertrauen. Wie sieht es bei Margarete aus?“ Claus, ich weiß es nicht mehr? Sie hat sich so verändert. Ob da ein Anderer im Spiel ist, kann ich nicht behaupten.“ „Wir sollten ihr mal auf den Zahn fühlen. Ich habe da schon eine Idee.“ „Es gibt in der Ulzburger Straße 777 ein Büro, wo man dezent den Ehepartner testen lassen kann. Komme nur nicht dahinter, wie es heißt. Irgendwie mit Blut.“ Claus das können wir nicht machen. Kann es mir einfach nicht vorstellen, dass unsere Frauen so etwas fertigbrächten.“ „Jetzt habe ich den Namen, Novemberblut. Klingt fast wie ein Titel vom Kriminalroman. Vielleicht wurde schon so mancher Mord entdeckt und deshalb diesen irren Namen?“ „Thomas, Ellen würde dies nicht tun. Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. Es muss etwas geschehen sein, weshalb sie sich so verhielten.“
Thomas lief im Abteil hin und her. Er kann nicht verstehen, warum Margarete ihn lieber verließ, als ihm die Wahrheit zu sagen. „Claus seine Ellen schwieg indessen. Sie hält zur Margarete und äußert sich nicht. Nur Claus vertraut ihr voll und ganz. Deshalb nahm Thomas Abstand von allem. Sabine kehrte Ihnen den rücken und schob eine wichtige Arbeit vor. Sie müsste dringend eine Clausura noch überarbeiten. Ihr blutete das Herz, wenn sie ihre Eltern so zanken hörte. „Ich muss dringend herausfinden, was da passiert war. Vielleicht hatte Mama Zuviel getrunken und ist vom Wege abgekommen? Oder hat sie einen Mord begangen?“ Ellen uns sie tuschelten ständig, wenn sie in ihre Nähe trat. „Sabine, was ist los mit dir? Bist du auf der Suche nach Neuigkeiten? Bei uns findest du sie nicht. Da solltest du bei den Herren vorsprechen. Ihnen fällt dazu sicher mehr Informationsmaterial ein.“
Thomas, schaute gespannt aus dem Fenster und wunderte sich über die Helligkeit in den Nachtstunden. Überall sah man Lichter in verschiedenen Farben. Die Nacht ist wirklich bunt. „was werde ich in Capri vorfinden? Ob mein alter Schulkamerad und seine Frau Rita dort noch Wohnen? Vielleicht hätte ich ihn doch vorwarnen sollen, statt direkt aufzukreuzen? Vermutlich kennt er mich gar nicht mehr. Es sind ja inzwischen auch schon 33 Jahre her, als sich unsere Wege trennten.“
Ihn fielen später doch noch die Augen zu und rutschte in den Schlaf der Harmlosen hinein.
Sabine war sehr enttäuscht von ihrer Mutter. „Wie kann ich herausfinden, was sie angestellt hatten, dass Papa sich von Ihr getrennt hat? So blass wie er aussah, als er seine Sachen packte und ohne ein Wort fortging. Mama schmiss ihn eine Vase hinterher, die natürlich am Türrahmen prallte und in tausend Scherben zerbrach. Schade um das schöne Stück. Die hatte sie sich doch erst mitgebracht. Dachte ein Erinnerungsstück.“ Im Haus war es kalt geworden und nicht mehr so herzlich, wie früher. „Sabine tat es ihrem Vater gleich und packte ihre Sachen und fuhr mit dem Taxi zum Bahnhof. An der kleinen Kreuzung am Kieferstieg, musste der Fahrer anhalten. Die Ampel schien gerade ausgefallen zu sein. Sie blickte sich um und las an der Fensterscheibe direkt vor ihren Augen: „Novemberblut, Büro für stille Nachforschungen“. „Diesen Namen hatte sie schon gehört, nur wo?“ Schweigend fuhr sie zum Bahnhof und löste eine erneute Fahrkarte, denn ihre ist ein Sparpreis und erst in zwei Wochen gültig. Sie antwortete sporadisch, als die Stimme fragte: „Wohin möchten sie fahren?“ Erschrocken blickte sie zur Information und schaute die Plakate an. Capri, denke ich.“ „Ach, sie wollen in den Urlaub spontan? Schöne Insel. Wir fahren mit der Familie jedes Jahr für einige Wochen hin. Haben dort ein Häuschen. Vermieten es gelegentlich auch. Wo werden sie ihr Zelt aufschlagen?“ „Nein, nicht Zelten. Hoffe eine Pension zu finden.“ „Sollten sie keine Unterkunft finden, dann rufen sie mich an. Hier ist meine Handynummer, denn unser Haus steht zurzeit leer. Nur ein einzelner Herr mittleren Alters hat ein Zimmer gemietet. Ebenfalls spontan. Er sah sehr mitgenommen aus und wollte einen alten Schulfreund besuchen.“ Sabine lächelte und nahm gern die Handynummer entgegen. Ich komme darauf zurück, denn ich studiere noch und kann mir kein Luxushotel leisten.“ Na prima, unsere Zimmer kosten pro Übernachtung 30 Euro, damit die laufenden Kosten getilgt werden. Bereichern wollen wir uns nicht.“ Nun sah Sabine die Frau genauer an. „Das ist wirklich sehr nett von Ihnen. Dann würde ich doch sofort für eine Woche ihr Angebot annehmen.“
Die Frau lächelte und reichte ihr ein Formular. Bitte kurz die Fragen ausfüllen und mir ihren Ausweis zeigen. Sie Überweisen es mir gerne nach dem Urlaub, oder wenn sie wollen auch direkt in Capri auf unser Hauskonto.“ Sabine füllte rasch alles aus und bedankte sich bei der Frau Ingrid Winkler. Dies entnahm sie aus dem Formular. „Hier bitte noch ihre Fahrkarte, Der Nachtzug geht in einer Stunde vom Gleis 7.“ Sie lächelten beide zufrieden. Ingrid Winkler lächelte noch einmal besonders in sich hinein, weil sie weiß, dass der ältere Herr Thomas wohl der Papa ist, der ihr Angebot ebenfalls gerne annahm, falls sein Schulfreund nicht mehr auf Capri wohne.“
Im Bahnhofs Cafe ist wenig los. Sie setzte sich an einen Zweiertisch und bestellte sich eine heiße Schokolade mit Sahne. Dies liebt sie besonders, vor allem wenn sie aufgewühlt ist. Ihre Gedanken kreisen noch immer um das Verhalten ihrer Mutter. „Was mochte da passiert sein, dass sie sich so zerstritten hatten? War beim Angelausflug etwas geschehen? Kann aber auch auf Ibiza etwas vorgefallen sein? Nur wie bekomme ich die Wahrheit heraus? Was hat es auf sich, dass mit dem Büro Novemberblut? Dies hörte ich doch letztens erst, als Ellen und Mama sich im Wintergarten unterhielten. Verlegen sahen sie auf, als ich zu ihnen trat. Merkwürdige Antworten bekam ich auch. Hier muss ich ansetzen. Fahre jetzt erstmal nach Capri und überdenke die nächsten Schritte.“
Der Zug fuhr pünktlich in Berlin ab und Sabine nahm einen Fensterplatz ein. Es waren wenige Leute im Abteil. Zum Glück war ihr Laptop dabei und sie schloss in ans Netz. Ein wenig recherchieren, was Capri so zu bieten hat. Die Insel selbst kannte sie nur aus dem Fernsehen, wenn so mancher romantischer Film dort gedreht wurde. Traumhaft schön. Napolis ist noch weit entfernt. So machte sie es sich bequem und wollte die Zeit nutzen. „Capri ich komme und werde die Entspannung finden, die zu Hause nicht mehr möglich ist.“
Margarete saß im Wohnzimmer allein, als Ellen sie verließ. „Kann ich dich allein lassen? Claus wartet auf mich schon, denn er wollte mit mir ins Kino gehen. Sie spielen heute „Die blaue Lagune“. Ich liebe einfach diesen Film.“ Margarete nickte ihr zu, denn in ihrem Herzen kochte es vor Zorn. „Was hat Thomas sich dabei gedacht. Einfach bei Novemberblut einen Auftrag zu erteilen, damit man mir nachspioniert. Doch eine Sauerei. Als würde ich ein Verbrechen planen? Wieso kam er überhaupt auf solch einen Schwachsinn? Ob Claus ihn darauf brachte?“
Ellen kam mit guter Laune nach Hause und rief nach Claus: „Liebling, bist du fertig? Ich brauche zirka 10 Minuten, dann können wir durchstarten.“ Die Antwort kam prompt. „ Zwei Minuten, dann steht dein Mann vor dir und kann dich ausführen. Alles in Ordnung mit Margarete? Mir kommt sie irgendwie verändert vor? Ist sie krank?“ Claus will vorsichtig seiner Frau auf den Zahn fühlen. Könnte sein, dass Margarete ihr etwas anvertraut hat. Ellen kommt gelassen die Treppe herunter und strahlt ihn an. „Oh, wie hübsch du dich gemacht hast mein Herz. Willst es richtig knallen lassen nachdem Kino?“ „Du siehst auch nicht übel aus. Muss ich jetzt eifersüchtig werden?“ Kichernd nahm sie seien Arm und ging mit ihm zum Auto. „Heute den Porsche?“ „Dachte mir, dass wir anschließend noch zum Meer fahren und im Strand-Cafe verweilen. Heute soll es wieder den Sternschnuppenregen geben, dass möchte ich nicht versäumen. Vor allem, haben wir lange keine Gemeinsame Zeit mehr verbracht.“ „Danke Claus! Eine schöne Idee von dir. Ich freue mich auf unseren Abend.“
Thomas traf pünktlich in Capri ein. Viele Jahre sind verstrichen, dass er seinen Schulfreund Joachim hier besuchte. Ich gehe erst einmal die Unterkunft anschauen. Was für ein Glück er doch hatte am Bahnhof. Solch eine nette Frau. Auch noch so preiswert. Sicher könnten noch andere hinzukommen, aber eher unwahrscheinlich. „
Einen Moment verweilte er am Hafen. Das Panorama nahm er tief in sich auf. Das bunte Leben beschwingte ihn und ließ seinen Kummer los. Ging zum Taxi und fuhr mit einem Lächeln in den Augen zum Quartier. Keine 20 Minuten hielt das Taxi vor dem Haus. Rotes Schindeldach und eine weiße Fassade. Die Fensterläden auch in einem auffälligen rot. Der Gartenzaun in einem neongrün und lädt zum Verweilen ein. Bedankte sich beim Taxifahrer und steuerte auf das Tor zu. Wollte öffnen und bemerkte, verschlossen. Nun erinnerte er sich, den Schlüssel beim Nachbarn Thore Vincenter abholen. Steuerte auf das Nebenhaus zu und klingelte. Stille. „Was mache ich, wenn keiner zu Hause ist?“ Die Tür öffnete sich und eine ältere Frau trat heraus. „Bongiorno, Was kann ich für sie tun?“ „Ich möchte gerne den Schlüssel für das Haus von Frau Ingrid Winkler abholen. Sie hat mir in Berlin für einige Tage ein Zimmer vermietet.“ „Einen Moment. Bringe ihn sofort und wenn sie möchten, zeige ich Ihnen alles.“ „Danke, gerne nehme ich ihre Hilfe an.“ „Mein Mann Thore ist noch beim Doktor. Wird sicher dauern bis er zurück ist. Können sie mir auch noch den Vertrag zeigen, damit ich es vermerken kann?“ Thomas holte den knappen Vertrag hervor und die Nachbarin nickte zufrieden. „Kommen sie, denn ich hatte gerade gestern alles für Gäste vorbereitet. Die Familie Winkler kommt erst zu den Herbstferien. Sollte die <zeit sich verlängern, dann ist es sicher möglich. Waren sie schon mal in Capri?“ Sie traten ins Haus und Thomas war begeistert von der gemütlichen Einrichtung. „Hier kann man es aushalten. Sicher ist es sehr still hier?“ „Wenn sie sich erholen möchten, ist es ein guter Platz. In der Gegend um den Hafen herum, gibt es viele Lokalitäten und auch Ausflugsmöglichkeiten. Die blaue Grotte wird bevorzugt.“ „Ach, daran hatte ich gar nicht mehr gedacht. Die würde ich gerne wiedersehen. Nur erst einmal möchte ich meinen Schulfreund besuchen. Weiß gar nicht, ob er noch hier wohnt.“ „Wie heißt er denn?“ „Robert Wienecke. Ist mein Jahrgang. Damals bezog er in der Rittergasse 7 ein kleines Häuschen mit seiner Frau.“ „Rita und ihren Mann kennen wir. Sie wohnen wirklich noch dort. Das wird ja ein freudiges Wiedersehen. Weiß er, dass sie kommen?“ „Nein, ich will ihn überraschen. War so eine spontane Idee.“ „Dann wünsche ich Ihnen viel Glück. Sicher können sie auch Ihren Kummer dann auflösen? „ Deshalb bin ich hier und hoffe sehr, eine Lösung dafür zu finden.“
Bei Margarete spitzte sich der Zorn hoch. Sie versteht Thomas sein Verhalten nicht. Nun ist auch noch Sabine abgehauen und Ellen amüsiert sich mit ihrem Mann im Kino. Ihr Handy ist ausgeschalten und die Verzweiflung wächst. „Was glaubt er, wäre in Ibiza geschehen? Ich kann mich nur wage an die zeit erinnern. Wir hatten einfach Partystimmung und ließen es krachen. Die Jugend noch einmal zurückholen. Unsere Männer vergaßen wir völlig. Tilo und sein Freund Martin waren ebenfalls in dieser Stimmung. Sie kamen auch aus Berlin und machten Ferien vom Job. In Erinnerung blieb nur noch, dass sie ein Büro haben für besondere Fälle. Ellen meinte noch, jetzt lassen wir Job sein und genießen das Leben. Tilo verbrachte viel Zeit mit Margarete und Ellen war mit Martin stets in heiße Themen vertieft. Getrunken hatten wir auch sehr viel. Ihre Gedanken blieben oft bei dem Filmriss hängen. Sie kann sich an keine Begebenheit erinnern, wo sie zu weit ging. Wieso konnten unsere Männer den Verdacht hegen, dass wir etwas schreckliches getan hätten.“ Am liebsten würde Margarete mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, in der Hoffnung der Groschen würde fallen. Ellen beteuerte im verschwörerischen Ton, dass nichts geschah, was unseriös gewesen wäre. „Wir fuhren einen Abend mit dem Jaguar zu einer speziellen Party. Dort war die Stimmung auf Höchsttouren. Wir bekamen unsere Getränke und tanzten wild. Danach war Filmriss. Haben wir Jemanden überfahren? Oder ist ein Unfall passiert. Nichts will sich zeigen und ihre Erinnerung ließ keinen Freiraum offen. Totale leere. Ellen versprach ihr, dass alles in Ordnung sei und die Männer einfach vor Eifersucht platzten. Deshalb hatten sie im Büro Novemberblut den Auftrag erteilt, Nachforschungen anzustellen. Wer von ihnen hatte diese Idee überhaupt gehabt? Keine Ahnung. Ihrer Meinung nach, war es Thomas.“ Sie ging zur Hausbar und schenkte sich einen großen Whisky ein. In der Hoffnung, die Erinnerung käme zurück.
Sabine konnte im Zug sogar ein wenig schlafen. Sie forschte bei Google über das Büro Novemberblut. Wurde auch rasch fündig. Martin und Tilo Römer betreiben dieses Verheißungsvolle Büro. Die Fotos von ihnen sahen sehr nett aus. Ungefähr 45 Jahre alt und sind Zwillingsbrüder. Die Eltern von ihnen betreiben ein Hotel auf dem Alexanderplatz. Also aus der Art geschlagen? Nicht der nachwuchs von Mama und Papas Vorstellungen. Sie kopierte sich den Abschnitt und speicherte es unter Dokumente ab. „Unbedingt muss ich mehr erfahren, denn dies ist nicht Koscher.“ Die Durchsage informierte Sabine, sich fertig zu machen für den Ausstieg. Eine Stunde Aufenthalt, dann geht’s mit dem Schiff zur Insel. Aufregung steigert ihre Unruhe. „was werde ich vorfinden? Wie mag das Häuschen sein und der eine Mieter? Ingrid Winkler meinte, ein älterer Mann. Sie empfand ihn für sehr sympathisch. Hoffentlich, komme ich mit ihm nicht in Konflikte?“ Sie ging in ein kleines Cafe am Hafen. Südseetraum, sehr empfehlenswert. Die Sahnetorte ein gaumenschmaus. „Ich liebe Süßes.„ Die Wartezeit verstrich schneller, als sie dachte. So viele bunte Farben, da kommt das Auge zum Erstaunen.“ Während der Überfahrt beobachtete sie das Wellenspiel auf dem Wasser. Die Insel kam in Sicht und Sabine begab sich schon zum Ausgang, damit sie die Erste beim Ausstieg ist. Da rempelte sie ein junger Mann an. „Sorry, ist was passiert?“ „Nein, noch nicht.“ Sie blickten sich kurz an und lächelten verhalten. „Wohnen sie auf der Insel“, fragte er. Sabine schüttelte nur kurz mit dem Kopf und schaute zum Anlegesteg. Jeden Moment wird es festgebunden. „Dann nur weg von hier. Kann dies gar nicht gebrauchen jetzt. Wer weiß was er will?“ Bein Anlegen ruckte das Schiff und sie fiel fast um. Er hielt sie sofort in seinen Armen fest. Wieder eine merkwürdige Situation. „Darf ich mich vorstellen? Mein Name ist Ronny Wienecke und wie Heißen Sie?“ „Was geschieht hier? Sie schaute ihn tief in die Augen und bemerkte mehrere Farben.“ Sie verfingen sich darin. „Sabine.“ „Thomas Behrens Tochter vermute ich? Ist ihr Vater auch hier auf der Insel?“ Verdutzt schaute sie Ronny Wienecke an. „Sie kennen meinen Vater?“ „Ja, er ist der Schulfreund meines Vaters. Sie haben sich 33 Jahre nicht mehr gesehen.“ „Woher wollen sie dann ihn kennen, denn sie sind höchstens 27 Jahre, genauso wie ich.“ Er lächelte und nahm sie in den arm und half ihr von Bord zu gelangen. „Mein Vater spricht viel von ihn und bedauert es sehr, dass sie sich aus den Augen verloren hatten. Schade, dass er nicht mitkam?“ Wieso kennen sie mich dann? Ich war doch noch nie auf Capri.“ „Ich war einige Wochen auf Ibiza zur Fortbildung. Dort traf ich Ihre Mutter. Wir kamen durch Zufall ins Gespräch und da zeigte sie mir Fotos von Thomas und Ihnen. Später traf ich sie noch einmal in einer Merkwürdigen Verfassung mit noch einer Frau und zwei Herren. Sie erkannte mich nicht und somit wunderte ich mich über dieses Verhalten.“ Sabine schaute ihn mit großen Augen an. Darf ich näheres erfahren, was meine Mutter auf Ibiza veranstaltet hat? Ich bin sehr in Unruhe diesbezüglich.“ „Lasse uns erst einmal vom Schiff gehen, dann können wir im Hafen-Cafe uns setzen. Gerne berichte ich dir, was geschah auf Ibiza.„
Ellen und Claus stellten ihre Handys aus, damit keiner stören kann. Den Film sahen sie mehrfach bereits, doch können sie nie genug davon bekommen. Romantik pur. Anschließend fuhren sie zum Meer und genossen den Sternenhimmel bei einem Glas Wein. Sie lieben den Italienischen sehr. Claus sah seiner Frau tief in die Augen und glaubte dort etwas Geheimnisvolles zu entdecken. Sie wich seinem Blick nicht aus. Gedanken verloren sah er aufs Wasser und grübelte. „Was verbirgt sie und Margarete? Weshalb bereitet mir dies Bauchschmerzen. Die Römerzwillinge wollten zuerst uns nicht helfen. Sie wären ausgebucht und haben keine Kapazität frei für neue Aufträge. Wir beknieten sie, doch herauszufinden, was mit unseren Frauen passiert ist auf Ibiza. Mit viel Überzeugungskraft und einen gewissen Betrag nahmen sie den Auftrag doch an. Lange hörten wir von ihnen nichts. Sie meinten, dass die Frauen das Tanzbein schwingen und viel am Strand waren. Sie zeigten uns Fotos von Ihnen, wie sie im Wasser spaß hatten. Keine verdächtigen Fotos. Nur weshalb verhalten sie sich dann so Verletzt? Vor allem Margarete. Ich verstehe dies nicht?“ Ellen stupste ihn an und flüsterte: „Hast du mich vergessen? Wir wollten doch den Sternenhimmel gemeinsam anschauen, falls die Sternschnuppen fallen.“ Claus lächelte sie an und nahm sie in den Arm. „Du bist wunderschön, ich muss besser auf dich aufpassen.„
„Wie meinst du das?“ „Na, das nächste Urlaubsziel ist für uns Ibiza und nur wir . Wäre doch schön, wenn wir beide die Insel unsicher machen.“ Ellen schaute in forschend an. „Können wir nicht wo anders mal Urlaub machen? Mir gefiel die Insel nicht besonders.“ Nun sah er nachdenklich seine Frau an. „Ist auf Ibiza was vorgefallen, weil du nicht mehr dort hinwillst?“ Forsch antwortete sie: „Nein, wieso?“ Nun sahen sie aufs Meer und gingen ihren Gedanken nach. Claus war nun doch hellhörig und will sich mit Thomas noch mal besprechen.
Das Häuschen von Ingrid Winkler gefiel ihm. „Hier kann man es gut aushalten. Vielleicht verlängere ich doch die Woche noch ein wenig.“ Er machte sich ein wenig frisch und ging dann Richtung Hafen zurück. Am Hafen schaute er sich genauer um und erkannte das blaue Straßenschild von damals, Rittergasse. Von der Ferne sah er das blaue Dach des Hauses „Ob Robert begeistert sein wird, wenn ich so unangemeldet bei ihm aufschlage? Was werde ich ihm sagen, wenn er fragt, weshalb ich alleine komme?“ Seine Schritte wurden immer rascher, denn mit einem Male zog es ihn ins Gässchen. Capri, ist eine farbenreiche Gegend. Vor der Hausnummer sieben blieb er stehen. Atmete tief durch und betätigte die Klingel. Seine Hand zitterte dabei. Im wurde es Merkwürdig in der Magengegend. Ihm kam der Klingelton besonders laut vor. Nach gefühlter Ewigkeit öffnete sich die Haustür und Rita stand vor ihm. „Sie schauten sich fragend an. „Bist du es wirklich, Thomas? Ich glaubte die Zeit hat dich verschluckt.“ Nun lachte er erleichtert und ging auf sie zu. „Rita, du wirst immer schöner. Was machst du nur, dass du so jung bleibst?“ „Komm herein Lieber. Robert ist noch in der Firma und wird Augen machen, wenn er erfährt, wer hier ist. Soll ich ihn gleich anrufen?“ „Wenn du magst, dann bitte. Ich freue mich wahnsinnig, dass ich euch hier noch antreffe. Hatte schon Sorge, dass ihr nicht mehr auf Capri seid.“ Nachdem Rita ihren Mann informierte, dass großer Besuch aus Deutschland auf ihn warte, ließ er allesstehen und liegen. Sprang in sein rotes Cabrio und eilte nach Hause.„ Rita, wo ist der Besuch? Wieso machst du ein solches Geheimnis daraus?“
Robert schaute sich um und entdeckte Thomas auf der Terrasse. „Mann, wo warst du abgeblieben? Glaubte du wärst verschollen? Dachte, die Haie hätten dich gefressen.“ Nun lachten sie und umarmten sich herzlich. „Junge, wo ist deine Familie? Hast du überhaupt eine? Vermutlich sitzen sie auf Ibiza und machen Party?“ Thomas erblasste plötzlich. „Wieso Ibiza?“ „Das ist doch der Urlaubsort schlecht hin. Jeder, der auf sich hält, fliegt nach Ibiza.“ Rita bemerkte Thomas Unbehagen und griff sofort ein. „Lasse ihn doch erst einmal ankommen und tief durchatmen, dann kannst du immer noch ins Detail gehen.“ Robert ging zur Bar und schenkte für sie einen Scotch ein. „Runter damit, dann geht es dir gleich wieder besser. Ich mache es stets so, wenn mir etwas quer übern Magen läuft.“ Robert hatte tausend Fragen und so nach und nach verstand er, was Thomas bedrückte. Er hatte vor einigen Tagen bei Facebook ein Privates Video erhalten. Dort sah man zwei Frauen völlig in Ektase am Strand in Ibiza. Sein Sohn Ronny machte ihn darauf aufmerksam, dass er die Frauen traf und völlig neben der Spur waren. Sie sah man in Begleitung zweier Herren, die Ihrem Alter nicht entsprachen, sondern ein Jahrzehnt darunter lagen. Thomas schien davon keine Kenntnis zu haben, denn er sah aus, als würde die Welt Kopf stehen und keine Ursache dafür sichtbar ist. Rita bereitete rasch einen Imbiss vor und bat die Herren auf die Terrasse zu gehen und schon mal sich auszutauschen. Schließlich kommt später noch Ronny vorbei, denn er war ja auf Ibiza im Urlaub und hat vielleicht einiges Im Gepäck. „Wäre besser im Vorfeld die Sorge von Thomas zu lüften.“
Sabine ging nun an der Seite von Ronny und ließ sich auf das Gespräch ein mit ihm. Sie wollte wissen, was da geschah und weshalb ihre Mutter ausgetickt ist. Verstanden hatte sie es nicht, denn so verhielt sie sich noch nie. Wenn sie zurückdenkt, dann gab es auch keine getrennten Urlaube. Die Männer angelten gerne mal am Meer, doch da waren die Freundinnen zu Hause und gingen Wellness-Studien nach.“
Ronny berichtete ihr von seinem Leben auf Capri und seinen Träumen. Er liebt Capri, doch ist er Beruflich oft auf Reisen, deshalb lebt er noch zu Hause bei den Eltern. „Also hast du noch keine eigene Familie? Meine Eltern wohnen in Berlin und reisen nur im Urlaub ins Ausland. Papa liebt mit seinem Freund Claus das Angeln und sind somit viel am Meer. Die Nordsee bevorzugen sie. Oftmals reicht der Freiraum nur für die Ostsee, oder die Spree muss herhalten. Das Angeln selbst ist ihnen nicht wichtig, die Freude dabei und die Gespräche bevorzugen sie.“ „Meine Eltern sind so mit Capri verwurzelt, dass sie selten die Insel verlassen. Meine Mutter verlautet stets, hier ist alles was man benötigt zum glücklich sein. Sie hat recht, nur die jüngeren Leute haben es schwer beruflich Fuß zu fassen. Siehe mich an.“
Lachend schaute sie Ronny tief in die Augen und sie verfingen sich darin. „Ich sollt mir ein Taxi nehmen, damit ich zum Quartier gelange. Frau Ingrid Winkler war so Nett mir ein Zimmer für eine Woche zu vermieten. Es soll ein älterer Herr schon dort sein.“ Ronny schaute sie verdutzt an. „Ingrid Winkler kenne ich gut. Ihre Familie sind oft hier in ihrem Häuschen. Sie lieben die Insel wie meine Eltern. Sind auch aus Berlin, wie meine Eltern.“ Jetzt stutzte Sabine. „Wie aus Berlin? Sagtest du nicht eben, sie lieben die Insel und fahren nie ins Ausland?“ „Ja, das stimmt. Sie zogen in jungen Jahren hier her und kauften sich ein Häuschen in der Rittergasse. Mein Vater liebte es ein Häuschen zu besitzen mit einem blauen Dach. Da stand es in dieser Gasse und auch noch die Nummer sieben. Ihn traf es tief ins Herz und so kaufte er es und zog nie aus. Ich wurde einige Jahre später in diesem haus geboren.“ „Also, bist du ein Caprice?“ Ronny lächelte und stand auf. “Darf ich dich zum Quartier bringen? Es ist nicht sehr weit.“
Er nahm ihre Hand und führte sie zu seinem Auto. Galant hielt er die Tür auf und verstaute ihren Koffer nach Hinten. Kofferraum war ja nicht wirklich vorhanden, bei so einem Flitzer.
Im nu standen sie auch schon vor dem Häuschen und Sabine machte große Augen. „Wunderschön! Wie ein Märchen, dieses Haus.“ Sie klingelte und nichts tat sich. Im Nebenhaus schaute eine Frau heraus und fragte kurz: „Haben sie auch gemietet? Ein Herr kam heute auch hier schon an. Haben sie den Vertrag von Ingrid Winkler? Ich muss es überprüfen, dann kann ich ihnen den Schlüssel überreichen und alles zeigen. Ronny, du? Kennst du die junge Dame?“ Er nickte und nahm ihr den Schlüssel ab und bemerkte kurz: „Ich übernehme dies. Komm Sabine, den Vertrag kannst du nachher noch immer vorlegen.“ Er nahm den Koffer und gab ihr den Schlüssel. Sabine schloss auf und ging zur Haustür. Öffnete sie und staunte über die Innenausstattung. Ronny nahm wieder ihre Hand und führte sie durchs Haus. Unten waren Küche, Terrasse und Wohnbereich und ein Schlafzimmer. Oben waren drei weitere Räume und ein großes Bad. Sicher die Zimmer von den Kindern, was sie vermietet. Sie drückte die erste Tür neben dem Bad und sie war verschlossen. Die beiden Anderen nicht. Öffnete die Neben der verschlossenen und sah hinein. Es sprang ihr das Sonnenlicht ins Auge und von der Ferne sah man den Hafen. „Ronny, dieses nehme ich.„ Guckte zwar noch in das dritte herein, aber nein, dies wählte sie nicht. Ihr erster Impuls war richtig. Ronny stellte ihren Koffer hinein und gab ihr den Zimmerschlüssel zum Abschließen und bat sie mitzukommen. „Ich bringe dich später wieder her zum Auspacken. Jetzt ist die Zeit viel zu kostbar.“ Während die jungen Leute eine kleine Spritztour durch Capri machten, berichtete Thomas inzwischen Robert und Rita von seinem Kummer. Seinem Schulfreund hat es ordentlich gepackt. „Wieviel kann ich ihn erzählen? Wird er verstehen, was wirklich davon Echt ist? Vielleicht wurden die Frauen auch mit Drogen vollgepumpt und haben gar keine Schuld vom Geschehen?“ Rita stand auf und gin zu Thomas. Legte ihre Hand auf seine Schultern und bat ihn sich zu beruhigen. Es sieht sicher schlimmer aus, als wie es wirklich war? Hast du Margarete und Ellen denn danach befragt?“ „Ja, immer wieder. Doch es kam keine Antwort. Sie waren voller Zorn, weil Claus vorschlug einen Detektiv zu engagieren.“ „Wie, einen Detektiv?“ „Wir gingen zu diesem Büro Novemberblut und baten im Nachhinein zu forschen, was auf Ibiza passiert ist? Die Römer Zwillinge wollten nichts davon wissen. Lehnten den Auftrag ab. Nach einiger Zeit, bekamen wir sie dazu, es doch zu übernehmen. Thomas wollte damals schon ohne Auftrag gehen, doch Claus lockte ihnen mit Scheinen. Dann übernahmen sie endlich. Wir hörten Wochenlang nichts, dann gingen wir noch einmal ins Büro und plötzlich zauberten sie Fotos hervor von den Frauen. Sehr harmlose. Merkwürdig kam es uns vor, deshalb versuchten wir von den Frauen etwas zu erfahren. Außer Zorn und Wut kam uns nichts klärendes entgegen. Sie meinten sogar, wir würden kein Vertrauen zu ihnen haben. So hat es für uns keine Basis mehr.“ Robert holte noch einmal die Flasche und schenkte gerade nach, da klingelte es an der Haustür. „Wer mag es denn sein? Ronny würde nicht klingeln, denn er hatte doch seinen Schlüssel. Rita erwartest du Besuch?“ „Nein, für heute hatte ich mir mal einen freien Tag gegönnt.“ Sie ging zur Haustür und schrie fast auf. Du.“ Ronny lächelte und stellte im gleichen Atemzug Sabine vor. „Guten Tag Frau Wienecke. Ich lernte Ronny auf dem Schiff kenne und er half mir meine Unterkunft zu finden. Anschließend zeigte er mir die Insel. Was man so mit dem Auto kennenlernen konnte.“ „Kommt herein. Wir freuen uns immer über Besuch aus Deutschland.“ Rita führte sie zur Terrasse und Sabine erschrak: „Papa, was machst du hier? Wieso bist du einfach ohne ein Wort zu mir weggegangen?“ Thomas standen die Tränen in den Augen und ging zu seiner Tochter und nahm sie in die Arme. „Mein Kind, ich hielt den Zustand nicht mehr aus und wollte nur noch flüchten. Am Bahnhof sah ich das Plakat von Capri und erinnerte mich meines alten Schulfreundes. So kaufte ich die Fahrkarte und am Schalter war eine nette Dame, die mir ein Zimmer in ihrem Hause anbot. Da griff ich natürlich zu, denn wusste ja nicht, ob sie noch hier wohnen würden.“ Sabine berichtete ihm, wie sie hierherkam. Ingrid Winkler vermietete mir ein Zimmer in ihrem Haus. Also wohnen wir dort gemeinsam?“ Er nickte und freute sich nun doch über diese schöne Überraschung.
Margarete ging im Stillen noch einmal die Tage auf Ibiza durch. „Wie kam es dazu, dass wir auf Tilo und Martin trafen? Sie waren mit einem Male da und nahmen uns mit zu einer wilden Party am Strand. Hatten wir vorher nicht in einer Disco getanzt? Warum kommt die Erinnerung nicht zurück. Wir hatten doch keine harten Getränke, sondern eher nur Cocktails. Weshalb dann diese Aussetzer? Es war schmeichelnd, dass Tilo und <Martin noch so jung waren und ihre Zeit uns widmeten. Kann es sein, dass sie immer so eine Show abzogen und wir darauf reinfielen?“ Sie schaute sich auf dem Handy noch einmal die Fotos an. Plötzlich fand sie ein Video dazwischen. Drückte auf Wiedergabe und panisch schaute sie hin. „Was ist das? Entsetzen in ihrem Gesicht. Wer hat dies aufgenommen und wann? Sie kann sich wirklich nicht erinnern. Also waren Drogen im Spiel? „Ich muss sofort bei Ellen anrufen.„ Sieben Mal ließ sie es klingeln, doch sie ging nicht ran. Dann bemerkte sie erst, dass es ausgeschalten war. „Was mache ich nur? Tilo oder Martin anrufen kann ich nicht. Sie baten uns dringend, nicht nachzuforschen wo wir wohnen. Margarete und Ellen behaupteten ja, dass sie aus Kiel Stammen. In ihrer Verzweiflung rief sie Sabine an. Dort nahm auch keiner ab. „Wie hieß das Büro, wo Thomas die Detektive auf uns ansetzte?“ Nachdem sie einige Male den Film sich ansah, kam ihr eine Erleuchtung. Sie schaute ins Internet und fand das Büro. Ganz in der Nähe. Novemberblut. Öffnete die Website und erschrak. Tilo und Martin Römer stand dort. „Hatten unsere Männer vorher schon die Jungs auf uns angesetzt? Nur warum? Wir konnten doch nicht ahnen, dass wir solch ein Erlebnis haben würden.“ Sie schrieb sich die Daten heraus und sendete sie an Ellen. Bitte melde dich sofort. Unsere Ehen sind in Gefahr.“
Ronny berichtete seinen Eltern und den Gästen aus Deutschland vom Erlebnis auf Ibiza. „Die Frauen traf ich am Strand. Wir hatten ein nettes Gespräch am ersten Tag. Margarete zeigte mir Fotos von Sabine und ihnen Thomas. Sie wurden von zwei Männern abgeholt und sie fuhren dann mit ihnen weg. Später traf ich sie noch einmal am Strand, nur da war keine Kommunikation mehr möglich. Sie waren so neben der Spur. Später fand ich bei Facebook das Video. War so entsetzt darüber, dass ich meinem Vater davon berichtete und ihn darauf Aufmerksam machte.“ „Was für ein Video“, fragte Thomas?“ Robert holte sein Handy und zeigte es ihm. Erschrocken darüber, was er da sah, kamen ihm die Tränen. Sabine ging es ähnlich. „Wie, Tilo und Martin Römer sind doch die Detektive vom Büro Novemberblut. Wir hatten sie doch erst kontaktiert, als sie so merkwürdig sich zu Hause verhielten. Jetzt verstehe ich, weshalb sie nicht den Auftrag übernehmen wollten. Claus musste sie direkt überreden es anzunehmen.“
Claus nahm sein Handy und schaltete es ein. Drei Nachrichten von Thomas. Er las und wurde bleich. „Wie gehe ich jetzt strategisch vor, dass Ellen nicht ausflippt und es eskaliert. Sollte ich erst mit Thomas sprechen oder warten bis wir wieder zu Hause sind?“ Er entschied zu warten, damit nicht noch ein Unfall passiert und sie mit tausend Einwände kommt. Ellen ging es ähnlich. Sie nahm ihr Handy und sah, das Margarete fünf Nachrichten gesendet hatte. „Muss ja sehr dringend sein. Sie las zuerst und war geschockt. Tilo und Martin waren die Betreiber von Novemberblut? Also haben unsere Männer uns reingelegt und nachspionieren lassen?“ Nun sah sie sich auch noch das Video an und erschrak. „Wie? Was ist das? Sie kann sich kaum noch erinnern an die Strandparty. Wir hatten doch keinen starken Schnaps getrunken. Ob Tilo und Martin uns was untergemischt hatten? Ich muss sofort Margarete anrufen. Sie drehte sich nach Claus um und entdeckte ihm am Wasser stehend und Kreideweiß. Was mache ich jetzt. Sollte ich mit ihm sprechen oder hat Thomas ihn eine Nachricht gesendet, dass sie aufgeflogen sind? Ich rufe doch lieber bei Margarete sofort an.“
Das Telefonklingelte bei Ihnen zur gleichen Zeit. Sie nahmen ihre Gespräche an und entfernten sich von einander, damit keiner mithören konnte.
„Thomas, was ist das für ein Spiel von den Römers? Die hatten doch von Anfang an gewusst, dass es unsere Frauen sind, wo wir Hilfe erhalten wollten von Ihnen. Was können wir unternehmen?“
Claus wir sollten die Polizei einschalten. Ich bin in Capri und werde mit Sabine und meinem Schulfreund Robert gleich morgen früh hingehen und eine Anzeige gegen die Römers machen.“ “Ja, mache dies. Ich wird mit Ellen und Margret sprechen, wenn wir wieder in Berlin sind. Fahre umgehend zurück. Meiner Meinung eilt es.“
Ellen hörte die Aufregung von Margaretes Stimme. „Bleibe ganz ruhig und berichte der Reihe nach.“ Ihr wurde es immer übler, von dem, was sie vernahm. „Die Männer im Büro Novemberblut sind Martin und Tilo? Ich spreche mit Claus, dass ich unbedingt zurückmuss.“ Sie legte auf und schaute in seine Richtung. Claus kam auf sie zu und sagte: „Wir müssen zurück. Dringende Geschäfte:“
Die Rückfahrt verlief schneller und stummer. Niemand sprach und jeder blickte verschämt zur Seite. „Also haben sie die Römer Zwillinge vor unserem Urlaub auf uns angesetzt. Solche Schweine. Das nennen sie Vertrauen und beteuerten uns die Liebe. Scheißkerle!“
Claus schwirrte der Kopf. „Wann ist die Liebe verschwunden, dass sie sich so auslassen müssen? In Berlin fahre ich sofort durch zu Margarete und stelle die Frauen zur Rede. Deshalb hatte ich nachdem Urlaub auch das komische Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt.“
In Capri begann der Tag sehr früh und Rita lud Sabine und Thomas zum Frühstück ein. Robert nahm ein paar Tage Urlaub und dringende Dinge erledigte er vom Telefon aus. Ronny hatte noch frei und somit gingen sie gemeinsam zum Karabinieri. Auf der Dienststelle begrüßte sie der Polizeichef persönlich. „Na Robert, wen bringst du uns da? Haben sie etwas ausgefressen?“ „Nein, es ist etwas Ungeheuerliches in Ibiza geschehen.“ Nun wurde Karl-Heinz Berger hellhörig. „Ibiza, warst du doch einmal ins Ausland geflüchtet?“ „Nein. Thomas seine Frau und Freundin waren vor kurzem dort im Urlaub. Ihnen ist etwas passiert, worüber sie nicht sprechen und wahrscheinlich, glauben sie, dass ihre Männer die Agentur Novemberblut den Auftrag erteilten, sie zu Prüfen.“ „Klingt ganz nach Methode. Wir hatten vor drei Monaten auch so einen ähnlichen Fall.“
Vier Frauen in den 50igern machten Urlaub auf Ibiza. Sie wollten sich amüsieren und hatten totalen Black Ute. Sie verdächtigten ebenfalls ihre eigenen Männer, dabei hatten sie keine Ahnung von dem.is im Internet ein Filmchen herumkreiste. Wir konnten die Täter nicht finden, denn vor Scharm gingen die Männer nicht zur Polizei. Die Frauen nahmen lieber ihre zerrütteten Ehen in Kauf. Schade fand ich dies, denn es waren so nette Menschen.“
Karl-Heinz Berger verglich später die Filme und der Ablauf ähnelte sich stark. Mit dem Versprechen sich zu melden, falls noch Informationen kommen von den Partnerinnen, damit sie diesmal vielleicht das Übel beseitigen können.
In Berlin angekommen fuhr Claus gleich direkt zu Margarete. Ellen schaute ihn verwundert an. „Was wird das? Wieso nicht nach Hause?“ „Thomas und ich wollen endlich Klarheit haben. Es ist einiges im Argen. Vor allem vertuscht ihr etwas und wollt uns nicht mitteilen, um was es geht. Außerdem haben wir beide ein Video erhalten und jetzt kommen die Dinge endlich auf den Tisch.“
Ellen erblasste und fing an zu weinen. Er stieg aus dem Auto und bat sie das gleiche zu tun. Lange überlegte sie, ob es eine Ausweichmöglichkeit gäbe. Sie fand keine. Margarete hörte ihr Auto und öffnete sofort die Haustür. Sie sah Claus verwundert an und fiel Ellen um den Hals. „Wieso Claus, er ist doch einer der Scheine, die uns das eingebrockt hatten.“ Claus zog die Frauen ins Haus und ging durch zum Wohnzimmer. „Setzt Euch und berichtet endlich, was auf Ibiza passiert ist.“ Margarete liefen die Tränen und schluchzend berichtete sie ihre Feststellung und was gewesen sein könnte. Sie habe keine Erinnerung an dem, was im Video zu sehen ist. Ich habt uns die Römer vom Novemberblut auf den Hals gehetzt. Woher sollten gerade diese Männer uns in Ibiza gezielt angesprochen haben.“ Claus stand auf, ging zur Bar und holte drei Gläser heraus und schenkte allen einen Whisky ein. „nun erstmal runter damit und dann der Reihe nach. Wir sind zur Agentur Novemberblut gegangen, weil ihr euch so merkwürdig verhalten hattet. Wir wollten Klarheit haben, was dort passiert ist. Thomas war über dein Verhalten Margarete so verzweifelt, dass er liebe die Koffer gepackt hat, als sich es noch länger anzutun. Auch wie du mit Sabine umgesprungen bist. Kein Wunder, dass sie auch geflüchtet ist.“ Hatte selbst geglaubt, dass du Ellen etwas anvertraut hast, weshalb sie so merkwürdig sich verhielt. Ich musste Tilo und Martin bestechen, damit sie den Auftrag übernahmen. Sie weigerten sich nämlich. Bis sich gestern das Video sah, danach war mir alles klar, weshalb sie es ablehnen wollten. Warum habt ihr zu uns kein Vertrauen. Ihr hättet sofort mit uns sprechen müssen.“ Thomas und Sabine sind in Capri und dort zur Polizei. Wir gehen jetzt gemeinsam hier zum Präsidium und schildern den Sachverhalt. Dann packen wir einige Sachen ein und fahren gemeinsam zu ihnen. Klären die ganze Geschichte und drückt uns den Daumen, dass die Römers das Handwerk gelegt bekommen.“ Sie sprachen zur gleichen Zeit. „Ihr ward es also nicht? Dann ist es ihre Methode?“ Sie richteten sich und packten gleich einen kleinen Koffer und fuhren zum Präsidium. Dort machten sie die Anzeige und gaben die Information mit Capri weiter. Auch hier waren schon einige Fälle bekannt.“ Bitte geben sie uns noch ihre Handynummer, damit wir sie erreichen können und grüßen sie Capri.“
Claus stellte am Bahnhof das Auto im Parkhaus ab. Sie gingen zum Informationsschalter.
Dort saß eine nette Frau und Claus bestellte drei Fahrkarten nach Capri. „Oh Frau Behrens, ich glaube ihr Mann Thomas hat bei mir im Haus ein Zimmer gemietet und ihre Tochter Sabine Auch. Wenn sie keine Unterkunft finden, könnte ich ihnen das eine frei Zimmer und auch im unteren Bereich mal ausnahmsweise mein Schlafzimmer noch zur Verfügung stellen. Wir fahren erst wieder mit der ganzen Familie in den Herbstferien. So lange könnten sie pro Person für 30 Euro pro Tag es nutzen.“ Sie nahmen ebenfalls gerne diese Option an. „Hier ist der Vertrag und gerne in Capri überweisen auf unser Hauskonto. Ich wünsche ihnen einen guten Aufenthalt.“ Ziemlich verlegen und Schweigsam ging die Zugfahrt. Am Bord des Schiffes zur Überfahrt sahen sie im Hafen Thomas und Sabine stehen. Neben Sabine ein junger Mann und dann erkannte Margarete auch den alten Schulfreund von ihm. Robert und seine Frau Rita. Es gab ein zaghafte Begrüßung. Gemeinsam ging es gleich zum Polizeichef. Er hatte bereits von Berlin die Information, dass sie die Römer Zwillinge in der Agentur Novemberblut dingfest machen konnten. Wir konnten auch die Handlanger in Ibiza ausfindig machen und ihres Jobs entheben. Sie werden erstmal in U-Haft kommen bis zum Prozess. Um ihre Aussagen Seniorats und Seniors kommen sie nicht, denn sie sind wichtige Bestandteile der Festnahme, sowie die Filmaufnahmen.“ Karl-Heinz Berger reichte noch einen guten Grappa herum und dann entließ er sie für schöne Urlaubstage auf Capri. Zur Sabine sagte er: „Na, sie werden doch unserer Insel sicher treu bleiben? Grinste Ronny verschwörerisch an.“ Lachend nickte Sabine und alle fuhren zum Quartier und übernahmen Ingrid Winkler ihr Häuschen für die nächsten Tage. Familie Wienecke bestellte den Lieferdienst und sie feierten das Wiedersehen. Für die Zukunft schworen sie besser zu vertrauen, aber regelmüßig das schöne Häuschen von Ingrid zu mieten. Nach wunderschönen Erlebnissen überwiesen sie Ingrid Winkler 1000 Euro extra und versprachen es regelmäßig den ganzen August zu mieten. Glücklich über den guten Ausgang dieser Episode. Ingrid Winkler erfreut sich dieser schönen Entwicklung und somit haben sie keine Sorgen mehr, dies Haus zu unterhalten. Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft zahlen sich im Leben immer aus.
Mari-Wall
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