Stromausfall

Von

Mari-Wall

Regina wollte im August mit ihrer Familie einen besonderen Urlaub erleben. Sie liehen sich einen Campinganhänger für vier Personen. War gar nicht so einfach, ihn in dieser Preisklasse zu bekommen. Ihre Freundin Gabriele merkte nur an: „Was machst du in der Wildnis ohne Strom?“ „Wie meinst du das? Weshalb kein Strom?“ „Wolltet ihr nicht nach Tansania? Wir ließen uns beraten von Pastor Martin, denn er war schon einige Male dort. Er kann sicher uns ein paar Tipps geben. Wäre cool, wenn wir uns besser vorbereiten könnten. Schließlich macht man solch einen Urlaub nicht alle Tage.“ „Stimmt ganz genau.“ Vor drei Monaten gab er einen Vortrag in der Kirchengemeinde. Es war sehr informativ. Jeder konnte sich schon im Vorfeld ein Bild machen und weiß mit was er zu rechnen hat. Jedenfalls gibt es viel Natur und wunderschöne Tiere. Solche trifft man sonst nur im Tierpark. Die Familie war schon voller Vorfreude. Regina packte und verstaute, so dass sie die ersten Tage gut mit der Verpflegung zurechtkämen. Ihr Man hatte auch so seine Vorbereitungen getroffen und verstaute so manches Gepäckstück in den Leerräumen der Schlafplätze. Regina fragte schon: „Nimmst du deine ganze Werkstatt mit?“ Er lächelte nur. „Wer weiß was da so gebraucht wird und falls etwas ist, dann kann man sich selbst helfen.“ „Sage bitte nicht, wie bei eventuellen Stromausfällen.“ Regina war ein wenig genervt. „Normalerweise hat der Campinganhänger eine Batterie und sie werden doch wohl auch in Tansania Strom haben.“ Jedes Urlaubsland hat Strom. Ausfälle gibt es doch nur in der Türkei. Dann aber auch nur ein oder zwei Stunden.“ Mustafa nahm sich noch sein Schweizer Taschenmesser mit. Er lernte es zu schätzen und lieben. Ein wunderbares Werkzeug für unterwegs. Regina hätte gerne Timm mitgenommen, doch er schrieb eine Prüfungsarbeit und konnte sich keinen Urlaub erlauben. Sie starteten um Mitternacht, da war die Autobahn frei und die Stille machte die Fahrt angenehmer. Eine Mondscheinfahrt bis Gibraltar und dort ging es mit der Fähre nach

Afrika. Sie hatten Glück, denn die Reservierung für die Überfahrt hatte geklappt. Mustafa war in sorge, dass sie keinen Platz bekämen. Regina mahnte ihn: „Du musst nicht immer gleich alles so schwarzsehen. Schließlich ist noch keine Saison.“

Traumhaft verlief die Überfahrt. Sie genossen die köstlichen speisen an Bord und die Aussicht vom Schiff. Sie trafen in den späten Abendstunden ein. Ein herrlicher Anblick vom Sternenhimmel begrüßte sie. Sie fuhren zur nächsten Stadt und nahmen den Autozug. Mustafa meinte: „So sparen wir unsere Kräfte und schonen den Campinganhänger. Er wird noch genug gefordert.“ Es wurde eine aufregende Fahrt. In Marokko machten sie ein Stopp, denn dort hatten sie Verwandtschaft und wurden mit Freude erwartet.

Sie genossen die Tage in Marokko, denn Regina liebte die Spezialitäten. Sie ist eine Feinschmeckerin und kann nicht vorbei gehen, an so manchen Lokalitäten. Von diesem Ausgangspunkt fuhren sie mit dem Campinganhänger durch das Land. Zum Glück hatten sie sich einen Jeep vor zwei Jahren gekauft, der kann mit Leichtigkeit den Hänger ziehen. Vor allem was darin verstaut wurde, ist der reinste Wahnsinn. Wer nicht weiß, dass sie nur Urlaub machen wollen, könnte glauben, sie wandern aus. Regina ist stets der Meinung: „Wer weiß für was man es braucht.“ Sie kamen langsamer voran, denn es gab einfach zu viele Begegnungen, wo es sich lohnte ein Stopp einzulegen. Die Weite, die Panoramen der Vielfältigkeit, brachte das Erstaunen immer wieder in den Vordergrund. Herrlich diese Landschaft und die Menschen erstmal. Der Zusammenhalt in der Dorfgemeinde kann man mit der Deutschen Mentalität nicht vergleichen. In Tansania bekommt man ein Freiheitsgefühl, so dass der Alltag Leichtigkeit bedeutet. Hier wird bei der Arbeit gesungen und alle fassen mit an. Das Alter wird hier geehrt, nicht so wie in Europa. Für die Seele ist es eine wunderbare Erfahrung. Sie durften ihren Campinganhänger direkt am Dorfrand abstellen, wo das Gemeindehaus nicht weit davon entfernt steht. Morgens bekamen sie frische Eier und Brot vorbeigebracht. Früchte gab es auch jeden Tag. Sie erhielten sogar Strom abgezweigt vom Büro des Pastors dieser Gemeinde. Wie geahnt von ihrer Freundin Gabriele fiel die Batterie aus. Zum Glück gab es in den Leerräumen vom Anhänger, eine Kabeltrommel. Mustafa sorgte wirklich gut vor. Regina konnte sogar in mancher Gebietsecke das Handy nutzen. So konnte sie, mit Tim die Neuigkeiten austauschen und Live sehen, wie herrlich dieser Landstrich ist. Um das Dorf lagen die Kornfelder und Wiesengrundstücke. Auf ihnen wuchsen vielerlei Kräuter und wundersame Blumen. Das Auge wurde verzaubert. In manchen Gegenden ist wieder nur Sandstriche zu sehen. So, als würde die Wüste näherkommen.

Plötzlich kam die Haushälterin von Pastorat zu ihnen und kündigte eine Zusammenkunft für den Abend an. Sie sagten natürlich zu, denn es war wirklich spannend, das Leben hier kennenzulernen. Die Buschtrommel tat ihr übriges. Jedenfalls empfand Regina es so. Aus allen Richtungen strömten die Bewohner dieser Gemeinde zum Dorfplatz. Es wurde Gesungen, getanzt und gelacht, auch die köstlichsten Speisen aller Arten gereicht. Eine wunderschöne Zusammenkunft. Ein Gottesdienst unterm freien Himmel und alle Dorfbewohner beteiligten sich daran. Es zog sich bis in den Nachtstunden hinein. Kurze Zeit danach blitzte es und Donnergrollen ersetzten die Trommeln. Als der Platzregen kam, dankten sie für diesen Segen. Man berichtete ihnen, dass es seit 6 Monaten nicht mehr geregnet hatte. Mit einem Male war alles dunkel. Der Blitz muss wohl eingeschlagen haben. Sie zündeten umgehen Kerzen und Fackeln an. Regina und Mustafa, bleibt ganz ruhig, das ist Normalität. Stromausfall, für zirka 3 Stunden. Erstaunlicherweise wurde die Feier nicht unterbrochen. Sie tanzten und sangen fröhlich weiter. Mustafa ging nun zum Campinganhänger, holte den Gasgrill hervor und dazu seine Stabtaschenlampe. Sie strahlte wie ein Scheinwerfer. Keine zehn Minuten später hatten sie Fleisch und Gemüse auf dem Grill. Sogar heißes Wasser wurde damit zubereitet, damit auch Kräutertee gereicht werden konnte. Regina staunte nicht schlecht. „Wo hast du den Grill her?“ „Meine Liebe, hatte die Leerräume gut ausgefüllt, für alle Fälle.“ Lachend umarmte sie ihn und küsste ihn Herzlich. Du bist wirklich für alles gerüstet. Wir könnten doch unseren Urlaub um weiter vier Wochen erweitern. Tansania lädt dazu ein.

Mari-Wall

Besuchen sie meine Website

https://miriamsbuecherwelt.com/

2 Kommentare

  1. Avatar von Robert Einsle Robert Einsle sagt:

    Hallo Mari-Wall,

    das klingt nach einem wirklich spannenden Abenteuer! Euer Urlaub in Tansania scheint eine einzigartige Mischung aus Herausforderungen und tollen Erlebnissen zu bieten. Es ist beeindruckend, wie ihr euch auf alles vorbereitet habt und dann sogar den Stromausfall so souverän gemeistert habt. Euer Campinganhänger hat anscheinend einige Überraschungen parat gehabt – da hat sich die gründliche Planung auf jeden Fall ausgezahlt!

    Die Begegnungen mit der lokalen Kultur und die Möglichkeit, das Leben im Dorf hautnah zu erleben, sind sicherlich unvergesslich. Es ist schön zu hören, wie gut ihr euch in die Gemeinschaft integriert habt und welche herzliche Gastfreundschaft euch entgegengebracht wurde. Tansania scheint wirklich ein Ort zu sein, an dem man sich der Natur näher fühlt und wertvolle Erfahrungen sammeln kann.

    Falls du weitere spannende Geschichten oder Tipps zu Reisen und Abenteuern hast, freuen wir uns, diese auf http://www.Norderstedt-Aktuell.de zu lesen. Es ist immer inspirierend, von so außergewöhnlichen Erlebnissen zu erfahren.

    Vielen Dank für deinen unterhaltsamen Bericht und alles Gute für weitere Reisen!

    Herzliche Grüße,

    Das Team von Norderstedt Aktuell

    Like

    1. Avatar von Mari-wall57 Mari-wall57 sagt:

      Hallo Robert💚, ja Tansania ist ein sehr empfehlenswertes Land. Nur war ich persönlich nicht dort, sondern aus Erfahrungsberichten von einem Pastor unserer Gemeinde. Für mich war das ein Arbeit. Tema der Blinden Autoren, den ich nutzte, um einen Urlaub dort zu verbringen. Ich danke aber für die Rezension.

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Robert Einsle Antwort abbrechen