Der Regenbogenstern
Von Mari-WallIna hat Ferien und will mit ihren Eltern verreisen. Sie freut sich auf das Meer. Ihr Kätzchen Lina darf natürlich mit, denn es geht nicht, dass sie hier alleine bleibt. Papa Andreas fährt einen großen Jeep und hat viel Platz im Kofferraum. Der Tierarzt erlaubte Lina, dass sie Ferien machen darf.
Die Mama von Ina liebt wie sie, das wilde Meer. Wenn die Sonne auf dem Wasser sich spiegelt, dann flimmert die Luft voller Farbpigmente. Manchmal ist das Wasser ganz sanft im Wellengang und dann gibt es keine Zurückhaltung mehr von ihr. Sie muss ins Wasser.
Ich liebe das Meer. Wenn man am Abend, den Sonnenuntergang bestaunen kann.“ Lachend, packen sie das Auto voll, mit allem Gepäck. Natürlich benötigen sie etwas mehr, denn schließlich wollen sie ja auch ein wenig länger bleiben. Vielleicht können wir, dieses Jahr Bernstein und bunte Muscheln sammeln. Vor zwei Jahren hatte Mama einen besonders großen gefunden. Den liebt sie über alles. Ich würde mich freuen, wenn auch ich mal solch einen wunderschönen Stein finden könnte. Papa Andreas liegt lieber am Strand und genießt die heiße Sonne. Jedenfalls so lange, bis seine Haut schreit und sich mit ihm im Zwiespalt befindet.
„Mama, warum beißt die Sonne ihn immer? Mag sie unseren Papa nicht?“ „Ina, die Welt hat sich verändert. Die Sonne ist heißer geworden und ihre Strahlen sind nicht mehr in einem warmen Gelb anzuschauen, wie zu unseren Kindertagen.“ Hat sie damals, nicht so gebissen, wie heute?“ „Doch, mein kleiner Engel. Sie ist in der Kraft gewachsen und die Menschen müssen vorsichtiger sein, doch sie halten sich nicht daran. Sie lieben es Braun auszusehen.“ „Ich mag die Sonne, doch beißen lasse ich mich nicht von ihr. Deshalb gehe ich liebe ins Wasser zum Schwimmen.“ „ja Ina, das tust du gern. Auch dort kann die Sonne dich verbrennen.“ „Wieso denn? Ich tue ihr doch nichts? Schaue sie nur liebevoll an, weil sie unsere Erde wärmt. Und Frau Helle meinte auch: „Die Sonne wärmt nicht nur, sondern sie bringt alles zum Wachsen.“
Nachdem alles gepackt und verstaut war, schaute Andreas zur Kontrolle überall nochmal nach. Ina setzte sich zu Lina nach hinten. „Oh, Mama fährt heute? Papa, willst du jetzt schon die Sonne genießen?“ „Nein, mein Sonnenschein, nur Mama möchte auch mal den Jeep fahren.“ Keine drei Stunden und wir parkten das Auto vor unserem Ferienhaus. Ina sprang mit Begeisterung aus dem Jeep und nahm Erkundung auf. „Ach, ist das herrlich hier. Wir sind ja direkt am Strand. Darf ich Lina aus dem Auto rausholen?“ „Nein, warte noch ein wenig. Wir müssen sie erstmal ins Haus tragen, damit sie sich an die Wohnung gewöhnt und weiß, hier ist im Moment ihr Revier.“ Sie lief zur Haustür und wartete bis ihr Papa die Haustür aufgeschlossen hatte. Sie konnte es kaum erwarten. Hoppla, kleiner Engel, darf ich erst einmal die Wohnung inspizieren? Sie blieb erprobt stehen. Schaute traurig ihn dabei an und wartete ab, was nun passiert. Jetzt kam ihre Mama mit dem Koffer und einer Tasche, wo die Lebensmittel drin sind, für den Anfang. Sie rannte durch das ganze Haus und suchte sich den schönsten Platz aus. „Hier möchte ich schlafen. Darf ich, Mama?“ „Ja, meine kleine. Das Haus ist groß genug und sollte noch Besuch kommen, ist ja ein Gästezimmer vorhanden.“ „Wie? Wer sollte denn kommen?“ „Naja, man kann nie wissen.“ Keine halbe Stunde später, war alles im Haus untergebracht. Auch Lina durfte sich eine schöne Ecke aussuchen. Sie braucht auch einen guten Platz zum Schlafen.
Ein wirklich schönes Ferienhaus. Rote Dachziegel und die weiße Hauswand, sind malerisch für das Auge. Die Terrasse ist sehr groß und dahinter erstreckt sich eine Wiese. Dort stehen Obstbäume. Ein Kirschbaum, sowie ein Birnenbaum. Ina ging zu ihnen und blickte in die Weite vom Strand hinaus auf das Meer. Verträumt guckte sie in die Richtung und bemerkte nicht, dass ein Häschen sich am Rasenrand bemerkbar machte. „Ina, passe gut auf, das Meer wird heute Abend besonders große Wellen zaubern. Extra für dich.“ Sie zwinkerte dem Hasen zu. „Ja Langohr, ich werde direkt nachher zum Wasser gehen. Sicher werden meine Eltern den Strand nach Steinen absuchen und sich in die Sonne legen.“ „Ob Lina auch schon zum Strand darf?“ „Langohr, wie heißt du eigentlich? Machst du unserer Lina auch keinen Ärger?“ Er räusperte sich und nahm Haltung ein. „Mein Name ist Pippo und lebe hier am Wiesenrand. Familie habe ich auch und meine Roswitha ist mit den Kleinen Martin und der Maria unterwegs. Sie wollen zum Sonnenuntergang zurück sein, denn heute, um 21:00 Uhr wird der Regenbogenstern scheinen.“
Ina bedankte sich bei Pippo und lief zum Wasser. Sie zog die Sandalen aus und ließ die Wellen über ihre Zehen laufen. „Hu, ist ja wirklich noch kalt das Wasser. Da warte ich lieber noch zwei Tage, ehe ich hineinhüpfe.“
Lachend, trafen nun auch Andreas und die Mama ein. Fröhlich verbrachten sie eine Stunde am Strand. Lina blieb schützend unterm Kirschbaum sitzen und wartete auf etwas.
Mit der Dämmerung kamen auch drei Möwen zum Ferienhaus. Sie setzten sich in den Birnenbaum. Knabberten ein wenig an ihrer süßen Frucht und schauten zu Linas Fenster.
Nach den Abendessen brachten sie gemeinsam Lina zu Bett. Müde war sie noch nicht. Die frische Seeluft ließ den ersten Tag schneller verstreichen und auch die Müdigkeit der Eltern zeigte sich früher. Ina hörte später, dass sie auch ins Schlafzimmer gingen und als es still wurde, lächelte sie. „Was, hatte Pippo gesagt? Der Regenbogenstern wird sich heute zeigen? Ich muss doch gleich einmal zum Fenster herausschauen und gucken, ob er sich schon zeigt.“ Jetzt wurde es ganz rot am Himmel und dann kamen graue und dunkelblaue Wolken. „Wie soll der Stern denn sich zeigen, wenn es so dunkel wird?“ Vor Müdigkeit, wäre Ina fast eingeschlafen. Plötzlich hörte sie Pippo rufen:“ Ina, mach das Fenster auf und gucke zum Himmel. Er ist da. Schaue doch nur. So wunderschön ist er.“ Sie zog die Hausschuhe an, zog sich eine Jacke über, damit ihr nicht kalt würde. Öffnete das Fenster und erschrak. Die Nachtluft, ist wirklich sehr kühl.
Die Möwen saßen noch immer im Baum. Pippo zeigte ihr die Richtung, damit sie den Stern auch sehen konnte. „Schaue dort oben. Ist das nicht ein Wunderwerk?“ Staunend, sah sie zum Nachthimmel auf. Ihre Augen glänzten und leise Tränen standen darin. „Wie schön. Danke Gott, du bist der Beste Maler dieser Zeit.“ Nun hörte sie eine sanfte Stimme: „Ina, dieser Stern ist heute für dich am Himmel. Er bringt Freude. Fröhlichkeit und Hoffnung. Für dich, mein Kind der Liebe. Bleibe in der Hoffnung und mit dem Herzen immer ein Kind der Liebe. Dann ist die Welt im Leben stets gut zu Dir.“
Mari-Wall
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