Sieben Kerzen
Von Mari-Wall
Tina rieb sich an diesem Morgen den Schlaf aus den Augen. Die Sonne kitzelte sacht in ihr Gesicht. „Ist es wirklich schon Tag? Muss doch gleich mal schauen, ob der Tisch schon gedeckt ist.“
Überall riecht es nach Zucker. „Ob Mama Cornelia schon gebacken hat? Vermutlich in der Nacht, als ich schlief.“
Schnell schlüpfte sie in die Hausschuhe und ging leise zur Küche. „Niemand zu sehen. Schlafen sie denn noch? Ob ich das Radio laut einschalte, dann müssen sie aufstehen, um zu schauen, was hier los ist.“ Auf dem Küchentisch stehen wunderschöne Blumen.
Daneben auch eine Schokoladentorte. „Sieben Kerzen darf ich anzünden. Die Flammen sehen immer so schön aus.“ Auf einmal schaltet sich das Radio an und spielt ein Geburtstagslied.
„Das ist Musik für meine Ohren.“ Plötzlich knistert es in der Ecke vom Küchenschrank.
Tina hörte dort zwei Mäuslein streiten. „Gehe doch bloß nicht das Risiko ein, die Menschenkinder mögen es nicht, wenn wir schon einmal Vorkosten von der herrlichen Torte. Die Mama von Tina gab ihr auch mal einen kleinen Klapps auf die Hand, als sie heimlich naschen wollte. Schlagsahne wäre doch jetzt sehr gut, dann könnten wir davon probieren und dies würde nicht bemerkt werden. Sie würden glauben, dass die Sonnenstrahlen es verursacht hätten.“ Kichernd liefen sie rasch zum Stuhl und hüpften mit Schwung auf den Küchentisch. Leckten sich mit der Zunge über die Lippen und gaben ein Seufzen von sich. Die Mäuslein schauten umher und sahen direkt in Tinas großen Augen. „Dürfen wir mal kosten, liebe Tina?“ Lächelnd nickte sie ihnen zu. Sie steckten so tief ihre Nasen hinein, dass Tina lachen musste. „Beeilt euch, Mama kommt gleich.“ Sie eilten davon und verschwanden mit klebrigen Barthaaren in ihr Mäuseloch. sie schickten ihr noch ein Kussmund zu.
Nichts mehr zu hören und sehen. Nur noch Stille. Cornelia ging in die Küche und sah, dass Tina schon ihren Geburtstagstisch bestaunte. „Mama, ich möchte so gerne die Kerzen anzünden und mit einem Gedanken für uns in die Hoffnung gehen.“ „Meine kleine Tina, die Hoffnung und der Traum eines Menschen ist sehr wichtig für das Leben. Wir alle dürfen Hoffen auf Gutes für die Zukunft.“