Wenn ich einmal reich wäre
Wenn ich einmal reich wäre
Von
Mari-Wall
Die kleine Claudia von nebenan, erzählt im Haus immer lustige Geschichten. Mit ihren sieben Jahren
ist der Fantasiepegel groß. Da öffnen sich die Augen recht weit und das Lächeln zeigt sich auch
verschmitzt. Ihr fallen immer tolle Ideen ein, verströmt Neugierde dabei. Gestern berichtete sie mir:
„Sie würde gerne mal mit dem Zug nach Afrika fahren. Schließlich gibt es dort wunderschöne
Landstriche und die Tiere erstmal.“ „Oh ja, die Elefanten sind mächtige Glücksbringer.“ „Ja Tante
Gunda, du hast mir schon viel davon berichtet. Nur würde ich gerne sie mir selbst anschauen.“
„Glaubst du Gunda, meine Mama könnte uns diese Ferienreise spendieren? Wenn der Zug zu teuer
ist, können wir dann ein Schiff nehmen? Oder ist es günstiger mit dem Flugzeug?“ „Ach meine kleine
Claudia, deine Mama wird es sich nicht leisten können? Sie hat doch erst einen neuen Job begonnen.
Auch würde sie nicht so schnell Urlaub bekommen.“ Claudia schaute jetzt traurig Gunda an. Ihre
Gedanken kreisten herum. „Was könnte ich machen, damit wir nach Afrika können? Sollte ich Lotto
spielen? Ich hörte im Fernsehen, dass eine alte Dame den Hauptgewinn bekam. 5 Millionen Eure hieß
es, soviel war im Jackpot. Das muss bestimmt sehr viel sein. Sicher kann sie sich jetzt alle Wünsche
erfüllen.“ „Gunda, spielst du auch Lotto? Hast du auch schon mal diesen Jackpot gewonnen?“ „Nein,
ich spiele nicht. Spare lieber den Einsatz und nach einigen Monaten habe ich auch gewonnen?“ „Wie
meinst du das?„ „Wenn man pro Woche nur für sieben Euro Lotto spielt, dabei nicht die richtigen
Zahlen hat, ist das Geld weg. Doch steckt man es in ein Sparschwein, sammelt es sich an und am Ende
hast du eine schöne Summe gespart. Also ein Gewinn.“ Claudia saß nachdenklich auf ihrem Platz und
überlegte neue Möglichkeiten aus. „Gunda, ich muss ganz schnell nach Hause, denn ich weiß jetzt wie
ich nach Afrika komme. Bis Morgen. Danke dir für deine Erklärung.“ Die Tür fiel ins Schloss und Stille
herrschte. Gunda konnte ein Lächeln nicht verkneifen. „Ach so erfrischend die Kleine. Hoffentlich
macht sie keine Dummheiten und büxt aus.“ Sie hörte noch wie die Mama von Claudia Heim kam und
Claudia mit Worten sie überschüttete. „Bin wirklich gespannt, wie ihre Mama reagiert. So ein
aufgewecktes Kind mit vielen neuen Ideen. Ich werde mal mit Carsten sprechen, denn er weiß immer
Rat.“ „Mama, weißt du wie wir nach Afrika kommen, damit wir die Elefanten uns Live anschauen
können? Tante Gunda meinte, du hast nicht soviel Geld und bekommst keinen Urlaub. Stimmt das?“
„Meine Kleine, ich bekomme wirklich keinen Urlaub und das Geld hätte ich auch nicht. Soviel
verdiene ich nicht, aber es reicht zum Leben für uns und auch für deine kleinen Wünsche.“ „Spielst du
Lotto? Gunda spielt nicht, aber sie spart jede Woche in ein Sparschwein und gewinnt so auch,
erzählte sie mir.“ “Claudia, ich mache uns jetzt das Abendessen fertig und dann besprechen wir, was
möglich ist, damit du die Elefanten in Afrika sehen kannst.“ Sie nickte ihr zu. Es gab eine
Gemüsesuppe und frisches Fladenbrot dazu. „So meine Kleine, mache dich schon mal Bettfertig und
dann komme ins Wohnzimmer zu mir.“ „Ja Mama, ich beeile mich.“ Ruckzuck, war das Mädel heute
fertig. Sie setzten sich Beide auf das Sofa und Mama schaltete den Fernseher an. „Wir gucken jetzt
eine Dokumentation auf 3Sat über Afrika an. Sie bringen heute über den Naturpark einen Bericht, wie
sie die Elefanten schützen. Dann werden wir auch ein Sparschwein jede Woche füttern, damit wir
eines Tages nach Afrika Urlaub machen können“ Mama, ich werde Gott bitten, dass wir einmal reich
werden.“„Mache dies. Viele Menschen träumen davon einmal reich zu sein, doch gelingt es nur wenige, wenn
sie vom Geld sprechen. Was wäre denn, wenn du einmal reich wärst?“ „Ich würde mit dir nach Afrika
mit dem Zug fahren. Das dauert sicher schön lange und man kann ganz viel sehen von der Landschaft.
Außerdem würde ich der alten Dame im Erdgeschoß Matilde eine Haushaltshilfe bezahlen, damit sie
es nicht so schwer hat. Dir würde ich ein rotes Auto kaufen, damit du schneller von der Arbeit
heimkommst.“ „Lasse es gut sein Claudia, der größte Reichtum ist gesund zu sein. Die Liebe im
Herzen zu fühlen und Frieden mit allen halten. Vor allem nicht streiten mit den Kindern vom
Spielplatz.“ „Meinst du Mama, Geld ist nicht so wichtig?“ „Gott sorgt für die Menschen und wenn
man fleißig ist, dann hat man genug Geld zum Leben. Geld ist wichtig, aber nicht Alles. Reichtum ist
nicht nur Geld zu besitzen.“ Claudia schlief in dieser Nacht ohne Traum. Wir haben Sonntag und
wollten in den Stadtpark relaxen.
Plötzlich klingelte es an der Haustür. Sie rannte sofort hin und öffnete. „Wollt ihr mit in den
Stadtpark? Mama hatte mir gar nichts gesagt.“ Vor der Tür standen Gunda und Carsten. „Mama, wir
bekommen Besuch.“ „Dürfen wir kurz hereinkommen? Wir haben für dich und deiner Mama eine
Überraschung.“
Aus der Küche hören sie die Stimme von
Regina. „Kommt nur herein, ein wenig Zeit haben wir noch.“ Nach der herzlichen Begrüßung kochte
Regina schnell einen Kaffee und sie sprachen über den geplanten Ausflug zum Park. Gunda stupste
Carsten an und schaute mit großen Augen auf die Kleine. Carsten räusperte sich und meinte dann:
„Ich habe letzten Monat Lotto gespielt und einen Gewinn gemacht. Nicht den großen Pot. Gunda
erzählte mir den Wunsch von Claudia und da wir auch die Elefanten so lieben, würden wir gerne euch
einladen mit uns nach Afrika zu fliegen. Wäre das für dich auch in Ordnung Claudia, statt mit dem
Zug?“ Claudia hüpfte vor Freude gleich im Raum herum. „Regina, ihre Chefin würde ihnen auch
Urlaub geben im Oktober. Wir würden uns sehr freuen, wenn wir gemeinsam diese Reise durchführen
könnten.“ „Mama, ist das nicht toll. Gunda und Carsten sind reich und schenken uns die Elefanten.“
Regina, bedankte sich und nahm an. „Darf ich sie dafür einladen mit uns in den Stadtpark zu
kommen, denn dort gibt es zwar keine Elefanten, aber ein kleinen Bauernhof.“ Lachend gingen sie
zum Stadtpark und Claudia erzählte jeden Besucher dort, dass sie nach Afrika fährt und wenn sie
einmal Reich ist, auch Gunda und Carsten einladen wird. Wenn ich einmal reich wäre, davon träumen
viele Menschen. Doch sollte man den Reichtum nicht am Geld messen. Wir sind alle reich beschenkt
durch die Natur und wenn wir die Bescheidenheit im einfachen Leben, leben. Dann sind wir wirklich
sehr reich.